Glaube heilt, Glaube weckt Tote auf! „Du musst einfach nur glauben!“ Das klingt so schön einfach. Es klingt aber auch irgendwie auch ein bisschen fundamentalistisch. Die Wunderheilungen im Markus-Evangelium von der blutflüssigen Frau und der Tochter des Jairus bezeugen allerdings etwas ganz anderes: Glaube ist das Gegenteil von Angst. Glaube ist Mut. Glaube ist Wagnis. Glaube ist alles andere als dummes Führ-Wahr-Halten, den Kopf ausschalten oder naiver Fatalismus. Glaube meint also nicht: artig und fromm sein – und am wenigsten blinden Gehorsam. Glaube bedeutet eher den Mut zu haben, sich und andere niemals aufzugeben. Aufzustehen für das, was einem wichtig ist. Dass Gott niemanden aufgibt, hat er in Jesu Leben, Tod und Auferweckung deutlich gemacht: für Gott ist niemand gestorben! Das ist eine ermutigende Hoffnung, die wahrlich alles übersteigt.
Im Zentrum stehen die Begegnung Jesus Christus mit der blutflüssigen Frau sowie die Heilung der Tochter des Jairus. Der Sprecher deutet beide Geschichten als Ausdruck von Hoffnung gegen Verzweiflung und als Beispiele für einen Glauben, der nicht als blindes Fürwahrhalten verstanden wird, sondern als mutige Haltung des Nicht Aufgebens. Besonders hervorgehoben wird die existenzielle Situation der Frau, die trotz jahrelangen Leidens und enttäuschter Erwartungen weiterhin offen bleibt für eine neue Möglichkeit. Parallel dazu wird Jairus als Vater gezeigt, der sich trotz scheinbar endgültiger Situation an die Hoffnung klammert. Der zentrale Satz fürchte dich nicht glaube nur wird dabei als Gegenentwurf zu Angst interpretiert und als Einladung zu einem aktiven vertrauenden Glauben gedeutet.