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Eulenfisch

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Bilder gegen Gewalt und Krieg

Veröffentlichung:1.1.2023

Der Fachartikel „Bilder gegen Gewalt und Krieg“ von Thomas Menges ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst etwa Seite 56 bis 60 (ca. 5 Seiten). Der Artikel zeigt anhand von Werken des Künstlers Ferdinand Friess, wie Kunst Gewalt, Krieg und politische Konflikte kritisch darstellen kann. Thematisiert werden vor allem Fragen nach Menschenwürde, Erinnerung an historische Gewalt, Verantwortung der Gesellschaft und moralischem Handeln. Theologisch berührt der Beitrag Probleme wie die Würde des Menschen als von Gott gegebenes Gut, Verantwortung gegenüber Leidenden, Erinnerung an die Shoa sowie christliche Perspektiven auf Frieden und Mitmenschlichkeit.

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Der Artikel beschreibt, wie Kunst Gewalt und Krieg thematisiert und dabei eine moralische und gesellschaftliche Kritik formulieren kann. Der Autor stellt den Künstler Ferdinand Friess vor, dessen Werke politische Konflikte, menschliches Leid und Fragen der Menschenwürde behandeln. Friess arbeitet figurativ, aber nicht realistisch, und möchte mit seinen Bildern Irritation auslösen und Betrachter zum Nachdenken bringen.

Zunächst wird der Lebensweg des Künstlers dargestellt. Ferdinand Friess wurde 1940 in Bad Kreuznach geboren. Nach einer Ausbildung als Goldschmied arbeitete er lange im Familienbetrieb, bevor er sich im Jahr 2001 vollständig der Kunst widmete. Seine Werke entstehen unabhängig vom Kunstmarkt und beschäftigen sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen. Friess möchte nicht dekorative Motive malen, sondern Bilder schaffen, die Menschen berühren und zum Gespräch anregen.

Ein zentrales Werk ist das Bild Teddy 1942 Das Gleis in Auschwitz. Es zeigt ein kleines Mädchen und einen uniformierten nationalsozialistischen Soldaten, die durch einen Teddybären miteinander verbunden sind. Der Hintergrund deutet ein Konzentrationslager an. Die Szene bleibt bewusst mehrdeutig und lässt offen, ob das Mädchen dem Tod oder möglicherweise einer Rettung entgegengeht. Der Künstler verbindet das Bild mit einer Installation aus Spielzeugbären. Das Werk erinnert an die Shoa und fordert dazu auf, das Verbrechen nicht zu vergessen und sich für die universale Menschenwürde einzusetzen.

Ein weiteres Bild trägt den Titel Die Erschaffung des A Test the West. Es nimmt Bezug auf das berühmte Motiv der Erschaffung Adams aus der Sixtinischen Kapelle. In Friess’ Version begegnen sich ein amerikanischer Soldat und ein Mann mit Turban. Der Soldat reicht eine brennende Zigarette. Dadurch entsteht eine symbolische Szene, die auf den Versuch des Westens verweist, Afghanistan nach westlichen Vorstellungen politisch umzugestalten. Das Bild macht die ungleichen Machtverhältnisse sichtbar und stellt die Frage, ob kulturelle und politische Modelle einfach übertragen werden können. Im Rückblick erscheint das Werk wie eine kritische Vorwegnahme des Scheiterns des westlichen Nation Building Projekts.

Das Werk Schlaf Mohn verbindet Naturdarstellung mit politischer Kritik. Ein Feld mit Schlafmohn steht im Vordergrund, während im Hintergrund die Silhouette eines bewaffneten Soldaten erscheint. Der Schlafmohn symbolisiert sowohl Schmerzmittel als auch Droge. Das Bild verweist auf die Opiumproduktion in Afghanistan, den Zusammenhang von Drogenhandel und Krieg sowie die widersprüchlichen Beziehungen zwischen Militär, Wirtschaft und Gewalt. Der Künstler beschreibt diese Situation als Spirale von Verführung und Gewalt.

Das Bild thematisiert die Flucht von Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Es zeigt ein Kind mit Rettungsweste und eine junge Frau hinter Stacheldraht. Die Darstellung erinnert bewusst an traditionelle christliche Bilder von Maria mit dem Jesuskind. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen religiöser Bildtradition und aktuellem politischen Geschehen. Das Werk ruft dazu auf, Geflüchtete nicht zu entmenschlichen und ihre von Gott gegebene Würde zu achten. Gleichzeitig kritisiert es gesellschaftliche Gleichgültigkeit gegenüber Leid und Tod von Migranten.

Der Artikel zeigt insgesamt, dass Kunst ein Mittel sein kann, um Gewalt sichtbar zu machen und moralische Fragen aufzuwerfen. Die Werke von Ferdinand Friess erinnern an historische Verbrechen, thematisieren politische Konflikte der Gegenwart und appellieren an Verantwortung, Mitgefühl und Einsatz für Frieden und Menschenwürde.

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