RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Planet Schule

Planet Schule

Jung. Politisch. Aktiv

Veröffentlichung:1.1.1970

Der Dokumentarfilm „Jung. Politisch. Aktiv“ aus der Reihe „Ich und die Anderen“ von Planet Schule porträtiert drei junge Menschen, die sich mit großem Engagement für gesellschaftliche Veränderungen, demokratische Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Im Mittelpunkt stehen der 20 Jahre alte Nikolas, die 16 Jahre alte Klimaaktivistin Ronja und die 19 Jahre alte Sarah. Nikolas engagiert sich als Jugenddelegierter bei den Vereinten Nationen und vertritt die politischen Interessen junger Menschen auf internationaler Ebene. Ronja setzt sich für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit ein und verdeutlicht, dass ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen eng miteinander verbunden sind. Sarah engagiert sich in ihrer ländlichen Heimatregion gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Ausgrenzung und unterstützt den Aufbau eines selbstverwalteten Jugenddorfes. Der Film zeigt die unterschiedlichen Beweggründe, Ziele und Herausforderungen der drei jungen Menschen und macht deutlich, wie politisches Engagement zur persönlichen Entwicklung, zur Stärkung demokratischer Werte und zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung beitragen kann. Gleichzeitig thematisiert er die zeitlichen und persönlichen Belastungen, die mit einem intensiven ehrenamtlichen Einsatz verbunden sind. Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht, Ethikunterricht und Politikunterricht der Jahrgangsstufen 8 bis 13.

Products

Der Film „Jung. Politisch. Aktiv“ bietet einen anschaulichen und lebensweltbezogenen Zugang zu zentralen Fragestellungen des Religionsunterrichts, insbesondere zu den Themen Verantwortung für die Schöpfung, Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, gesellschaftliches Engagement, Demokratie und ethisches Handeln. Durch die persönlichen Lebensgeschichten von Nikolas, Ronja und Sarah erfahren die Lernenden, dass politische Mitgestaltung nicht ausschließlich von politischen Parteien und staatlichen Institutionen ausgeht, sondern auch durch das Engagement einzelner Menschen und gesellschaftlicher Gruppen ermöglicht wird. Die drei Porträts verdeutlichen unterschiedliche Formen der Verantwortungsübernahme und eröffnen vielfältige Anknüpfungspunkte an die Lebenswelt der Lernenden. Im Religionsunterricht lässt sich das Medium besonders gewinnbringend einsetzen, um das Verhältnis zwischen individuellen Wertvorstellungen, christlicher Ethik und gesellschaftlicher Verantwortung zu untersuchen. Dabei ist zu beachten, dass die politischen Aktivitäten der porträtierten Personen nicht ausdrücklich religiös begründet sein müssen. Vielmehr ermöglicht der Film eine eigenständige ethische und theologische Reflexion ihres Handelns aus der Perspektive christlicher Glaubensvorstellungen.

Als Einstieg in die Unterrichtseinheit empfiehlt sich eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob junge Menschen gesellschaftliche und politische Veränderungen bewirken können. Die Lernenden können zunächst eigene Erfahrungen mit politischer Beteiligung, gesellschaftlichen Konflikten und ehrenamtlichem Engagement sammeln. Hierfür eignen sich eine anonyme Kartenabfrage, eine Gedankenlandkarte oder ein Schreibgespräch zu den Begriffen Verantwortung, Mitbestimmung, Gerechtigkeit und Zivilcourage. Anschließend kann die Lehrkraft unterschiedliche Aussagen zur Diskussion stellen, beispielsweise ob politisches Engagement erst mit dem Erreichen des Wahlalters sinnvoll ist oder ob auch Jugendliche Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen übernehmen können. Durch eine Positionierung im Klassenraum werden unterschiedliche Meinungen sichtbar und erste Argumente ausgetauscht. Die Lehrkraft sollte darauf achten, dass kontroverse politische Positionen sachlich diskutiert werden und die Menschenwürde sowie demokratische Grundwerte als verbindliche Orientierung gelten.

Während der Filmvorführung erhalten die Lernenden gezielte Beobachtungsaufträge, die sich an den drei porträtierten Personen orientieren. Eine Lerngruppe kann die Ziele und Handlungsmöglichkeiten von Nikolas untersuchen, während weitere Gruppen die Aktivitäten von Ronja und Sarah analysieren. Dabei sollen die Lernenden die persönlichen Beweggründe, die konkreten Formen des Engagements, die angestrebten gesellschaftlichen Veränderungen und die damit verbundenen Herausforderungen herausarbeiten. Besonders sinnvoll ist eine tabellarische Gegenüberstellung der drei Personen, in der Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich ihrer Ziele, ihrer politischen Handlungsmöglichkeiten und ihrer persönlichen Erfahrungen festgehalten werden. Im Anschluss an die Filmvorführung können die Ergebnisse im Unterrichtsgespräch zusammengeführt werden. Die Lehrkraft sollte dabei verdeutlichen, dass politisches Engagement auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen stattfinden kann und sowohl lokale Initiativen als auch internationale Organisationen umfasst.

