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Brot für die Welt

Brot für die Welt

Lucero und der Faire Handel

Veröffentlichung:1.1.2022

Das Material zum Wortgottesdienst "Lucero und der Faire Handel" bietet auf 24 Seiten alle für den Gottesdienst notwendigen Elemente. Lieder, Lesungstexte, gestalterische Elemente, Fürbitten und ein Schlusstext sind enthalten. Die Lebenswelt von Kindern in Peru wird über Bilder und Texte vorgestellt. Diese Bilder können mit dem Beamer projiziert werden. Ein Rollenspiel zwischen einem Mädchen aus Peru und einem Schmetterling zum Thema Bananen im globalen Süden und globalen Norden ist enthalten. Dabei geht es um Fairtrade und Verteilungsgerechtigkeit. Im Material sind ein Memory zu Fairtrade sowie weitere Anregungen enthalten.

Das Medium „Lucero und der Faire Handel“ von Brot für die Welt ist ein religionspädagogisches Material für Kindergottesdienst, Schule und Kita zum Thema Erntedank und Fairer Handel. Im Mittelpunkt steht die achtjährige Lucero aus Peru, die mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in einer Wüstenregion lebt. Die Lernenden erfahren, wie schwierig das Leben der Kleinbauernfamilie zunächst war, weil ihre Ernte nur schlecht verkauft werden konnte und die Kinder deshalb nicht zur Schule gehen konnten. Durch die Unterstützung der Partnerorganisation CEDEPAS Norte und den Fairen Handel mit Bananen verbessert sich die Lebenssituation der Familie deutlich. Lucero kann nun zur Schule gehen, die Familie erhält gerechte Preise für ihre Produkte und die Dorfgemeinschaft wird gestärkt. Das Medium verbindet Informationen über Peru, Fairen Handel und globale Gerechtigkeit mit Geschichten, Bildern, Spielen, Liedern, Bastelideen und kreativen Aktionen.

Das Medium „Lucero und der Faire Handel. Erntedank feiern mit Kindern weltweit“ bietet Bausteine für Kindergottesdienst, Kita und Schule und verbindet die Themen Erntedank, Gerechtigkeit und Fairer Handel mit der Lebenswelt eines Kindes in Peru. Im Mittelpunkt steht die achtjährige Lucero, die mit ihrer Familie im Dorf La Huaca im Norden Perus lebt. Obwohl der Fluss Chira die trockene Region zu einem wichtigen Anbaugebiet macht, konnten Kleinbauernfamilien wie Luceros Familie lange Zeit nur schwer von ihrer Arbeit leben. Die Partnerorganisation CEDEPAS Norte unterstützt Familien beim Anbau von Bananen und vermittelt Kontakte zu einer Vereinigung von Produzenten des Fairen Handels. Dadurch können die Bananen zu einem fairen Preis verkauft werden. Zugleich werden Bildung und Gemeinschaft gestärkt und das Schulgeld für Kinder der beteiligten Familien finanziert. Lucero erzählt anschaulich davon, wie sich das Leben ihrer Familie verändert hat. Früher musste sie mit auf das Feld und konnte nicht zur Schule gehen. Durch den Fairen Handel kann sie heute die Schule besuchen, lernen, mit anderen Kindern spielen und ihre Freizeit gestalten. Zahlreiche Fotografien im Anhang zeigen Lucero, ihre Familie, den Bananenanbau, die Arbeit der Produzenten, ihren Schulalltag, gemeinsame Mahlzeiten und ihre Freizeit. Besonders anschaulich wird die Wirkung des Fairen Handels auf den Seiten 13 bis 16 dargestellt: Die Bilder führen vom unterstützten Bananenanbau über die gemeinschaftliche Vermarktung bis zum Schulbesuch der Kinder. Das Medium verbindet diese globale Perspektive mit dem christlichen Gedanken der Dankbarkeit und der Verantwortung für andere Menschen. Erntedank erscheint dadurch nicht nur als Dank für Nahrung und Schöpfung, sondern auch als Anlass, über Gerechtigkeit, Teilen und die eigenen Handlungsmöglichkeiten nachzudenken.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Grundschule, kann aber ebenso in der Kita, im Kindergottesdienst und in Projekten zum Fairen Handel eingesetzt werden. Religionspädagogisch bietet es die Möglichkeit, Erntedank mit Fragen nach Gerechtigkeit, Verantwortung, Solidarität, Bildung und weltweiter Verbundenheit zu verknüpfen. Die Lernenden erfahren, dass Dankbarkeit im christlichen Verständnis nicht bei der Freude über das eigene Wohlergehen stehen bleiben muss. Sie kann dazu führen, die Lebensbedingungen anderer Menschen wahrzunehmen und Verantwortung für ein gerechteres Zusammenleben zu übernehmen. Genau diese Verbindung formuliert das Medium, wenn Erntedank als Dank für gute Lebensperspektiven und zugleich als Möglichkeit verstanden wird, an einer gerechteren Welt mitzuwirken.

