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Erzbistum Köln

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Der Augenblick ist mein

Veröffentlichung:1.1.2010

Der Fachartikel ist im Heft "impulse" unter dem Titel „Der Augenblick ist mein… – Gedanken zur liturgischen Zeit“ enthalten und umfasst vier Seiten.

Er thematisiert die Erfahrung von Zeit aus theologischer Perspektive und zeigt, wie liturgische Zeit das Leben von Gläubigen strukturiert. Zentrale Probleme sind das Verständnis von Zeit als Geschenk Gottes, die Spannung zwischen Vergänglichkeit und Ewigkeit sowie die Frage, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Glauben zusammengehören.

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Der Artikel beginnt mit einem Beispiel aus dem Film Die große Stille, der das klösterliche Leben und einen entschleunigten Umgang mit Zeit zeigt. Diese Darstellung macht deutlich, dass eine intensive Erfahrung von Gegenwart und Zeitlosigkeit nicht nur in fernöstlichen Religionen, sondern auch im Christentum möglich ist. Die christliche Tradition kennt seit ihren Anfängen eine besondere Sicht auf Zeit, da Gott als Herr über die Zeit verstanden wird. Daraus ergibt sich eine Haltung des Vertrauens und der Gelassenheit gegenüber der Zukunft, wie sie etwa in der Bergpredigt Jesu zum Ausdruck kommt.

Ein solcher Umgang mit Zeit erfordert Übung. In der klösterlichen Tradition geschieht dies durch das regelmäßige Gebet. Dabei wird deutlich, dass der Weg selbst das Ziel ist, da in der bewussten Erfahrung des Augenblicks bereits ein Anteil an Ewigkeit erfahrbar wird. Diese Sichtweise findet sich auch in mystischen Traditionen und wird durch das Gedicht von Andreas Gryphius verdeutlicht, das den gegenwärtigen Augenblick als zentral hervorhebt.

Die Liturgie greift diese Erfahrung auf und strukturiert Zeit so, dass sie als geschenkte Lebenszeit verstanden werden kann. Dabei wird der Augenblick nicht isoliert betrachtet, sondern steht in Verbindung mit Vergangenheit und Zukunft. Vergangenes bleibt wirksam und eröffnet Hoffnung für die Zukunft. Dies zeigt sich auch in biblischen Texten, in denen das Heilshandeln Gottes als gegenwärtig erfahrbar beschrieben wird.

Die liturgische Ordnung des Kirchenjahres macht diese Zusammenhänge sichtbar. Feste und Zeiten wie Weihnachten, Ostern oder die Fastenzeit unterbrechen den Alltag und geben ihm eine tiefere Bedeutung. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass moderne Lebensweisen diese Übergänge oft verwischen, etwa durch die Vorverlagerung von Weihnachtsfeiern. Dennoch behalten bestimmte liturgische Zeichen wie der Aschermittwoch ihre Wirkung, da sie existenzielle Fragen wie die Vergänglichkeit des Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Die Fastenzeit wird als Zeit der Umkehr und Erneuerung verstanden. Sie ist eingebettet in den Osterfestkreis, dessen Zentrum das Pascha Mysterium bildet. In der Osternacht wird die Überwindung von Tod und Vergänglichkeit gefeiert. Diese Erfahrung prägt das gesamte Kirchenjahr und wird in jeder Eucharistiefeier aktualisiert. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen dabei zu einer erfahrbaren Einheit des Heils.

Liturgische Zeit wird als qualifizierte Zeit beschrieben, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überschneiden. Dies zeigt sich auch im täglichen Gebet der Kirche, das den Tagesablauf strukturiert und symbolisch mit dem Leben Jesu verbindet. Ebenso prägen die Woche mit dem Sonntag als Auferstehungstag und das Kirchenjahr mit seinen Festkreisen das religiöse Zeiterleben.

Insgesamt versteht der Artikel liturgische Zeit als Einladung, die eigene Lebenszeit im Horizont der Heilsgeschichte zu deuten. Sie soll Lernenden helfen, den Augenblick bewusst zu erleben und gleichzeitig in einen größeren Zusammenhang von Hoffnung und Ewigkeit einzuordnen.

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