In der Gründungsphase übernahm die erste Oberin, Schwester Willi, die Leitung. Sie hatte Auslandserfahrung als Missionarin und konnte die Gemeinschaft auch gegenüber den staatlichen Behörden vertreten. Zu den frühen Aufgaben der Schwestern gehörte die Herstellung liturgischer Gewänder und kirchlicher Paramente für die ganze Slowakei. Schon bald gründeten sie Schulen, Waisenhäuser und später auch Krankenhäuser und Grundschulen. Besonders engagierten sie sich in der Betreuung von Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, etwa aus der Prostitution, und gaben ihnen durch Unterricht, Erziehung und das gemeinsame Leben eine neue Perspektive.
Mit der Machtübernahme der Kommunisten änderte sich die Situation drastisch. Die Schwestern wurden aus ihren Einrichtungen vertrieben, Klöster geschlossen, und junge Frauen durften nicht mehr eintreten. 1951 wurden viele von ihnen deportiert und mussten in Fabriken arbeiten. In der Textilfabrik lebten sie unter harten Bedingungen, bei Lärm und Hitze, und durften ihr Ordenskleid nicht tragen. Trotzdem hielten sie am Gebet, an der Gemeinschaft und an ihrer Hoffnung fest. Selbst ihre Vorarbeiter bemerkten die Einheit und Konsequenz der Nonnen und bezeichneten sie als Vorbild, weil sie das hielten, was sie sagten.
In den folgenden Jahren wurden die Schwestern auf staatliche Heime verteilt. Sie arbeiteten in der Altenpflege, in der Betreuung von geistig Behinderten oder im Haushalt. Zugleich standen sie unter ständiger Bespitzelung. Religiöse Bildung und Katechese konnten nur im Untergrund stattfinden. Sie versteckten Gebetbücher im Kühlschrank und feierten heimlich Gottesdienste. Während des Prager Frühlings unter Alexander Dubček erlebten die Schwestern eine kurze Phase größerer Freiheit. Sie konnten Kinder unterrichten, Firmungen vorbereiten und das kirchliche Leben aufblühen lassen. Doch nach 1968 wurden diese Freiheiten wieder zurückgenommen. Es folgten erneute Repressionen, Deportationen und Verbote. Manche Schwestern flohen ins Ausland, andere blieben und hielten im Geheimen an ihrem Auftrag fest.
Nach dem Fall des Kommunismus 1989 kehrte eine neue Hoffnung zurück. Die Kongregation erhielt ihre Häuser zurück, die jedoch in desolatem Zustand waren. Mit Hilfe internationaler Organisationen wie „Kirche in Not“ konnten sie ihre Klöster wiederaufbauen. Neue Kommunitäten entstanden in Bratislava, in Russland, in Rumänien und anderswo. Die Schwestern nahmen ihre Aufgaben wieder auf, unterrichteten in Schulen, studierten Theologie und engagierten sich erneut in der Missionsarbeit.
Heute verstehen die Missionsschwestern ihre Berufung als Beziehung, Zeugnis und Liebe. Mission ist für sie nicht nur das Verkünden in fernen Ländern, sondern auch der konkrete Dienst an den Menschen vor Ort: in der Arbeit mit Obdachlosen, Gefangenen, Kranken und Sterbenden. Dabei sind Gebet, Gemeinschaft und Offenheit für die Nöte der Zeit ihre zentralen Prinzipien. Sie sehen ihr Leben als Fortführung eines „Staffellaufs des Glaubens“, den sie von den früheren Generationen übernommen haben und an die nächste Generation weitergeben wollen. Trotz Verfolgung, Not und Unterdrückung haben die Schwestern ihren Glauben und ihre missionarische Kraft bewahrt. Sie begreifen Schwierigkeiten als Bestätigung ihrer Berufung und schöpfen daraus neue Stärke.
Der heilige Geist ist für sie die Antriebskraft ihrer Sendung, und sie wollen sich seiner Führung immer wieder neu öffnen. Mission bedeutet für sie, Zeugnis zu geben, Liebe zu leben und Menschen daran zu erinnern, dass Gott sie liebt. So wird die Treue zum Gebet, das Leben in der Gemeinschaft und die Offenheit für die Welt zum Kern ihres Dienstes.