Als Einstieg bietet sich eine Banane als konkreter Gegenstand an. Sie kann in die Mitte des Sitzkreises gelegt werden. Die Lernenden äußern zunächst, was ihnen dazu einfällt. Anschließend können Fragen gesammelt werden: Wo wachsen Bananen? Wer baut sie an? Wie kommen sie zu uns? Wer verdient daran? Was bedeutet ein fairer Preis? Auf diese Weise wird von einem vertrauten Lebensmittel ausgehend eine globale Produktionskette erschlossen. Zugleich wird deutlich, dass Kaufentscheidungen in Deutschland mit den Lebensbedingungen von Menschen in anderen Teilen der Welt verbunden sein können.

Danach kann Peru auf einem Globus oder einer Weltkarte gesucht werden. Auch das Medium empfiehlt ausdrücklich, Peru geografisch zu verorten und mit Deutschland zu vergleichen. Die Lernenden können Entfernung, Landschaft und Lage beschreiben. Dabei ist darauf zu achten, Peru nicht auf Armut oder Landwirtschaft zu reduzieren. Die unterschiedlichen Landschaften und Lebensbedingungen des Landes können zumindest kurz thematisiert werden. Luceros Geschichte ist eine konkrete Lebensgeschichte und steht nicht stellvertretend für das Leben aller Kinder in Peru.

Die Begegnung mit Lucero sollte möglichst über die Fotografien des Mediums erfolgen. Zunächst kann das Porträt auf Seite 10 betrachtet werden. Die Lernenden beschreiben ausschließlich, was tatsächlich zu erkennen ist, und formulieren anschließend Fragen, die sie Lucero gerne stellen würden. Danach werden weitere Fotografien schrittweise hinzugefügt. Das Familienfoto auf Seite 11, die Aufnahmen vom Bananenanbau auf den Seiten 13 und 14 sowie die Bilder aus der Schule auf den Seiten 15 und 16 ermöglichen eine bildgestützte Erschließung der Geschichte. Dadurch wird vermieden, dass die Lehrkraft die gesamte Geschichte lediglich vorträgt. Die Lernenden rekonstruieren Zusammenhänge selbst und entwickeln eigene Fragen.

Besonders geeignet ist ein Vergleich des Tagesablaufs von Lucero mit dem Alltag der Lernenden. Lucero berichtet über Schule, Essen, Hausaufgaben, Mithilfe in der Familie, gemeinsames Spielen und das Zusammensein mit ihrer Familie. Die Lernenden können zwei Tagesabläufe gegenüberstellen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede entdecken. Wichtig ist dabei eine wertschätzende Perspektive. Ziel ist nicht die Bewertung, welcher Alltag besser sei, sondern die Wahrnehmung unterschiedlicher Lebensbedingungen und zugleich gemeinsamer Bedürfnisse von Kindern.

Der Begriff Fairer Handel sollte anschließend elementarisiert erschlossen werden. Für jüngere Lernende bietet sich die Ausgangsfrage „Was ist eigentlich fair?“ an. Das im Medium enthaltene Bewegungsspiel mit den beiden Positionen „fair“ und „unfair“ ist hierfür besonders geeignet. Die Lernenden ordnen unterschiedliche Situationen einer der beiden Positionen zu und begründen ihre Entscheidung. Anschließend überlegen sie, wie eine als unfair bewertete Situation verändert werden könnte. Erst danach wird der Begriff auf den Handel übertragen. So verstehen die Lernenden Fairen Handel nicht zunächst als abstraktes Wirtschaftskonzept, sondern als konkrete Frage nach gerechter Behandlung.

Die Geschichte Luceros kann anschließend als Fallbeispiel dienen. Die Lernenden können eine einfache Wirkungskette entwickeln: Die Familie baut Bananen an / die Produzenten schließen sich zusammen / die Bananen werden zu einem fairen Preis verkauft / die Familie verfügt über ein verlässlicheres Einkommen / Schulbildung wird ermöglicht / Lucero erhält mehr Möglichkeiten für ihre persönliche Entwicklung. Dabei sollte deutlich werden, dass das Medium insbesondere Gemeinschaft, gerechte Bezahlung und Bildung als zentrale Faktoren herausstellt. Lucero beschreibt selbst, dass sich durch den Zusammenschluss der Familien der Zusammenhalt im Dorf verbessert hat und der Schulbesuch ermöglicht wurde.

Für den Religionsunterricht ist anschließend die Frage bedeutsam, was Fairer Handel mit dem christlichen Glauben zu tun hat. Die Lernenden können überlegen, was es bedeutet, dass Gott das Wohlergehen aller Menschen will und Menschen Verantwortung füreinander tragen. Begriffe wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Teilen, Gemeinschaft und Bewahrung der Schöpfung können gesammelt und auf Luceros Geschichte bezogen werden. Das Dankgebet des Mediums verbindet die Fürsorge Gottes ausdrücklich mit der Aufforderung, für Menschen da zu sein und mit ihnen zu teilen. Auch der Segen greift die Aufgabe auf, Gerechtigkeit in die Welt zu bringen und einander zu helfen.