Ein zentraler didaktischer Schwerpunkt liegt auf der Frage nach individueller und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Lernenden können untersuchen, weshalb sich junge Menschen für gesellschaftliche Veränderungen einsetzen und welche persönlichen Werte ihrem Handeln zugrunde liegen. Besonders geeignet ist hierfür die Verknüpfung mit dem christlichen Menschenbild, das jedem Menschen eine unveräußerliche Würde zuspricht und zur verantwortlichen Gestaltung des Zusammenlebens auffordert. Die biblische Vorstellung der Gottebenbildlichkeit des Menschen in Genesis 1,26 bis 27 sowie das Gebot der Nächstenliebe in Markus 12,31 ermöglichen eine theologische Vertiefung. Die Lernenden können analysieren, inwiefern das Engagement der drei jungen Menschen mit christlichen Wertvorstellungen übereinstimmt und welche Unterschiede zwischen einer religiösen und einer säkularen Begründung gesellschaftlicher Verantwortung bestehen. Dabei soll deutlich werden, dass solidarisches und verantwortliches Handeln sowohl religiös als auch nicht religiös begründet werden kann.

Die Beschäftigung mit Ronjas Engagement für den Klimaschutz eröffnet einen unmittelbaren Zugang zum Themenbereich Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit. Die Lernenden können untersuchen, weshalb ökologische Herausforderungen eng mit Fragen sozialer Gerechtigkeit verbunden sind und welche Verantwortung Menschen gegenüber der Umwelt und zukünftigen Generationen tragen. Als biblische Grundlage eignet sich insbesondere Genesis 2,15, in dem dem Menschen die Aufgabe übertragen wird, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren. Ergänzend kann die christliche Sozialethik herangezogen werden, die auf den Schutz menschlichen Lebens, die Bewahrung natürlicher Lebensgrundlagen und die Verantwortung gegenüber benachteiligten Menschen verweist. Die Lernenden können diskutieren, inwiefern Klimaschutz als ethische Verpflichtung verstanden werden kann und welche Möglichkeiten sie selbst besitzen, nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu verwirklichen. Eine vertiefende Aufgabe besteht darin, konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz in der Schule zu entwickeln und deren ökologische, soziale und praktische Auswirkungen zu beurteilen.

Das Engagement von Sarah gegen Rechtsextremismus und Rassismus bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Themen Menschenwürde, Nächstenliebe, Toleranz und Zivilcourage. Die Lernenden können analysieren, welche gesellschaftlichen Gefahren von rassistischen und menschenfeindlichen Einstellungen ausgehen und weshalb der Schutz der Menschenwürde eine grundlegende Voraussetzung demokratischen Zusammenlebens darstellt. Besonders geeignet ist die Auseinandersetzung mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Lukas 10,25 bis 37. Die Lernenden können herausarbeiten, dass Nächstenliebe nicht auf Menschen der eigenen sozialen, kulturellen oder religiösen Gemeinschaft beschränkt werden darf. Durch den Vergleich mit Sarahs Engagement wird deutlich, wie sich ethische Überzeugungen in konkretes gesellschaftliches Handeln übersetzen lassen. Ergänzend können Fallbeispiele aus dem schulischen Alltag bearbeitet werden, in denen Ausgrenzung, Diskriminierung oder rassistische Äußerungen auftreten. Die Lernenden entwickeln Handlungsmöglichkeiten für einen respektvollen und solidarischen Umgang miteinander und reflektieren die Bedeutung von Zivilcourage.

Das politische Engagement von Nikolas ermöglicht eine vertiefte Beschäftigung mit demokratischer Beteiligung, internationaler Verantwortung und der Bedeutung politischer Interessenvertretung. Die Lernenden können untersuchen, welche Möglichkeiten junge Menschen besitzen, ihre Anliegen in politische Entscheidungsprozesse einzubringen, und welche Bedeutung internationale Organisationen für die Bearbeitung globaler Herausforderungen haben. Besonders sinnvoll ist eine Auseinandersetzung mit dem Gedanken der Menschenrechte und der Frage, weshalb junge Menschen bei politischen Entscheidungen, die ihre Zukunft betreffen, angemessen berücksichtigt werden sollten. Die Lernenden können hierzu die Grundgedanken der Menschenwürde und der Gerechtigkeit mit den Forderungen nach gesellschaftlicher Mitbestimmung verbinden. Auch eine Beschäftigung mit der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen bietet sich an, insbesondere mit dem Recht junger Menschen, ihre Meinung in sie betreffenden Angelegenheiten zu äußern und gehört zu werden.

