Jeder Lernender der Lerngruppe erhält eine Rolle anhand der Streifen im unteren Teil der PDF. Die Rollen reichen von Arbeitslose über Ausländer bis hin zur Regierung, Fernsehen, Schule und Globalisierung. Vier Seiten mit Rollennamen sind enthalten. Peter wird zwischen den Lernenden hin und her geschoben. Den schwarzen Peter weitergeben will muss begründen warum die nächste Person Schuld an der Arbeitslosigkeit ist. Gelingt ihm dies kann er den schwarzen Peter weitergeben.
Das Material eignet sich besonders gut für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, da zentrale Fragen sozialer Gerechtigkeit, Menschenwürde und gesellschaftlicher Verantwortung thematisiert werden. Methodisch steht das Rollenspiel im Mittelpunkt. Die Lernenden erhalten unterschiedliche Rollen und erleben durch das aktive Spiel emotionale und argumentative Dynamiken von Schuldzuweisungen. Dadurch werden Empathie, Perspektivwechsel und Urteilskompetenz gefördert. Besonders wertvoll ist die anschließende Reflexionsphase, in der die Lernenden ihre Erfahrungen auswerten und diskutieren, welche Rollen besonders häufig beschuldigt wurden und warum dies geschieht. Der Unterricht eröffnet dadurch einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Vorurteile und soziale Ausgrenzung. Lehrkräfte können das Material flexibel einsetzen, beispielsweise als Einstieg in die Themen Armut, Arbeitslosigkeit oder soziale Ungleichheit. Ebenso eignet sich das Medium für Diskussionen über christliche Verantwortung, Solidarität und Nächstenliebe. Die Methode aktiviert die Lernenden stark, da sie selbst argumentieren, reagieren und Position beziehen müssen. Gleichzeitig fördert das Material kommunikative Kompetenzen sowie die Fähigkeit, gesellschaftliche Probleme differenziert wahrzunehmen. Durch die offene Struktur kann das Spiel zudem leicht auf andere Themen wie Wohnungslosigkeit, Rassismus oder Ausgrenzung übertragen werden.
• Einstieg
Zu Beginn wird das Spiel vorgestellt und die Rollen werden zufällig an die Lernenden verteilt. Jede Person erhält eine gesellschaftliche Rolle wie Arbeitslose, Regierung, Arbeitsagentur oder große Firmen. Dadurch entsteht ein erster Zugang zum Thema Arbeitslosigkeit und gesellschaftliche Verantwortung.
Rollenspiel „Schwarzer Peter“
Die Lernenden stehen im Kreis und schieben sich symbolisch den „Schwarzen Peter“ zu. Dabei begründen sie jeweils, warum die andere Rolle Schuld an Arbeitslosigkeit trägt. Die beschuldigte Person versucht anschließend, die Schuld von sich zu weisen und weiterzugeben. Im Unterricht erleben die Lernenden dadurch Mechanismen von Vorurteilen, Schuldzuweisungen und gesellschaftlichen Konflikten unmittelbar mit. Gleichzeitig trainieren sie Argumentationsfähigkeit und Perspektivwechsel.
Reflexionsphase
Nach dem Spiel besprechen die Lernenden ihre Erfahrungen. Sie überlegen, wie es sich angefühlt hat, Schuld zu bekommen oder Schuld weiterzugeben. Gemeinsam wird ausgewertet, welche Rollen besonders häufig beschuldigt wurden und warum dies so war. Im Unterricht werden dadurch gesellschaftliche Vorurteile sichtbar gemacht und kritisch hinterfragt.
Abschlussdiskussion
Die Klasse formuliert gemeinsam einen Satz, der ihre Erfahrungen zusammenfasst. Anschließend werden Gründe gesammelt, warum bestimmte Gruppen leichter beschuldigt werden als andere. Dabei lernen die Lernenden gesellschaftliche Mechanismen von Ausgrenzung und Vereinfachung kritisch zu reflektieren.
Spielkarten und Rollenmaterial
Das Material enthält zahlreiche Rollenkarten mit gesellschaftlichen Akteuren und Einflussfaktoren. Dazu gehören beispielsweise Arbeitslose, Arbeitsagentur, Regierung, Sozialhilfe, große Firmen, Schule, Globalisierung, Eltern, Alkohol oder Billiglohnländer. Im Unterricht dienen diese Karten als Grundlage für Diskussionen über die komplexen Ursachen von Arbeitslosigkeit und Armut.
Methodische Hinweise für Lehrkräfte
Das Material enthält Hinweise zur Durchführung und zu möglichen Erweiterungen. Lehrkräfte werden darauf aufmerksam gemacht, sensibel mit realen Betroffenheiten in der Lerngruppe umzugehen. Außerdem wird vorgeschlagen, das Spiel auch auf andere Themen wie Wohnungslosigkeit, Rassismus oder Ausländerfeindlichkeit zu übertragen. Dadurch eignet sich das Material flexibel für unterschiedliche sozialethische Themen im Religionsunterricht.