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Katholische Akademie Bayern

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10 Jahre Laudato si’

Veröffentlichung:1.6.2026

Der Fachartikel „10 Jahre Laudato si’, 10 Jahre Paris“ von Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor und Chefökonom des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, erschienen in der Zeitschrift zur debatte (Ausgabe 2/2026), beschäftigt sich mit den Herausforderungen einer gerechten und wirksamen internationalen Klimapolitik aus wirtschaftswissenschaftlicher, politischer und sozialethischer Perspektive. Ausgangspunkt sind die päpstliche Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus und das Pariser Klimaabkommen, die beide den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und die Verantwortung der Weltgemeinschaft betonen. Der Autor erläutert die begrenzte Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für Treibhausgase, die ungerechte Verteilung der verbleibenden Emissionsmöglichkeiten und das grundlegende Problem internationaler Zusammenarbeit beim Klimaschutz. Dabei verdeutlicht er, weshalb freiwillige Selbstverpflichtungen der Staaten häufig nicht ausreichen und wirtschaftliche Eigeninteressen gemeinsame Lösungen erschweren. Als mögliche Auswege stellt Edenhofer internationale Klimakoalitionen, Klimazölle, die Besteuerung fossiler Energieträger und innovative Finanzierungsmodelle zur Unterstützung ärmerer Länder vor. Der Beitrag verbindet diese politischen und ökonomischen Überlegungen mit zentralen Grundsätzen der katholischen Soziallehre, insbesondere dem Gemeinwohl, der universalen Bestimmung der Erdengüter, der internationalen Solidarität und der globalen Gerechtigkeit. Abschließend wird die Verantwortung der Industriestaaten gegenüber den Ländern des Globalen Südens hervorgehoben und die Notwendigkeit betont, ökologische und wirtschaftliche Gerechtigkeit gemeinsam zu verwirklichen.

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Der anspruchsvolle Fachartikel eignet sich insbesondere für den Religionsunterricht in der gymnasialen Oberstufe sowie für die vertiefende Auseinandersetzung mit christlicher Sozialethik, Schöpfungsverantwortung, globaler Gerechtigkeit und den gesellschaftlichen Herausforderungen des Klimawandels. Er bietet die Möglichkeit, religiöse und ethische Grundüberzeugungen mit konkreten politischen und wirtschaftlichen Handlungsfragen zu verknüpfen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Beitrag christliche Wertvorstellungen zur Bewältigung der globalen Klimakrise leisten können und wie sich moralische Forderungen in wirksame politische Maßnahmen übersetzen lassen. Die Lernenden erkennen, dass der Schutz der Schöpfung nicht ausschließlich eine Frage individuellen umweltbewussten Verhaltens ist, sondern ebenso gesellschaftliche Strukturen, internationale Vereinbarungen und wirtschaftspolitische Entscheidungen betrifft. Damit fördert das Medium ein differenziertes Verständnis von Verantwortung, das individuelle, gesellschaftliche und globale Handlungsebenen berücksichtigt.

Als Einstieg in die Unterrichtsarbeit bietet sich eine problemorientierte Fragestellung an, beispielsweise „Warum gelingt es der Weltgemeinschaft trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse und internationaler Vereinbarungen nicht, den Klimawandel wirksam zu begrenzen?“ oder „Wer trägt die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und wer soll für den Klimaschutz bezahlen?“. Die Lernenden können zunächst eigene Vermutungen formulieren und unterschiedliche Interessen von Industriestaaten, Schwellenländern und wirtschaftlich benachteiligten Staaten sammeln. Eine kurze Auseinandersetzung mit den zentralen Aussagen der Enzyklika Laudato si’ ermöglicht anschließend die Erarbeitung des theologischen Hintergrunds. Besonders geeignet sind die Aussagen zur gemeinsamen Verantwortung für das Haus der Erde, zur sozialen Dimension der ökologischen Krise und zur universalen Bestimmung der Erdengüter. Die Lernenden können herausarbeiten, dass nach christlichem Verständnis die natürlichen Lebensgrundlagen nicht ausschließlich wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden dürfen, sondern dem Wohl aller Menschen und zukünftiger Generationen dienen sollen.

