Der Artikel von Theresa Kohlmeyer analysiert die Bedeutung und Anwendung von Symbolkarteien in der Religionspädagogik. Zunächst werden zentrale Merkmale von Symbolen nach Zimmermann bestimmt: Repräsentation, soziale Integration, Verständigung und Erinnerung, geschichtliche Einbettung sowie die Erschließung tieferer Wirklichkeitsdimensionen. Symbole werden als Zusammengefügte von objekthafter Oberflächenstruktur und uneigentlicher Bedeutung definiert. Das Symbolverstehen setzt drei Komponenten voraus: das Zeichen selbst, die Bedeutung und den Rezipienten oder die Rezipientin. Der Artikel identifiziert zentrale Herausforderungen beim Einsatz von Symbolkarteien: Zum einen müssen Schülerinnen und Schüler die Oberflächenstruktur des Zeichens kennen, um es als Symbol nutzen zu können – eine Problematik bei historischen oder in der modernen Lebenswelt verschwundenen Zeichen wie der mechanischen Waage. Zum anderen muss die symbolische Bedeutung einen sinnstiftenden Bezug zur Lebenswelt der Lernenden haben. Der Artikel dokumentiert, dass biblische Bilder aus zwei Jahrtausenden häufig auf beiden Ebenen – Zeichen- oder Bedeutungsebene – nicht mehr von heutigen Schülern und Schülerinnen verstanden werden. Kohlmeyer plädiert daher dafür, entweder unbekannte Zeichen zunächst in ihrer Oberflächenstruktur zu erschließen oder moderne Alternativen zu wählen. Der Artikel bietet damit konkrete Hilfen für die praktische Gestaltung symboldidaktischer Unterrichtsarrangements und macht deutlich, dass erfolgreiches Symbollernen eine bewusste Reflexion über die Passung von Zeichen, Bedeutung und Rezipient erfordert.