Die ökumenische Bewegung ist das Bemühen um die sichtbare Einheit der Christen verschiedener Konfessionen. In Deutschland gehören etwa 60% der Bevölkerung einer christlichen Kirche an, wobei die Evangelische Kirche etwa 22 Millionen und die katholische Kirche etwa 23 Millionen Gläubige zählt. Das Christentum differenziert sich weltweit stark aus in Katholiken, Orthodoxe, Protestanten und wachsende Pfingstgemeinden. Die moderne ökumenische Bewegung entstand im 19. Jahrhundert durch internationale christliche Organisationen, den christlichen Pazifismus und missionarische Anliegen. Die Weltmissionskonferenz von Edinburgh 1910 gilt als Auftakt, da Missionare unterschiedlicher Konfessionen die kirchliche Spaltung auf andere Kontinente exportierten. Zwei Strömungen entwickelten sich parallel: Life and Work fokussierte auf praktisch-sozialethische Zusammenarbeit, Faith and Order auf dogmatische Reflexion. Die katholische Kirche blieb zunächst außen vor, nahm aber ab den 1920er Jahren Kontakt zu Anglikanern und der Orthodoxie auf. Im Dritten Reich führte die gemeinsame Kirchenverfolgung zu beispielloser interkonfessioneller Solidarität, etwa der Una-Sancta-Bruderschaft. Das Zweite Vatikanische Konzil öffnete die katholische Kirche für den ökumenischen Dialog. Heute manifestiert sich Ökumene in gemeinsamen Gottesdiensten, Bildungsveranstaltungen, Sozialprojekten und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Die zunehmende Pluralität durch Migration von Orthodoxen und orientalischen Christen macht ökumenische Arbeit weiterhin aktuell.