Für die eigentliche Texterschließung empfiehlt sich aufgrund der fachlichen Komplexität ein arbeitsteiliges Vorgehen. In einer Gruppenarbeit können die Lernenden unterschiedliche Schwerpunkte untersuchen. Eine Gruppe beschäftigt sich mit dem begrenzten Kohlenstoffbudget und der Frage nach einer gerechten Verteilung der Emissionsrechte. Eine weitere Gruppe analysiert das sogenannte Kooperationsdilemma der internationalen Klimapolitik und erläutert, weshalb Staaten trotz gemeinsamer Interessen Anreize haben, internationale Vereinbarungen nicht einzuhalten. Eine dritte Gruppe untersucht die vorgeschlagenen wirtschaftspolitischen Instrumente wie Klimazölle, die Bepreisung von Kohlendioxidemissionen und internationale Finanzierungsfonds. Eine vierte Gruppe erarbeitet die sozialethischen Grundlagen des Beitrags und stellt Bezüge zu den Prinzipien der katholischen Soziallehre her. Die Ergebnisse können in Form von Schaubildern, kurzen Präsentationen oder einer gemeinsamen Übersicht gesichert werden. Dabei sollten zentrale Fachbegriffe wie Kohlenstoffbudget, Klimagerechtigkeit, Trittbrettfahrerverhalten, Klimafinanzierung und Gemeinwohl vorab geklärt oder mithilfe eines gemeinsam erstellten Glossars erschlossen werden.

Eine besondere didaktische Chance liegt in der Verbindung von theologischer Urteilsbildung und wirtschaftspolitischer Argumentation. Die Lernenden können untersuchen, inwiefern die vom Autor vorgeschlagenen Maßnahmen den christlichen Vorstellungen von Gerechtigkeit, Solidarität und Verantwortung entsprechen. Hierfür eignet sich ein Vergleich ausgewählter Textstellen mit Aussagen aus Laudato si’, insbesondere den Abschnitten über die gemeinsame Bestimmung der Erdengüter und die Verantwortung für die Armen. Die Lernenden sollen dabei zwischen der ethischen Begründung einer Forderung und ihrer politischen beziehungsweise wirtschaftlichen Umsetzung unterscheiden. Sie können beispielsweise diskutieren, ob wohlhabende Staaten aufgrund ihrer historischen Emissionen eine besondere Verpflichtung zur Finanzierung des Klimaschutzes besitzen, ob wirtschaftliche Anreize moralische Verantwortung ersetzen können und welche Bedeutung das Gemeinwohl gegenüber privaten Eigentumsrechten hat. Auf diese Weise wird deutlich, dass christliche Sozialethik nicht nur allgemeine Wertvorstellungen formuliert, sondern auch Kriterien zur Beurteilung konkreter gesellschaftlicher Entscheidungen bereitstellt.

Zur Vertiefung bietet sich eine strukturierte Diskussion oder ein Planspiel zu internationalen Klimaverhandlungen an. Die Lernenden übernehmen dabei unterschiedliche Rollen, beispielsweise die Vertretung eines europäischen Industriestaates, eines wirtschaftlich aufstrebenden Schwellenlandes, eines besonders vom Klimawandel betroffenen Staates des Globalen Südens, einer internationalen Umweltorganisation oder einer kirchlichen Hilfsorganisation. Jede Gruppe entwickelt auf Grundlage des Textes eine Position zu Emissionsminderungen, Klimafinanzierung und internationaler Verantwortung. In einer simulierten Klimakonferenz sollen die Beteiligten eine gemeinsame Vereinbarung aushandeln. Dabei erfahren die Lernenden unmittelbar, wie unterschiedliche Interessen, wirtschaftliche Abhängigkeiten und Gerechtigkeitsvorstellungen internationale Zusammenarbeit beeinflussen. In der anschließenden Reflexion können sie ihre Verhandlungserfahrungen mit dem im Artikel beschriebenen Kooperationsdilemma vergleichen und beurteilen, welche politischen Instrumente geeignet erscheinen, gemeinsame Verantwortung tatsächlich in verbindliches Handeln umzusetzen.