Ein weiterer didaktischer Schwerpunkt liegt auf dem Spannungsverhältnis zwischen persönlichem Engagement und individuellen Lebensbedürfnissen. Der Film verdeutlicht, dass die drei jungen Menschen viel Zeit und Energie in ihre politischen Aktivitäten investieren und dadurch Einschränkungen in anderen Lebensbereichen erfahren. Die Lernenden können darüber diskutieren, wie viel Verantwortung ein einzelner Mensch für gesellschaftliche Probleme übernehmen kann und wo persönliche Grenzen liegen. Hierbei können Fragen nach Selbstfürsorge, persönlicher Freiheit, sozialer Verpflichtung und dem Umgang mit Überforderung thematisiert werden. Aus religionspädagogischer Perspektive bietet sich eine Auseinandersetzung mit dem christlichen Verständnis des Menschen als eines zugleich verantwortlichen und begrenzten Wesens an. Die Lernenden können reflektieren, dass gesellschaftliches Engagement nicht zu einer uneingeschränkten Selbstaufgabe führen muss und dass auch Erholung, persönliche Beziehungen und individuelle Bedürfnisse einen berechtigten Stellenwert besitzen.

Zur methodischen Vertiefung eignen sich verschiedene kooperative, diskursive und handlungsorientierte Verfahren. In einer Gruppenarbeit können die Lernenden die drei Formen politischen Engagements vergleichen und deren jeweilige Chancen und Grenzen untersuchen. Eine strukturierte Diskussion kann sich mit der Frage beschäftigen, ob Jugendliche eine besondere Verantwortung für gesellschaftliche Veränderungen besitzen oder ob diese Aufgabe vorrangig politischen Institutionen zukommt. In einem Rollenspiel können die Lernenden die Perspektiven einer Klimaaktivistin, eines Jugenddelegierten, einer kommunalpolitisch verantwortlichen Person und eines politisch zurückhaltenden Jugendlichen übernehmen. Dabei sollen sie unterschiedliche Interessen vertreten, Argumente austauschen und nach gemeinsamen Lösungen suchen. Besonders geeignet ist auch die Gestaltung einer fiktiven Podiumsdiskussion, in der die Lernenden darüber beraten, wie junge Menschen mehr politische Mitbestimmung erhalten können.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Lernenden eigene Projekte gesellschaftlichen Engagements entwickeln zu lassen. Ausgangspunkt kann die Frage sein, welche Probleme sie in ihrem schulischen oder lokalen Umfeld wahrnehmen und welche Veränderungen sie selbst anstoßen möchten. In Kleingruppen können sie beispielsweise Konzepte für eine Aktion gegen Diskriminierung, ein Umweltprojekt, eine Solidaritätsinitiative oder eine Beteiligungsmöglichkeit für Jugendliche erarbeiten. Dabei sollen sie konkrete Ziele formulieren, mögliche Kooperationspartner benennen, erforderliche Ressourcen berücksichtigen und die Umsetzbarkeit ihrer Vorschläge kritisch prüfen. Durch die Entwicklung eigener Handlungsperspektiven wird der Übergang von der theoretischen Reflexion zur praktischen Verantwortungsübernahme ermöglicht.

Für die gymnasiale Oberstufe empfiehlt sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen ethischen Begründungsmodellen. Die Lernenden können das Engagement der drei Personen aus der Perspektive christlicher Verantwortungsethik, einer an den Folgen orientierten Ethik und einer an moralischen Pflichten orientierten Ethik untersuchen. Dabei können sie herausarbeiten, welche Bedeutung persönliche Überzeugungen, gesellschaftliche Folgen und grundlegende moralische Prinzipien für die Bewertung politischen Handelns besitzen. Eine besondere Herausforderung besteht darin, zwischen der Beschreibung gesellschaftlicher Probleme, der Analyse politischer Handlungsmöglichkeiten und der begründeten ethischen Bewertung zu unterscheiden. Auf diese Weise werden die für den gymnasialen Religionsunterricht zentralen Kompetenzen der Wahrnehmung, Deutung, Argumentation, Urteilsbildung und Handlungsorientierung gefördert.

Bei der Differenzierung können Aufgaben mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus eingesetzt werden. Lernende mit geringerem Vorwissen können zunächst die porträtierten Personen beschreiben, ihre Ziele wiedergeben und wichtige Begriffe erklären. Fortgeschrittene Lernende können die Beweggründe und gesellschaftlichen Zusammenhänge analysieren sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Formen des Engagements herausarbeiten. Leistungsstärkere Lernende können schließlich die ethische Bedeutung politischer Beteiligung beurteilen, unterschiedliche Positionen erörtern und eigene begründete Handlungsperspektiven entwickeln. Die Verwendung gymnasialer Operatoren wie beschreiben, erläutern, analysieren, vergleichen, beurteilen und erörtern ermöglicht eine transparente Zuordnung der Aufgaben zu den drei Anforderungsbereichen.

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit empfiehlt sich eine persönliche Reflexion über die Bedeutung gesellschaftlicher Verantwortung und die eigenen Möglichkeiten politischer Mitgestaltung. Die Lernenden können einen Reflexionstext verfassen, in dem sie darstellen, welche der drei porträtierten Personen sie besonders beeindruckt hat und welche Werte sie mit deren Engagement verbinden. Alternativ können sie eine begründete Stellungnahme zur Frage entwickeln, ob gesellschaftliches Engagement eine moralische Verpflichtung darstellt. Besonders sinnvoll ist es, die Ergebnisse mit den zu Beginn der Unterrichtseinheit formulierten Vorstellungen zu vergleichen und mögliche Veränderungen der eigenen Sichtweisen zu reflektieren. Insgesamt ermöglicht der Film eine Verbindung zwischen politischer Bildung, christlicher Ethik und persönlicher Werteentwicklung. Er fördert die Fähigkeit, gesellschaftliche Herausforderungen wahrzunehmen, unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten zu analysieren, ethische Positionen zu beurteilen und eigene Verantwortung für ein gerechtes, solidarisches und demokratisches Zusammenleben zu erkennen.


