Der Artikel analysiert Friedrich Schleiermachers Leben und Werk als Klassiker der Religionspädagogik, der sich mit grundlegenden Fragen des Verhältnisses von Religion und Vernunft, Theologie und Philosophie sowie Frömmigkeit und Bildung auseinandersetzte. Schleiermachers biographische Entwicklung ist gekennzeichnet durch die Spannung zwischen der pietistischen Frömmigkeit seiner Herrnhuter Erziehung und dem aufklärerischen Denken, das er während seiner Studienzeit kennengelernt hat. Während seiner Zeit in Berlin partizipierte er an der Salonkultur und entwickelte enge intellektuelle Beziehungen zur Frühromantik, insbesondere zu Friedrich Schlegel, der seine Vorstellungen von Individualität und progressiver Universalpoesie prägte. Seine programmatischen Frühwerke wie die "Reden über die Religion" (1799) und die "Monologen" (1800) synthetisieren Pietismus, Aufklärung und Romantik und etablieren sein zentrales Anliegen, religiöse Erfahrungen zeitgemäß zu vermitteln. Als Professor lehrte Schleiermacher Dogmatik, Hermeneutik und philosophische Ethik und war aktiv an den preußischen Reformbewegungen beteiligt. Seine religionspädagogischen Ansätze zielen darauf ab, Religion ästhetisch-erfahrungsgesättigt und gleichzeitig reflexiv-diskursiv angemessen zu kommunizieren. Das Werk Schleiermachers bleibt für die gegenwärtige Religionspädagogik relevant, da es dauerhaft gültige Fragen aufwirft und methodologische Ansätze bietet, um religiöse Bildung in sich verändernden historischen Kontexten zu gestalten.