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Y-Kollektiv

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Social-Freezing: Fruchtbare Eizellen einfrieren

Veröffentlichung:8.7.2021

Das Medium setzt sich ausführlich mit dem Thema „Social Freezing“ auseinander und beleuchtet Chancen, Hoffnungen, Belastungen und ethische Fragestellungen rund um das Einfrieren von Eizellen. Ausgangspunkt ist die Frage, ob moderne Reproduktionsmedizin Frauen dabei helfen kann, den Kinderwunsch unabhängiger von biologischen Grenzen zu gestalten. Anhand persönlicher Erfahrungen einer jungen Journalistin sowie der Betroffenen Eva wird gezeigt, welche medizinischen Untersuchungen, hormonellen Behandlungen und finanziellen Belastungen mit Social Freezing verbunden sind. Gleichzeitig kommen Fachärzte und Medizinethiker zu Wort, die Chancen und Risiken des Verfahrens erläutern. Das Medium macht deutlich, dass Social Freezing einerseits als Möglichkeit selbstbestimmter Familienplanung verstanden werden kann, andererseits aber auch gesellschaftliche Erwartungen, wirtschaftliche Interessen und ethische Konflikte sichtbar werden. Themen wie biologische Uhr, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gesellschaftlicher Druck, Kinderwunsch und reproduktive Selbstbestimmung stehen dabei im Mittelpunkt.

Social Freezing: Kinder bekommen, ohne Druck, wenn man sich selbst dafür bereit fühlt und nicht die biologische Uhr es vorschreibt. Durch Social Freezing, also dem Einfrieren der eigenen Eizellen, soll die selbstbestimmte Familienplanung der Frau möglich gemacht werden – zumindest wird es auf Websites von Unternehmen suggeriert, die für diese Technologie werben.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II, da es existenzielle Fragen von Leben, Verantwortung, Selbstbestimmung und Menschenwürde mit aktuellen medizinethischen Fragestellungen verbindet. Die Thematik besitzt eine hohe Lebensweltrelevanz, weil Fragen nach Partnerschaft, Familienplanung und Zukunftsvorstellungen viele Lernende unmittelbar betreffen oder perspektivisch relevant werden können. Gleichzeitig eröffnet das Medium einen reflektierten Zugang zu bioethischen Debatten und gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen und Familien.

Ein sinnvoller Einstieg kann über Fragen nach Lebensplanung und Zukunftsvorstellungen erfolgen: „Wann ist der richtige Zeitpunkt für Familie?“ oder „Wie frei sind Menschen wirklich in ihrer Lebensplanung?“ Lernende können zunächst eigene Vorstellungen von Familie, Karriere, Partnerschaft und Selbstverwirklichung formulieren. Das Medium ermöglicht anschließend eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Spannungen zwischen biologischen Voraussetzungen, gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Lebensentwürfen.

Besonders ergiebig ist die Arbeit mit den persönlichen Erfahrungen von Eva. Lernende können nachvollziehen, wie komplex Entscheidungen rund um Kinderwunsch und Familienplanung sein können. Dabei wird deutlich, dass Social Freezing nicht nur medizinische Chancen bietet, sondern auch körperliche Belastungen, finanzielle Kosten und emotionale Unsicherheiten mit sich bringt. Die Darstellung der Hormonbehandlungen, der wiederholten Eingriffe und der hohen finanziellen Belastung ermöglicht eine realistische Perspektive auf das Verfahren.

Das Medium eignet sich zudem hervorragend für medizinethische Fragestellungen. Lernende können diskutieren, welche Chancen moderne Reproduktionsmedizin eröffnet und wo ethische Grenzen gesehen werden. Fragen nach Selbstbestimmung, Verantwortung, gesellschaftlichem Druck und wirtschaftlichen Interessen stehen dabei im Mittelpunkt. Besonders die Aussagen des Medizinethikers Giovanni Rubeis ermöglichen eine kritische Reflexion darüber, ob medizinische Lösungen gesellschaftliche Probleme wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ersetzen sollen.

Auch religiöse und anthropologische Perspektiven können einbezogen werden. Im Religionsunterricht lassen sich Fragen nach dem Verständnis von Leben, Familie und Verantwortung thematisieren. Lernende können diskutieren, welche Bedeutung Kinderwunsch und Elternschaft für menschliche Identität besitzen und wie christliche Ethik auf reproduktionsmedizinische Entwicklungen blickt. Ebenso können Fragen nach Menschenwürde, Körperlichkeit und dem Umgang mit technischen Möglichkeiten reflektiert werden.

Methodisch bietet das Video zahlreiche Möglichkeiten für einen diskussionsorientierten Unterricht. Denkbar sind Pro-und-Contra-Debatten, Podiumsdiskussionen oder Rollenarbeiten aus unterschiedlichen Perspektiven – etwa von Ärztinnen und Ärzten, Betroffenen, Ethikern oder politischen Entscheidungsträgern. Ebenso eignen sich Gruppenarbeiten zu medizinischen, ethischen und gesellschaftlichen Aspekten des Social Freezing. Kreative Methoden wie Zukunftsszenarien oder ethische Fallanalysen fördern zusätzlich die Urteilsbildung.

Das Video eignet sich darüber hinaus für fächerübergreifende Zusammenarbeit mit Biologie, Ethik oder Sozialwissenschaften. Themen wie Fruchtbarkeit, medizinischer Fortschritt, Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Wandel können gemeinsam vertieft werden. Besonders wertvoll ist dabei die Verbindung von naturwissenschaftlichen Informationen mit ethischer Reflexion und persönlicher Lebensweltorientierung.

Das Video unterstützt insbesondere die Entwicklung ethischer Urteilsfähigkeit, Perspektivwechsel und reflektierter Entscheidungsfähigkeit. Lernende setzen sich mit komplexen Fragen moderner Lebensgestaltung auseinander und erkennen, dass technische Möglichkeiten nicht automatisch einfache Lösungen für existenzielle Fragen bieten. Gleichzeitig fördert das Medium einen sensiblen und respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und persönlichen Entscheidungen.

Hessen

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