Fragestellungen zum Video mit gymnasialen Operatoren und Musterantworten

Die folgenden Aufgaben orientieren sich an den im gymnasialen Religionsunterricht gebräuchlichen Operatoren und sind den drei Anforderungsbereichen zugeordnet. Da die Operatorenkataloge je nach Bundesland und Fach leicht voneinander abweichen können, erfolgt die Zuordnung anhand der allgemein üblichen Anforderungen. Die Musterantworten dienen als Erwartungshorizont und können entsprechend der Jahrgangsstufe und dem Leistungsniveau der Lernenden erweitert werden.

Anforderungsbereich I: Reproduktion und Wiedergabe

Aufgabe 1: Beschreiben Sie die drei im Film vorgestellten Personen und ihre jeweiligen Formen des politischen Engagements.

Operator: Beschreiben

Musterantwort: Der Film stellt Nikolas, Ronja und Sarah vor, die sich auf unterschiedliche Weise politisch engagieren. Der 20 Jahre alte Nikolas ist Jugenddelegierter bei den Vereinten Nationen und setzt sich dafür ein, dass die Interessen junger Menschen auf internationaler Ebene berücksichtigt werden. Die 16 Jahre alte Ronja engagiert sich für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Sie möchte auf die Dringlichkeit ökologischer Probleme aufmerksam machen und gesellschaftliche Veränderungen erreichen. Die 19 Jahre alte Sarah engagiert sich in ihrer ländlichen Heimatregion gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Sie unterstützt die Entwicklung eines selbstverwalteten Jugenddorfes und möchte jungen Menschen sinnvolle Beteiligungsmöglichkeiten eröffnen.

Aufgabe 2: Stellen Sie dar, welche Aufgaben Nikolas als Jugenddelegierter bei den Vereinten Nationen übernimmt.

Operator: Darstellen

Musterantwort: Nikolas reist durch Deutschland und spricht mit jungen Menschen über ihre politischen Vorstellungen, Erwartungen und Forderungen. Dabei sammelt er unterschiedliche Perspektiven auf gesellschaftliche und politische Herausforderungen. Seine Aufgabe besteht darin, diese Anliegen auf internationaler Ebene sichtbar zu machen. Bei den Vereinten Nationen in New York trägt er die Forderungen junger Menschen in einer Rede vor. Sein Engagement zeigt, dass Jugendliche und junge Erwachsene auch außerhalb politischer Parteien Einfluss auf gesellschaftliche Diskussionen nehmen können.

Aufgabe 3: Geben Sie die zentralen Ziele von Ronjas politischem Engagement wieder.

Operator: Wiedergeben

Musterantwort: Ronja möchte sich für einen wirksamen Klimaschutz und für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Sie ist überzeugt, dass ökologische und soziale Probleme miteinander verbunden sind. Ihr Engagement wird von der Überzeugung getragen, dass angesichts der Klimakrise dringender Handlungsbedarf besteht. Sie möchte gesellschaftliche Aufmerksamkeit erzeugen und politische Veränderungen anstoßen.

Aufgabe 4: Beschreiben Sie die gesellschaftlichen Probleme, gegen die sich Sarah engagiert.

Operator: Beschreiben

Musterantwort: Sarah setzt sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und menschenfeindliche Einstellungen in ihrer ländlichen Heimatregion ein. Sie möchte verhindern, dass rechtsextreme Gruppen das gesellschaftliche Leben und insbesondere die Angebote für junge Menschen dominieren. Gleichzeitig sieht sie einen Mangel an geeigneten Freizeitangeboten und Möglichkeiten zur Mitgestaltung. Mit ihrem Engagement für ein selbstverwaltetes Jugenddorf möchte sie demokratische Beteiligung und ein respektvolles Zusammenleben fördern.

Aufgabe 5: Benennen Sie die persönlichen Herausforderungen, die mit dem politischen Engagement der drei jungen Menschen verbunden sind.

Operator: Benennen

Musterantwort: Zu den Herausforderungen gehören ein hoher zeitlicher Aufwand, die Vereinbarkeit von politischem Engagement mit Schule, Ausbildung und Freundschaften sowie persönliche Belastungen. Die drei jungen Menschen investieren viel Energie in ihre gesellschaftlichen Ziele. Dadurch bleibt ihnen teilweise wenig Zeit für andere Lebensbereiche. Gleichzeitig gewinnen sie neue Erfahrungen, entwickeln Selbstbewusstsein und knüpfen Kontakte.

Anforderungsbereich II: Reorganisation, Analyse und Transfer

Aufgabe 6: Vergleichen Sie die politischen Ziele und Handlungsmöglichkeiten von Nikolas, Ronja und Sarah.