Für eine vertiefte ethische Auseinandersetzung eignet sich außerdem eine Dilemmadiskussion über das Verhältnis von wirtschaftlichem Wohlstand, nationalen Interessen und globaler Verantwortung. Ausgangspunkt könnte die Frage sein, ob ein Staat zusätzliche finanzielle Belastungen für den internationalen Klimaschutz übernehmen sollte, obwohl im eigenen Land erhebliche soziale und wirtschaftliche Herausforderungen bestehen. Die Lernenden entwickeln Argumente aus unterschiedlichen Perspektiven und überprüfen diese anhand christlicher Gerechtigkeitsvorstellungen. Dabei können insbesondere die Prinzipien der Solidarität, der Subsidiarität, des Gemeinwohls und der Nachhaltigkeit als ethische Beurteilungskriterien herangezogen werden. Die Auseinandersetzung fördert die Fähigkeit, komplexe gesellschaftliche Konflikte wahrzunehmen, unterschiedliche Interessen angemessen zu berücksichtigen und ein begründetes eigenes Urteil zu formulieren. Wichtig ist, dass die Lernenden die im Artikel vertretenen wirtschaftspolitischen Lösungsansätze nicht lediglich übernehmen, sondern deren Voraussetzungen, mögliche Auswirkungen und Grenzen kritisch hinterfragen.

Eine weitere methodische Möglichkeit besteht in der Gestaltung eines argumentativen Essays oder einer schriftlichen Stellungnahme zur Frage „Kann christliche Sozialethik einen Beitrag zur Lösung der globalen Klimakrise leisten?“. Die Lernenden sollen dabei sowohl die theologischen Grundlagen als auch die konkreten politischen Vorschläge des Autors berücksichtigen. Alternativ können sie einen offenen Brief an politische Entscheidungsträger verfassen, in dem sie aus christlich sozialethischer Perspektive Forderungen für eine gerechte internationale Klimapolitik entwickeln. Auch eine Gegenüberstellung von Aussagen aus Laudato si’ und dem Pariser Klimaabkommen bietet sich an, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen religiös begründeter Verantwortung und völkerrechtlicher Klimapolitik herauszuarbeiten. Ergänzend kann der im Medium erwähnte Videovortrag des Autors eingesetzt werden, um die komplexen Zusammenhänge durch einen weiteren medialen Zugang zu erschließen.

Bei der Verwendung des Mediums sollte berücksichtigt werden, dass der Artikel ein hohes Maß an Lesekompetenz sowie grundlegende Kenntnisse politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge voraussetzt. Für Lerngruppen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen empfiehlt sich daher eine didaktische Reduktion durch ausgewählte Textauszüge, sprachliche Erläuterungen und strukturierende Arbeitsaufträge. Besonders geeignet sind die Passagen zur globalen Gerechtigkeit, zum Kooperationsdilemma und zur Verbindung von Klimapolitik und katholischer Soziallehre. Die stärker wirtschaftswissenschaftlich ausgerichteten Abschnitte können in leistungsstärkeren Lerngruppen zur Vertiefung genutzt werden. Zugleich ist darauf zu achten, zwischen den im Artikel vertretenen Einschätzungen, wissenschaftlichen Modellrechnungen und ethischen Werturteilen zu unterscheiden. Eine kritische Prüfung der vorgeschlagenen Maßnahmen unterstützt die Entwicklung einer eigenständigen Urteilsfähigkeit.

Abschließend kann der Unterricht zur persönlichen und gesellschaftlichen Handlungsperspektive zurückgeführt werden. Die Lernenden reflektieren, welche Bedeutung die Bewahrung der Schöpfung für ihr eigenes Leben, für politische Entscheidungen und für das Selbstverständnis christlicher Gemeinschaften besitzt. Dabei sollte vermieden werden, die Verantwortung für den Klimaschutz ausschließlich auf individuelles Konsumverhalten zu reduzieren. Vielmehr zeigt der Artikel, dass wirksamer Klimaschutz auch auf gerechte internationale Strukturen und verbindliche politische Entscheidungen angewiesen ist. Das Medium leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Förderung religiöser Deutungskompetenz, ethischer Urteilskompetenz, politischer Reflexionsfähigkeit und verantwortungsbewusster gesellschaftlicher Teilhabe. Es verdeutlicht exemplarisch, wie christlicher Glaube, wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Gestaltung miteinander ins Gespräch gebracht werden können, um Antworten auf zentrale Zukunftsfragen der Menschheit zu entwickeln.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.5 Zukunft der Erde, Zukunft des Menschen und kirchliche Positionen.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 4. Schöpfungsauftrag und ökologische Verantwortung.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 2. Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – eine Herausforderung an die Christen.

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