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Erzbistum Köln

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Sakrament als Beziehungsereignis

Veröffentlichung:1.1.2023

Der Fachartikel von Reinhold Boschki mit dem Titel „Zugänge zur Sakramententheologie“ ist im Heft "impulse" erschienen und umfasst vier Seiten.

Er untersucht aus religionspädagogischer Perspektive, wie Sakramente für Menschen in der modernen Lebenswelt verständlich und erfahrbar werden können. Zentrale theologische Probleme sind die Entfremdung zwischen moderner Lebenswelt und sakramentalem Denken, die Frage nach Sinn und Zugänglichkeit religiöser Symbole sowie die Herausforderung, Gottesbeziehung in einer funktional geprägten Gesellschaft erfahrbar zu machen. Gleichzeitig wird gefragt, ob nicht gerade heute eine neue Offenheit für Sakramente besteht.

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Der Artikel setzt bei der Spannung zwischen moderner Lebenswelt und sakramentalem Verständnis an. Während die heutige Gesellschaft stark von Effizienz, Konsum und Medien geprägt ist, scheinen Sakramente zunächst fremd zu wirken. Dennoch zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass Menschen weiterhin nach Sinn suchen und Sakramente gerade an Wendepunkten des Lebens als bedeutungsvoll erfahren. Der Begriff Lebenswelt wird dabei nicht nur als äußere Alltagsrealität verstanden, sondern als Deutung der eigenen Erfahrungen. Deshalb ist es entscheidend, die subjektiven Sinnzuschreibungen der Menschen ernst zu nehmen.

An Beispielen wie Taufe, Firmung und Krankensalbung wird deutlich, dass viele Menschen diese Sakramente bewusst wählen, weil sie Gemeinschaft, Stärkung im Glauben und Sinn für ihr Leben erwarten. Sakramente werden als Zeichen der Nähe Gottes verstanden, die besonders in Übergangssituationen des Lebens Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig beschreibt der Artikel eine gesellschaftliche Sehnsucht nach Sinn und Transzendenz, die sich auch in neuen religiösen Suchbewegungen zeigt.

Theologisch werden Sakramente als mehrdimensionale Wirklichkeit entfaltet. Sie verbinden göttliche und menschliche Realität und sind als Symbole zu verstehen, die nicht nur auf etwas verweisen, sondern Wirklichkeit gegenwärtig machen. Der Mensch wird dabei als grundsätzlich beziehungsfähig beschrieben. Diese Beziehungsfähigkeit zeigt sich in verschiedenen Dimensionen: in der Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen, zur Welt, zur Zeit und zu Gott. In all diesen Dimensionen wird der Mensch als offen für sakramentale Erfahrung verstanden.

Für die Religionspädagogik bedeutet dies, dass Sakramente als Beziehungsgeschehen vermittelt werden müssen. Lernende sollen nicht nur kognitiv verstehen, sondern ganzheitlich erfahren, was Sakramente bedeuten. Rituale und Symbole spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie helfen, tiefere Wirklichkeitsebenen wahrzunehmen und auszudrücken. Die heutige Suche nach Ritualen kann als Chance verstanden werden, Zugänge zu Sakramenten zu eröffnen.

Didaktisch wird betont, dass Sakramentenkatechese alle Sinne ansprechen muss. Neben dem Verstehen sind auch körperliche, emotionale und ästhetische Erfahrungen wichtig. Ebenso braucht es eine verständliche Sprache, die traditionelle Begriffe in die Lebenswelt der Lernenden übersetzt, ohne ihren Gehalt zu verlieren. Symbolisches Lernen und kreative Zugänge fördern die persönliche Auseinandersetzung und ermöglichen eine tiefere Wahrnehmung religiöser Inhalte.

Schließlich wird mystagogisches Lernen hervorgehoben. Sakramente können nicht nur theoretisch gelernt werden, sondern müssen im Vollzug erfahren werden. Der christliche Glaube wird als Weg verstanden, auf dem Lernende schrittweise in die Bedeutung der Sakramente hineinwachsen. Insgesamt zeigt der Artikel, dass Sakramente auch heute anschlussfähig sind, wenn sie als Beziehungsgeschehen verstanden und lebensweltlich vermittelt werden.

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