Der Artikel von Christian Butt untersucht die religionspädagogische Vermittlung von Passion und Auferstehung in der Grundschule. Ausgehend von der Beobachtung, dass Kinder durch alltägliche Begegnungen bereits mit diesen Themen konfrontiert werden, analysiert Butt ihre kognitiven und affektiven Zugänge. Kinder verstehen Passion und Auferstehung typischerweise nicht als theologische Gegensätze, sondern als chronologische Abfolge mit guter Auflösung. Der Artikel identifiziert eine Spannung zwischen der zentralen Bedeutung dieser Themen im christlichen Glauben und ihrer unterrepräsentierten Behandlung in Lehrplänen und Schulbüchern. Butt argumentiert gegen die These, dass Kinder diesen Inhalten keine persönliche Relevanz zuordnen könnten, und betont, dass eine basale Vertrautheit mit Jesusgeschichten und christlicher Überlieferung notwendige Voraussetzung ist. Die metaphorische und bildhafte Sprache biblischer Erzählungen wird als produktiv für kindliches Verstehen dargestellt, da Kinder Bilder und Metaphern erfassen können, ohne diese in begriffliche Sprache übersetzen zu müssen. Der Artikel reflektiert zentrale didaktische Fragen: Wie viel Vorwissen ist erforderlich, kann die Passion eigenständige Bedeutung haben, wie gelingt der Übergang von bloßer Wiedergabe zu kreativer Deutung, und wie gehen Kinder mit historischen Wahrheitsfragen um? Im biblisch-theologischen Teil wird dargelegt, dass die Evangelienberichte keine historischen Tatsachenprotokolle darstellen, sondern situationsspezifische Interpretationen mit Verkündigungsabsicht sind. Es werden verschiedene Interpretationskonzepte der Passion unterschieden: der Kreuzestod als Konsequenz von Jesu sozialem Handeln, als Prophetenschicksal in alttestamentlicher Kontinuität, und als heilsnotwendiges Ereignis im göttlichen Plan.