Operator: Vergleichen

Musterantwort: Nikolas, Ronja und Sarah verbindet das Ziel, gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen und jungen Menschen mehr Gehör zu verschaffen. Ihre Schwerpunkte und Handlungsmöglichkeiten unterscheiden sich jedoch. Nikolas arbeitet auf internationaler Ebene und vertritt die Interessen junger Menschen gegenüber politischen Institutionen. Ronja engagiert sich im Bereich Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit und versucht, gesellschaftlichen und politischen Veränderungsdruck aufzubauen. Sarah konzentriert sich auf ihr unmittelbares Lebensumfeld und möchte durch konkrete Jugendangebote sowie ihren Einsatz gegen Rechtsextremismus das gesellschaftliche Zusammenleben verbessern. Gemeinsam ist ihnen die Überzeugung, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen und politische Entwicklungen beeinflussen können.

Aufgabe 7: Analysieren Sie die Beweggründe der drei jungen Menschen für ihr politisches Engagement.

Operator: Analysieren

Musterantwort: Das Engagement der drei Personen lässt sich durch unterschiedliche persönliche Erfahrungen, Wertvorstellungen und gesellschaftliche Problemlagen erklären. Nikolas möchte erreichen, dass die Perspektiven junger Menschen in politischen Entscheidungsprozessen stärker berücksichtigt werden. Ronja sieht im Klimawandel und in sozialer Ungerechtigkeit dringende Herausforderungen, die gesellschaftliches Handeln erforderlich machen. Sarah reagiert auf rechtsextreme Aktivitäten und fehlende Beteiligungsmöglichkeiten in ihrer Heimatregion. Allen drei Personen ist gemeinsam, dass sie gesellschaftliche Missstände nicht einfach hinnehmen möchten. Ihr Handeln wird von Verantwortungsbewusstsein, Gerechtigkeitsvorstellungen und dem Wunsch nach Selbstwirksamkeit geprägt.

Aufgabe 8: Erläutern Sie, inwiefern Ronjas Engagement für den Klimaschutz mit dem christlichen Verständnis der Schöpfungsverantwortung verbunden werden kann.

Operator: Erläutern

Musterantwort: Das christliche Verständnis der Schöpfungsverantwortung geht davon aus, dass die Welt und ihre Lebensgrundlagen nicht beliebig ausgebeutet werden dürfen. In Genesis 2,15 erhält der Mensch den Auftrag, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren. Daraus lässt sich die ethische Verpflichtung ableiten, verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen. Ronjas Engagement für Klimaschutz kann mit diesem Gedanken verbunden werden, weil sie sich für den Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen und die Zukunft kommender Generationen einsetzt. Ihre Verbindung von Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit entspricht zudem dem Gedanken, dass ökologische Probleme auch Auswirkungen auf die Lebensbedingungen anderer Menschen besitzen. Eine christliche Begründung ihres Engagements ist damit möglich, ohne dass Ronja selbst religiöse Motive vertreten muss.

Aufgabe 9: Arbeiten Sie heraus, welche Bedeutung die Menschenwürde für Sarahs Engagement gegen Rechtsextremismus besitzt.

Operator: Herausarbeiten

Musterantwort: Die Menschenwürde beruht auf der Vorstellung, dass jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Religion, Aussehen oder gesellschaftlicher Stellung einen unveräußerlichen Wert besitzt. Rechtsextreme und rassistische Einstellungen widersprechen diesem Grundsatz, weil sie Menschen aufgrund bestimmter Merkmale abwerten oder ausgrenzen. Sarahs Engagement richtet sich gegen solche Formen der Diskriminierung. Aus christlicher Perspektive lässt sich ihre Haltung mit der Gottebenbildlichkeit des Menschen in Genesis 1,27 und dem Gebot der Nächstenliebe begründen. Ihr Einsatz verdeutlicht, dass die Anerkennung der Menschenwürde nicht nur eine theoretische Überzeugung bleiben sollte, sondern konkretes Handeln erfordert.

Aufgabe 10: Erläutern Sie, welche Bedeutung demokratische Mitbestimmung für das Engagement von Nikolas besitzt.

Operator: Erläutern

Musterantwort: Demokratische Mitbestimmung bedeutet, dass Menschen die Möglichkeit erhalten, ihre Interessen und Vorstellungen in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Nikolas setzt sich dafür ein, dass auch junge Menschen auf internationaler Ebene gehört werden. Seine Tätigkeit als Jugenddelegierter ermöglicht es ihm, politische Anliegen von Jugendlichen zu sammeln und öffentlich zu vertreten. Damit trägt er zur Sichtbarkeit junger Perspektiven bei. Sein Engagement verdeutlicht, dass demokratische Beteiligung über die Teilnahme an Wahlen hinausgeht und auch durch Gespräche, Interessenvertretung und die Mitarbeit in gesellschaftlichen Organisationen erfolgen kann.

Aufgabe 11: Setzen Sie das Engagement von Sarah in Beziehung zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Lukas 10,25 bis 37.

