Der Artikel von Hans-Günter Heimbrock behandelt Migration als ein universalanthropologisches Merkmal der Menschheit, das trotz globaler Perspektive immer in ihren partikularen Kontexten analysiert werden muss. Migration wird soziologisch als dauerhafter Wechsel des Wohnorts definiert und umfasst klassische Formen wie Arbeitsmigration, Fluchtmigration und Elitenmigration sowie neuere Typen wie Transmigration und digitale Nomaden. Der Autor diskutiert die fehlende einheitliche Definition von Migranten auf europäischer Ebene und problematisiert die falsche Gleichsetzung von Migranten mit Ausländern. Der Text dokumentiert die deutsche Migrationsgeschichte mit Schwerpunkten auf Zuwanderung vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, einschließlich Gastarbeiter, Kriegsvertriebene und Flüchtlinge. Statistiken zeigen, dass Deutschland 2023 über 13 Millionen im Ausländerzentralregister erfasste Personen hatte und etwa 26 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweist. Der Autor kritisiert die populistische und rechtsextreme Vereinnahmung des Migrationsbegriffs und warnt davor, dass Statistiken die vielfältigen Lebensschicksale und Traumatisierungen von Migranten nicht abbilden können. Der Artikel betont die Notwendigkeit, zwischen privilegierten Migranten und jenen mit prekären Lebensumständen zu unterscheiden und die subjektive Erfahrungsperspektive der Betroffenen zu berücksichtigen.