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Eulenfisch

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Kreativ in der Krise

Veröffentlichung:1.1.2020

Der Fachartikel „Kreativ in der Krise“ ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst etwa 6 Seiten (S. 95–101). Der Artikel zeigt anhand mehrerer Beispiele, wie Menschen während der Corona Pandemie kreative Wege gefunden haben, um Hoffnung, Gemeinschaft und religiöse Orientierung zu vermitteln. Thematisiert werden dabei vor allem theologische Fragen nach Hoffnung, Trost, Gemeinschaft, kirchlicher Präsenz und der Bedeutung des Glaubens in Krisenzeiten.

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Der Artikel beschreibt verschiedene Projekte, die während der Corona Pandemie entstanden sind und Menschen Hoffnung und Gemeinschaft ermöglicht haben. Ausgangspunkt ist die Erfahrung des Lockdowns, in dem viele Bereiche des öffentlichen Lebens zum Stillstand kamen und Menschen Isolation, Angst und Unsicherheit erlebten. In dieser Situation entwickelten Einzelpersonen und kirchliche Initiativen kreative Formen der Begegnung, die zeigen, wie Kultur, Religion und Gemeinschaft auch unter schwierigen Bedingungen lebendig bleiben können.

Ein Beispiel ist das Kunstprojekt des Künstlers Hans Artmann in Koblenz. Während des Lockdowns waren viele Litfaßsäulen weiß gestrichen und ohne Plakate, weil Veranstaltungen ausfielen. Artmann begann, Porträts von Menschen aus dem Stadtteil auf diese Säulen zu malen. Dadurch entstand eine besondere Form öffentlicher Kunst. Die Bilder zeigten konkrete Nachbarinnen und Nachbarn und erinnerten daran, dass hinter der Isolation weiterhin eine Gemeinschaft existiert. Die Porträts schufen Begegnungen im öffentlichen Raum und brachten Menschen wieder miteinander ins Gespräch. Zugleich waren sie bewusst vergänglich. Mit der Zeit verblassten sie oder wurden überklebt. Gerade diese Vergänglichkeit erinnerte an die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens und konnte als Zeichen der Hoffnung verstanden werden, dass auch die Krise nicht dauerhaft bestehen bleibt.

Ein weiteres Beispiel ist eine musikalische Aktion an Ostern. Bläserinnen und Bläser spielten von Kirchtürmen und verschiedenen Orten Osterlieder. Diese Initiative entstand aus einem Aufruf der evangelischen Kirche und wurde von vielen Gemeinden aufgegriffen. Durch das Musizieren im öffentlichen Raum konnten Menschen trotz Abstand gemeinsam das Osterfest erleben. Die Musik machte die Botschaft der Auferstehung hörbar und setzte zugleich ein ökumenisches Zeichen, weil Christen verschiedener Konfessionen daran beteiligt waren.

Auch seelsorgliche Formen der Begegnung wurden neu gestaltet. Ein Pfarrer setzte sich während des Lockdowns täglich mit einem Stuhl neben seine Kirche und bot Gespräche mit Passanten an. Viele Menschen nutzten dieses niedrigschwellige Angebot. Sie erzählten von ihren Sorgen, Einsamkeit oder persönlichen Problemen. Die Begegnungen zeigten, dass Kirche nicht nur im Gottesdienst präsent sein kann, sondern auch im Alltag der Menschen. Gerade einfache Gesprächsmöglichkeiten können für viele Menschen eine wichtige seelsorgliche Unterstützung sein.

Digitale Projekte spielten ebenfalls eine Rolle. Ein Beispiel ist das Format „60 Sekunden Bibelcover“. In kurzen Videos werden Gedanken zum Sonntagsevangelium geteilt. Ziel ist es, die biblische Botschaft auch in Zeiten von Isolation in den Alltag der Menschen zu bringen. Die kurzen Beiträge sollen weniger wissenschaftliche Auslegung sein als vielmehr eine spirituelle Ermutigung.

Auch im schulischen Bereich entstanden kreative Projekte. An einer Schule in Frankfurt wurde während des Lockdowns ein Teichbiotop auf dem Schulgelände angelegt. Die Lehrerin begann das Projekt zunächst allein, später beteiligten sich Kolleginnen, Kollegen und einzelne Lernende. Das gemeinsame Arbeiten an der Natur schuf neue Hoffnung und Gemeinschaft. Der entstandene Teich wurde zu einem Ort des Lernens und der Begegnung und machte ökologische Themen erfahrbar.

Schließlich wird beschrieben, wie kirchliche Bildungsarbeit digital weitergeführt wurde. Die Katholische Akademie im Haus am Dom begann, Veranstaltungen als Podcasts und Livestreams anzubieten. Dadurch konnten Gespräche und Vorträge weiterhin stattfinden und sogar ein größeres Publikum erreichen. Gleichzeitig veränderten sich die Arbeitsweisen der Institutionen, da digitale Formate neue Kompetenzen und Organisationsformen erforderten.

Der Artikel zeigt insgesamt, dass Krisenzeiten kreative Ideen hervorbringen können. Kunst, Musik, Seelsorge, digitale Medien und gemeinschaftliche Projekte werden zu Möglichkeiten, Hoffnung zu vermitteln und Menschen miteinander zu verbinden. Gleichzeitig wird deutlich, dass christlicher Glaube gerade in schwierigen Zeiten eine wichtige Quelle von Trost, Orientierung und Zuversicht sein kann.

Hessen

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