Selbstoptimierung und Persönlichkeitsentwicklung sind Schlagworte unserer Zeit. Warum das Streben nach Perfektion dabei ein gefährliches Konzept ist, erklärt Pfarrer Christian Olding.
Perfektion ist ein unnatürliches und schädliches Konzept. Unnatürlich deshalb, weil es in dieser Welt nichts gibt, was unserer Definition von Perfektion standhält. Nämlich makellos und keiner Verbesserung bedürftig. Und weil das so ist, müssen wir einen guten Weg finden, mit unseren eigenen Unvollkommenheiten leben zu lernen.
Perfektion ist etwas, das lediglich in theoretischen Modellen und in unserer Vorstellung existiert. Wir Menschen sind zwar fabelhafte, aber keine perfekten Wesen. Indem wir Vorstellungen und Ansprüche entwickeln, die weit über unsere Möglichkeiten hinausgehen, laufen wir auf Dauer Gefahr, Selbsthass zu entwickeln. Weil wir eben ständig erleben müssen, dass wir hinter unseren eigenen Ansprüchen zurückbleiben. Irrtümlicherweise glaubt der Mensch, dass die einzige Alternative zu Perfektion das absolute Scheitern ist. Glücklicherweise spielt sich das Leben nicht nur zwischen diesen beiden extremen Polen ab, sondern zwischen Chaos und Vollendung, genau dazwischen liegt die wahre Schönheit des Lebens.
Das Medium setzt sich kritisch mit dem Wunsch nach Perfektion auseinander und beschreibt Perfektion als ein unerreichbares Ideal, das Menschen unter Druck setzen und unzufrieden machen kann. Dabei wird deutlich gemacht, dass kein Mensch vollkommen ist und dass gerade die Unvollkommenheit zum Leben dazugehört. Das Medium beschreibt, wie überhöhte Ansprüche und der ständige Vergleich mit anderen zu Selbstzweifeln und Selbstablehnung führen können. Gleichzeitig eröffnet es eine positive Sicht auf menschliche Schwächen, Fehler und Scheitern. Besonders der Gedanke des japanischen Verständnisses von Schönheit in der Unvollkommenheit sowie die christliche Vorstellung von persönlichem Wachstum und Entwicklung stehen im Mittelpunkt. Das Medium lädt dazu ein, die eigene Unvollkommenheit anzunehmen und das Leben nicht als Wettkampf um Perfektion, sondern als Weg des Wachsens und Lernens zu verstehen.