Operator: In Beziehung setzen

Musterantwort: Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter verdeutlicht, dass Nächstenliebe nicht an gesellschaftliche, religiöse oder kulturelle Grenzen gebunden ist. Der Samariter hilft einem verletzten Menschen, obwohl zwischen ihren gesellschaftlichen Gruppen erhebliche Spannungen bestehen. Entscheidend ist die konkrete Hilfe für einen Menschen in Not. Sarahs Engagement gegen Rassismus und Ausgrenzung lässt sich mit diesem Gedanken verbinden. Sie setzt sich dafür ein, dass Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft oder Zugehörigkeit abgewertet werden und dass Jugendliche Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe erhalten. Beide Beispiele verdeutlichen die Bedeutung praktischer Solidarität und der Verantwortung gegenüber anderen Menschen.

Aufgabe 12: Analysieren Sie das Spannungsverhältnis zwischen politischem Engagement und persönlichen Lebensbedürfnissen, das im Film dargestellt wird.

Operator: Analysieren

Musterantwort: Der Film zeigt, dass politisches Engagement einerseits zur persönlichen Entwicklung beitragen kann, andererseits aber erhebliche zeitliche und emotionale Belastungen verursacht. Nikolas, Ronja und Sarah investieren viel Zeit in ihre Aktivitäten und müssen deshalb Einschränkungen in Schule, Ausbildung, Freizeit und Freundschaften hinnehmen. Gleichzeitig gewinnen sie neue Fähigkeiten, knüpfen soziale Kontakte und erleben, dass sie gesellschaftliche Veränderungen mitgestalten können. Das Spannungsverhältnis besteht darin, dass gesellschaftliche Verantwortung und persönliche Bedürfnisse miteinander vereinbart werden müssen. Aus ethischer Perspektive stellt sich die Frage, wie viel Einsatz von einem einzelnen Menschen erwartet werden kann und welche Bedeutung Selbstfürsorge besitzt.

Anforderungsbereich III: Reflexion, Bewertung und Problemlösung

Aufgabe 13: Beurteilen Sie, inwiefern das Engagement von Nikolas, Ronja und Sarah als Vorbild für andere junge Menschen dienen kann.

Operator: Beurteilen

Musterantwort: Das Engagement der drei jungen Menschen kann als Vorbild dienen, weil sie gesellschaftliche Probleme erkennen und aktiv versuchen, Veränderungen herbeizuführen. Sie zeigen, dass junge Menschen politische Verantwortung übernehmen können, auch wenn sie noch nicht über umfangreiche politische Macht verfügen. Besonders positiv sind ihre Eigeninitiative, ihre Ausdauer und ihr Einsatz für demokratische Werte, Gerechtigkeit und Menschenwürde zu bewerten. Gleichzeitig sollte berücksichtigt werden, dass nicht alle jungen Menschen über dieselben zeitlichen, persönlichen oder sozialen Möglichkeiten verfügen. Politisches Engagement darf deshalb nicht zu einem allgemeinen Leistungsanspruch werden. Insgesamt können die drei Personen als Vorbilder für verantwortliches Handeln gelten, ohne dass ihr persönlicher Einsatz zum verbindlichen Maßstab für alle werden muss.

Aufgabe 14: Erörtern Sie die Aussage: „Junge Menschen haben eine moralische Verpflichtung, sich politisch zu engagieren.“

Operator: Erörtern

Musterantwort: Für die Aussage spricht, dass politische Entscheidungen die Zukunft junger Menschen unmittelbar beeinflussen. Besonders bei Fragen des Klimaschutzes, der sozialen Gerechtigkeit und der demokratischen Entwicklung ist ihre Perspektive wichtig. Gesellschaftliches Engagement kann dazu beitragen, Missstände zu verändern und demokratische Strukturen zu stärken. Aus christlicher Perspektive lässt sich eine Verantwortung für Mitmenschen und Gesellschaft mit dem Gebot der Nächstenliebe begründen.

Gegen eine allgemeine Verpflichtung spricht jedoch, dass Menschen unterschiedliche Lebensbedingungen, Interessen und Belastungen besitzen. Nicht alle können sich in gleichem Umfang engagieren. Außerdem gehört zur persönlichen Freiheit auch die Entscheidung, auf welche Weise gesellschaftliche Verantwortung übernommen wird. Politisches Engagement kann sich in sehr unterschiedlichen Formen ausdrücken.

Insgesamt lässt sich eine moralische Verantwortung für das gesellschaftliche Zusammenleben begründen. Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Mensch zu einer bestimmten Form oder einem bestimmten Umfang politischen Aktivismus verpflichtet ist.

Aufgabe 15: Bewerten Sie Ronjas Einsatz für den Klimaschutz unter Berücksichtigung christlicher Verantwortungsethik.

