Der Artikel definiert komparative Religionspädagogik als Forschungsgebiet, das religionspädagogische Phänomene und Theoriemodelle durch systematischen Vergleich zueinander in Beziehung setzt. Im Gegensatz zur Auslandskunde, die nur Informationen bereitstellt, ist die methodische Reflexion der Vergleichsvorgänge konstitutiv. Vergleiche können länderübergreifend, religionsübergreifend oder innerhalb eines Kontextes synchron oder diachron erfolgen. Abzugrenzen ist das Feld von Interreligiösem Lernen und Konfessioneller Kooperation, die Praxen darstellen. Historisch zeigt der Artikel, dass internationale Rezeptionen bis zur Moderne verbreitet waren, dann aber nationalisiert wurden und erst im 20. Jahrhundert wieder zunahmen. Seit den 1970er Jahren entwickelten sich methodologische Reflexionen unter Einfluss der Vergleichenden Erziehungswissenschaft. Die Verdichtung seit den 1990er Jahren resultiert weniger aus fachimmanenten Gründen als aus Globalisierung, europäischer Integration und wachsender religiöser Pluralität innerhalb von Gesellschaften. Auslandskundliche Studien bilden zwar eine unverzichtbare Basis, ersetzen aber nicht die spezifische Leistung komparativer Arbeit. Der Artikel ordnet bisherige Studien nach Vergleichsgrößen und konstatiert, dass komparative Religionspädagogik sich zum etablierten Wissenschaftszweig entwickelt.