Eine weitere Vertiefung kann über die Frage nach Bildungsgerechtigkeit erfolgen. Dass Lucero zunächst nicht zur Schule gehen konnte und ihr Schulbesuch später ermöglicht wurde, eröffnet einen Zugang zur Bedeutung von Bildung. Die Lernenden überlegen, warum Schule wichtig ist und welche Möglichkeiten Bildung für das weitere Leben eröffnet. Sie können Wünsche für Luceros Zukunft formulieren und anschließend eigene Zukunftswünsche notieren. Auf diese Weise wird globales Lernen mit der persönlichen Lebenswelt verbunden.

Die kreative Aufgabe des Mediums bietet einen geeigneten Übergang zum Erntedank. Lucero hat gemalt, was ihr wichtig ist und wofür sie dankbar ist. Die Lernenden betrachten ihr Bild auf Seite 22 und gestalten anschließend ein eigenes Dankbild. Die Bilder können zu einer gemeinsamen Ausstellung unter der Überschrift „Dafür sind wir dankbar“ zusammengestellt werden. In einer anschließenden Gesprächsrunde kann gefragt werden, ob Dankbarkeit auch Verantwortung hervorbringt. Daraus lässt sich der Übergang von Erntedank zu gerechtem Handeln entwickeln.

Für einen handlungsorientierten Unterricht bietet das Medium weitere Möglichkeiten. Das Fairtrade Memory ermöglicht die spielerische Begegnung mit verschiedenen Produkten wie Bananen, Honig, Saft, Tee, Kakao und Kaffee. Lernende können anschließend zu Hause oder in Geschäften nach entsprechenden Produkten suchen und ihre Beobachtungen in den Unterricht einbringen. Auch das gemeinsame Backen des vorgeschlagenen Bananenbrotes kann das Thema sinnlich vertiefen. Dabei kann bewusst darüber gesprochen werden, woher die verwendeten Zutaten stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden.

Didaktisch sollte vermieden werden, die Lernenden mit einer vereinfachten Botschaft zu konfrontieren, nach der einzelne Kaufentscheidungen sämtliche Probleme weltweiter Ungerechtigkeit lösen könnten. Das Medium eignet sich vielmehr dazu, altersangemessen Zusammenhänge sichtbar zu machen und Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. Lernende sollen erfahren, dass ihr Handeln Bedeutung haben kann, ohne ihnen die Verantwortung für komplexe globale Probleme aufzubürden. Fairer Handel kann als eine Möglichkeit verantwortlichen Konsums verstanden werden, die mit weiteren Fragen nach gerechter Bezahlung, Bildung, Gemeinschaft und nachhaltigem Wirtschaften verbunden ist.

Zum Abschluss kann eine gemeinsame Reflexion mit drei Fragen stehen: Wofür bin ich dankbar? Was empfinde ich als ungerecht? Was kann ich selbst zu mehr Gerechtigkeit beitragen? Die Antworten können auf Karten festgehalten und zu einem gemeinsamen Bodenbild gelegt werden. Damit werden Wahrnehmen, Urteilen und Handeln miteinander verbunden. Erntedank erhält so eine über den Dank hinausgehende ethische Dimension. Die Lernenden erkennen, dass christliche Dankbarkeit, Nächstenliebe und Gerechtigkeit miteinander verbunden werden können.


Das Material eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Grundschule sowie für Projekte zu Erntedank, Nachhaltigkeit und globalem Lernen. Methodisch bietet das Medium zahlreiche handlungsorientierte Zugänge. Die Geschichte von Lucero ermöglicht den Lernenden einen emotionalen Zugang zu Themen wie Armut, Bildung, Gemeinschaft und gerechter Handel. Durch die Erzählungen und Bilder erhalten die Lernenden konkrete Einblicke in den Alltag eines Kindes in Peru und können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu ihrem eigenen Leben entdecken. Besonders geeignet sind die Gesprächsanlässe über Dankbarkeit, gerechte Lebensbedingungen und Verantwortung für andere Menschen weltweit. Das Material fördert Perspektivwechsel und Empathie, indem die Lernenden über die Bedeutung von Schule, Familie und gerechter Bezahlung nachdenken. Die verschiedenen Spiele und Mitmachaktionen unterstützen soziales Lernen und fördern aktives Handeln. Besonders wirkungsvoll ist das Spiel „Fair oder unfair“, bei dem die Lernenden unterschiedliche Alltagssituationen bewerten und über Gerechtigkeit diskutieren. Ebenso regen das Fairtrade Memory und die Bastelangebote dazu an, sich spielerisch mit Produkten des Fairen Handels auseinanderzusetzen. Kreative Aufgaben wie das Malen eigener Dankbilder oder das gemeinsame Backen von Bananenbrot fördern eine persönliche und sinnliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Durch die Verbindung von religiösen Inhalten, globalem Lernen und alltagsnahen Erfahrungen eignet sich das Material sehr gut für fächerübergreifendes Arbeiten mit Sachunterricht, Kunst oder Musik. Gleichzeitig werden christliche Werte wie Solidarität, Teilen, Dankbarkeit und Verantwortung für andere Menschen konkret erfahrbar gemacht.


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