Operator: Bewerten

Musterantwort: Aus der Perspektive christlicher Verantwortungsethik ist Ronjas Engagement grundsätzlich positiv zu bewerten, weil es auf den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen und auf soziale Gerechtigkeit ausgerichtet ist. Die Bewahrung der Schöpfung und die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen besitzen innerhalb christlicher Ethik eine besondere Bedeutung. Ihr Einsatz verdeutlicht, dass ethische Überzeugungen praktische Konsequenzen haben können. Bei der Bewertung konkreter politischer Maßnahmen müssen jedoch auch deren Wirksamkeit, Verhältnismäßigkeit und mögliche Auswirkungen auf andere Menschen berücksichtigt werden. Christliche Verantwortungsethik verlangt nicht nur gute Absichten, sondern auch eine sorgfältige Prüfung der Folgen des eigenen Handelns. Ronjas Anliegen ist deshalb ethisch gut begründbar, während einzelne Handlungsmethoden jeweils gesondert beurteilt werden müssen.

Aufgabe 16: Nehmen Sie begründet Stellung zu der Frage, ob gesellschaftliches Engagement auch ohne religiöse Überzeugungen ethisch wertvoll sein kann.

Operator: Stellung nehmen

Musterantwort: Gesellschaftliches Engagement kann auch ohne religiöse Überzeugungen ethisch wertvoll sein. Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität und Verantwortung können sowohl religiös als auch durch philosophische, humanistische oder demokratische Überzeugungen begründet werden. Entscheidend für die ethische Bewertung einer Handlung sind insbesondere ihre Ziele, ihre Mittel und ihre Auswirkungen auf andere Menschen. Aus christlicher Perspektive kann gesellschaftliches Engagement als Ausdruck der Nächstenliebe verstanden werden. Daraus folgt jedoch nicht, dass verantwortliches Handeln ausschließlich religiös motiviert sein muss. Das Engagement der drei jungen Menschen bietet deshalb eine geeignete Grundlage, um Gemeinsamkeiten zwischen religiöser und nicht religiöser Ethik zu untersuchen.

Aufgabe 17: Erörtern Sie, ob politische Protestbewegungen ein geeignetes Mittel zur Durchsetzung gesellschaftlicher Veränderungen darstellen.

Operator: Erörtern

Musterantwort: Politische Protestbewegungen können ein wichtiges Mittel demokratischer Beteiligung sein. Sie machen auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam, ermöglichen die öffentliche Artikulation von Interessen und können politischen Entscheidungsdruck erzeugen. Besonders für junge Menschen bieten Demonstrationen und Initiativen Möglichkeiten zur Mitgestaltung. Allerdings führen Proteste nicht automatisch zu politischen Veränderungen. Ihre Wirksamkeit hängt unter anderem von der gesellschaftlichen Unterstützung, den politischen Rahmenbedingungen und den gewählten Handlungsmethoden ab. Problematisch werden Protestformen insbesondere dann, wenn sie die Rechte anderer Menschen unverhältnismäßig beeinträchtigen oder Gewalt einsetzen. Insgesamt sind friedliche Protestbewegungen ein legitimer und wichtiger Bestandteil demokratischer Gesellschaften, müssen jedoch an rechtsstaatlichen und ethischen Maßstäben gemessen werden.

Aufgabe 18: Beurteilen Sie die Bedeutung von Zivilcourage für ein demokratisches Zusammenleben am Beispiel von Sarah.

Operator: Beurteilen

Musterantwort: Zivilcourage ist für eine demokratische Gesellschaft von großer Bedeutung, weil sie Menschen dazu befähigt, sich gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und menschenfeindliche Einstellungen zu stellen. Sarah zeigt durch ihren Einsatz gegen Rechtsextremismus und Rassismus, dass demokratische Werte nicht ausschließlich durch staatliche Institutionen geschützt werden, sondern auch durch das Handeln einzelner Menschen. Ihr Engagement stärkt gesellschaftliche Teilhabe und kann dazu beitragen, rechtsextremen Einflüssen entgegenzuwirken. Aus christlicher Perspektive lässt sich Zivilcourage mit der Verantwortung für den Nächsten und der Anerkennung der Menschenwürde begründen. Insgesamt ist Sarahs Einsatz positiv zu beurteilen, weil sie demokratische Grundwerte nicht nur vertritt, sondern auch praktisch zu ihrer Verwirklichung beiträgt.

Aufgabe 19: Entwickeln Sie auf Grundlage des Films ein Konzept für ein gesellschaftliches Projekt, das an Ihrer Schule umgesetzt werden könnte.

Operator: Entwickeln

Musterantwort: Ein mögliches Projekt trägt den Titel „Unsere Schule übernimmt Verantwortung“. Ziel ist es, demokratische Mitbestimmung, Klimaschutz und den respektvollen Umgang miteinander zu fördern. Die Lernenden gründen eine Projektgruppe, die zunächst gesellschaftliche Probleme im Schulalltag ermittelt. Anschließend werden konkrete Maßnahmen geplant, beispielsweise eine schulische Klimaschutzaktion, ein Projekttag gegen Rassismus oder ein Beteiligungsforum für Lernende. Die Gruppe formuliert Ziele, verteilt Aufgaben und nimmt Kontakt zur Schulleitung sowie zu möglichen Kooperationspartnern auf. Nach der Durchführung werden die Ergebnisse dokumentiert und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet. Das Projekt verbindet die im Film dargestellten Formen gesellschaftlichen Engagements mit konkreten Handlungsmöglichkeiten im schulischen Umfeld.

