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Eulenfisch

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Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten

Veröffentlichung:1.1.2023

Der Fachartikel ist im Heft ru heute unter dem Titel „Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten“ erschienen und umfasst etwa 2 Seiten. In einem Interview äußert sich der Journalist und Friedensaktivist Franz Alt zu Fragen von Krieg, Frieden und christlicher Verantwortung. Der Artikel diskutiert theologische Probleme wie die Bedeutung der Bergpredigt für politisches Handeln, das Verhältnis von Pazifismus und Selbstverteidigung sowie die Verantwortung von Christen für Frieden zwischen Menschen und für die Bewahrung der Schöpfung.

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Im Interview spricht Franz Alt über die Bedeutung des Friedens aus christlicher Perspektive und darüber, wie Christen auf aktuelle Krisen und Kriege reagieren können. Er betont, dass die größte Gefahr für die Menschheit weiterhin von Atomwaffen ausgehe. Solange es Atomwaffen gebe, bestehe immer die Möglichkeit eines technischen Fehlers oder eines menschlichen Versagens. Ein Atomkrieg könnte daher die Menschheit vollständig vernichten.

Alt beschreibt sich grundsätzlich als Pazifisten, der sich seit vielen Jahrzehnten für Frieden einsetzt. Gleichzeitig erklärt er, dass ihn der Angriff Russlands auf die Ukraine zu einer differenzierten Position gebracht habe. Wenn ein Land überfallen werde, könne es notwendig sein, diesem Land mit Verteidigungswaffen zu helfen. Für ihn bedeutet christliche Verantwortung nicht, passiv zu bleiben, wenn ein angegriffener Nachbar um Hilfe bittet. In diesem Zusammenhang bezeichnet er seine Haltung als Real Pazifismus im Unterschied zu einem radikalen Pazifismus.

Als Maßstab für christliches Handeln nennt Alt die Bergpredigt Jesu. Die Forderung der Feindesliebe bedeute nicht, sich alles gefallen zu lassen. Vielmehr gehe es darum, den Kreislauf von Gewalt und Rache zu durchbrechen und den ersten Schritt auf den Gegner zuzugehen. Frieden beginne damit, dass jemand den Mut habe, diesen Kreislauf zu beenden.

Auch aktuelle politische Konflikte werden angesprochen. Im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt betont Alt, dass Israel das Recht auf Selbstverteidigung habe. Gleichzeitig hält er eine dauerhafte Friedenslösung nur durch eine Zweistaatenlösung für möglich. Sowohl Israelis als auch Palästinenser sollten in eigenen Staaten leben können.

Kritisch äußert sich Alt über die Forderung, Deutschland müsse kriegstüchtig werden. Er stellt dem alten römischen Grundsatz Wer Frieden will bereite den Krieg vor eine andere Perspektive entgegen. Für ihn sollte die Gesellschaft nicht kriegstüchtig, sondern friedenstüchtig werden. Statt sich vor allem auf militärische Stärke zu konzentrieren, sollten Staaten stärker daran arbeiten, Bedingungen für Frieden zu schaffen.

Auch die Rolle der Kirchen wird thematisiert. Alt fordert, dass sich die Kirchen stärker an der Botschaft Jesu orientieren sollten. Besonders wichtig sei dabei die Bergpredigt, die zur Feindesliebe und zum Frieden aufruft. Kirchen sollten sich deshalb kritisch gegenüber politischen Machtinteressen verhalten und stärker für Frieden eintreten.

Ein weiterer Aspekt des Interviews betrifft den Krieg gegen die Natur. Alt beschreibt die ökologische Krise als eine Art dritten Weltkrieg. Durch Umweltzerstörung, Artensterben und Klimawandel gefährde die Menschheit ihre eigene Zukunft. Frieden bedeute daher nicht nur das Ende von Kriegen zwischen Menschen, sondern auch ein friedliches Verhältnis zur Natur.

Als Lösung verweist Alt auf erneuerbare Energien wie Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft und andere nachhaltige Energieformen. Diese könnten helfen, die Umwelt zu schützen und die Schöpfung zu bewahren. Für ihn gehört dieser Einsatz für die Umwelt ebenfalls zum christlichen Friedensauftrag.

Insgesamt betont Alt, dass die Botschaft Jesu Orientierung für verantwortliches Handeln in einer krisenhaften Welt geben kann. Christen sollten sich für Frieden, Gerechtigkeit und den Schutz der Schöpfung einsetzen und dabei Mut zu neuen Wegen zeigen.

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