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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftRalf Koerrenz

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Ralf Koerrenz

Reformpädagogik

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht Reformpädagogik als Brücke zwischen Pädagogik und Theologie, die sich auf religiöse Konzepte wie Paradies und Reich Gottes bezieht. Reformpädagogik wird als eine Praxis verstanden, die gegenwärtige Verhältnisse als mangelhaft kritisiert und durch alternative Lernprozesse verbessern will. Der Artikel behandelt sowohl die systematische Logik von Reformpädagogik als auch ihre historische Ausprägung im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts zwischen 1890 und 1933. Zentral ist die Spannung zwischen ökonomischem und utopischem Denken in Reformkonzepten.

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Reformpädagogik wird systematisch als eine pädagogisch-theologische Kategorie analysiert, die auf der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Zustand (Schon-Jetzt) und einem angestrebten Idealzustand (Noch-Nicht) basiert. Die beiden regulativen Ideen des verlorenen Paradieses und des Reich Gottes fungieren als Maßstäbe zur Kritik gegenwärtiger Verhältnisse und als Vorbilder für alternative Erziehungsprozesse. Der Autor unterscheidet zwischen einer ökonomischen Variante von Reformpädagogik, die als Reaktion auf gesellschaftliche Defizite fungiert, und einer utopischen Variante, die Erziehung als Motor gesellschaftlicher Transformation begreift. Rousseaus "Emile" exemplifiziert die radikale utopische Ausrichtung, die Erlösung durch naturgemäße Erziehung anstrebt. Historisch bezieht sich der deutschsprachige Begriff Reformpädagogik auf Praktiken und Programme von Pädagogen des frühen 20. Jahrhunderts (1890-1933), die in verschiedenen Bewegungen wie der Kunsterziehungsbewegung und Landerziehungsheimbewegung organisiert waren. Der Zeitraum war geprägt durch Industrialisierung, Kulturkritik und schließlich durch die Hoffnungen der Weimarer Republik, mittels Neuer Erziehung den Neuen Menschen hervorzubringen. Zentrale Reformforderungen wie das Arbeitsschul-Prinzip und die Einheitsschule fanden Eingang in die Weimarer Reichsverfassung. Peter Petersen und sein Jena-Plan gehörten zu den bedeutendsten theoretischen Konkretisierungen. Das Jahr 1933 markierte das Ende dieser reformpädagogischen Epoche, wobei einzelne Reformer unterschiedliche Wege gingen.

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