Aufgabe 20: Erörtern Sie, inwiefern christlicher Glaube zur politischen Verantwortung verpflichtet.

Operator: Erörtern

Musterantwort: Für eine politische Verantwortung aus christlichem Glauben spricht, dass zentrale biblische Aussagen zur Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Menschenwürde nicht ausschließlich das private Leben betreffen. Die Botschaft Jesu fordert dazu auf, sich besonders den benachteiligten und ausgegrenzten Menschen zuzuwenden. Daraus kann eine Verpflichtung erwachsen, gesellschaftliche Missstände wahrzunehmen und sich für gerechte Lebensbedingungen einzusetzen. Auch die prophetischen Texte des Alten Testaments enthalten deutliche Kritik an sozialer Ungerechtigkeit.

Gleichzeitig lässt sich aus dem christlichen Glauben nicht unmittelbar ein bestimmtes politisches Programm ableiten. Christinnen und Christen können unterschiedliche Auffassungen darüber vertreten, mit welchen politischen Maßnahmen Gerechtigkeit, Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt am besten verwirklicht werden.

Insgesamt begründet der christliche Glaube eine Verantwortung für Mitmenschen und Gesellschaft, ohne eine bestimmte politische Partei oder eine einzelne Form des Aktivismus verbindlich vorzuschreiben. Das Engagement von Nikolas, Ronja und Sarah kann daher als Anlass dienen, über die praktische Bedeutung christlicher Werte nachzudenken.

Aufgabe 21: Setzen Sie sich kritisch mit der Aussage auseinander: „Wer die Welt verändern möchte, muss bereit sein, persönliche Opfer zu bringen.“

Operator: Sich auseinandersetzen

Musterantwort: Die Aussage verdeutlicht, dass gesellschaftliche Veränderungen häufig Zeit, Ausdauer und persönliche Anstrengungen erfordern. Im Film wird dies daran sichtbar, dass Nikolas, Ronja und Sarah viel Zeit in ihre politischen Aktivitäten investieren und dadurch auf andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung verzichten. Ihre Bereitschaft zum Einsatz zeigt Verantwortungsbewusstsein und Überzeugungskraft.

Allerdings darf daraus nicht abgeleitet werden, dass gesellschaftliches Engagement grundsätzlich mit einer Vernachlässigung eigener Bedürfnisse verbunden sein muss. Eine solche Erwartung könnte zu Überforderung führen und Menschen ausschließen, die aufgrund ihrer Lebenssituation nur begrenzte Möglichkeiten besitzen. Aus ethischer Perspektive ist deshalb ein angemessenes Verhältnis zwischen Verantwortung für andere und Verantwortung für sich selbst notwendig. Gesellschaftliches Engagement ist besonders nachhaltig, wenn es langfristig mit persönlichen Lebensbedürfnissen vereinbar bleibt.

Aufgabe 22: Beurteilen Sie abschließend, welche Bedeutung der Film für die Entwicklung eines persönlichen Verantwortungsbewusstseins besitzt.

Operator: Beurteilen

Musterantwort: Der Film besitzt ein hohes Potenzial zur Förderung persönlichen Verantwortungsbewusstseins, weil er anhand konkreter Lebensgeschichten zeigt, wie junge Menschen gesellschaftliche Herausforderungen erkennen und aktiv handeln. Die unterschiedlichen Formen politischen Engagements verdeutlichen, dass Verantwortung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene übernommen werden kann. Die Lernenden erhalten dadurch Anregungen, ihre eigenen Werte, Handlungsmöglichkeiten und gesellschaftlichen Interessen zu reflektieren. Besonders wertvoll ist, dass der Film nicht nur Erfolge und positive Erfahrungen zeigt, sondern auch die persönlichen Belastungen des Engagements thematisiert. Aus religionspädagogischer Perspektive ermöglicht er eine vertiefte Auseinandersetzung mit Menschenwürde, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Schöpfungsverantwortung. Insgesamt eignet sich das Medium dazu, ethische Urteilsfähigkeit, gesellschaftliche Sensibilität und die Bereitschaft zur verantwortlichen Mitgestaltung zu fördern.

Die Aufgaben lassen sich je nach Jahrgangsstufe auswählen und kombinieren. Für die Jahrgangsstufen 8 bis 10 empfiehlt sich ein Schwerpunkt auf den Operatoren beschreiben, darstellen, erläutern, vergleichen und beurteilen. In der gymnasialen Oberstufe können insbesondere die Operatoren analysieren, erörtern, bewerten und sich auseinandersetzen zur vertieften ethischen Reflexion eingesetzt werden.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.3 Königtum und Prophetie. Macht und Kritik.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7.1 Protestieren und Aufbegehren: Prophetisches Handeln.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Konflikte heute – typisch menschlich Aktuelle Beispiele von Protest und Aufbegehren
  • Menschen engagieren sich – Moderne Propheten
  • Was kann ich tun? Eintreten gegen Missstände unserer Zeit

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.