Der Artikel behandelt umfassend die Rolle und Geschichte von Ministrantinnen und Ministranten in der katholischen Kirche. Der Begriff stammt vom lateinischen 'ministrare' (dienen) ab und wurde 1955 bei der Liturgiereform offiziell eingeführt. Historisch entwickelte sich der Ministrantendienst vom Klerikerdienst zur Privatmesse im 8. Jahrhundert bis hin zu einem anerkannten liturgischen Dienst für Laien. Das Zweite Vatikanische Konzil markierte einen Wendepunkt, indem es den Ministrantendienst als 'wahrhaft liturgischen Dienst' definierte, nicht als bloße Assistenz. 1994 ermöglichte eine authentische Interpretation des Kirchenrechts die Zulassung von Frauen zum Ministrantendienst. Die Ministrantenpastoral ist heute ein eigenständiges Handlungsfeld der Jugendpastoral mit Struktur auf Weltkirchen-, Bundes-, Diözesan- und Ortsebene. Auf internationaler Ebene koordiniert der Coetus Internationalis Ministrantium (CIM) die Vernetzung in 17 Ländern und organisiert regelmäßige Romwallfahrten. In Deutschland werden die Ministranten durch die Deutsche Bischofskonferenz und lokale diözesane Referate betreut. Der Dienst verbindet liturgische Aufgaben wie Gabenbereitung mit symbolischen Funktionen und ermöglicht Jugendlichen eine aktive Teilhabe an der Liturgie. Die Statistik zeigt 360.000 Ministrantinnen und Ministranten in Deutschland mit über 53% Frauenanteil.