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Heinrich Böll Stiftung

Heinrich Böll Stiftung

Iss was Tiere Fleisch und ich

Veröffentlichung:1.9.2022

Die Anregung "iss was" mit 140 Seiten thematisiert den Fleischkonsum in Deutschland und weltweit. Dazu werden Schaubilder, Grafiken und Statistiken angeboten. Diese können sowohl als Einstieg oder auch als Gruppenarbeit genutzt werden. Dabei wird auf den Konsum, die Produktion und die Verschwendung von Produkten aus Huhn, Schwein und Rind eingegangen.

Das Medium „Tiere, Fleisch & Ich – Iss was?!“ der Heinrich-Böll-Stiftung setzt sich auf anschauliche und zugleich kritische Weise mit der Herkunft von Fleisch, den Bedingungen der Tierhaltung sowie den ökologischen, sozialen und ethischen Folgen des Fleischkonsums auseinander. In zahlreichen Infografiken, Statistiken und kurzen Sachtexten werden Fragen behandelt wie: Welche Tiere essen wir? Wie leben Nutztiere in der modernen Landwirtschaft? Welche Rolle spielen Religionen bei Ernährungsfragen? Welche Auswirkungen hat Fleischkonsum auf Klima, Umwelt und globale Gerechtigkeit? Das Material eröffnet vielfältige Perspektiven auf das Verhältnis von Mensch und Tier und regt dazu an, eigene Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von sachlicher Information, ethischer Reflexion und lebensweltlicher Relevanz für junge Menschen.

Products

Für den Religionsunterricht bietet das Medium zahlreiche Anknüpfungspunkte zu zentralen Themenbereichen wie Schöpfungsverantwortung, Tierethik, Nachhaltigkeit, Konsumkritik, globale Gerechtigkeit und religiöse Speisevorschriften. Die grafisch aufbereiteten Einzelthemen eignen sich hervorragend als Impulse für einen problemorientierten Unterricht. Lernende können zunächst einzelne Infografiken analysieren und deren Aussagen kritisch diskutieren. Besonders geeignet sind die Kapitel zu religiösen Speisegesetzen, zur Frage „Warum liebe ich Hunde, esse aber Kühe und Schweine?“ oder zu den Auswirkungen der Massentierhaltung. Diese eröffnen ethische Dilemmata und fördern Perspektivwechsel. Methodisch bieten sich Gruppenpuzzle, Think-Pair-Share-Phasen, Debatten, Pro-Contra-Diskussionen oder Rollenspiele an, in denen unterschiedliche Akteure wie Landwirte, Konsumierende, Tierschutzorganisationen oder religiöse Gemeinschaften vertreten werden. Ebenso können Lernende eigene Konsumtagebücher führen und ihre Ernährungsgewohnheiten reflektieren. Das Material eignet sich besonders für kompetenzorientiertes Lernen, da Sachwissen mit ethischer Urteilsbildung und Handlungsorientierung verbunden wird. Im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung können Lernende zudem konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickeln und diskutieren, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren, Lebensmitteln und Ressourcen aussehen kann. Durch die lebensweltnahe Gestaltung und die zahlreichen Diskussionsanlässe fördert das Medium eine reflektierte Auseinandersetzung mit Fragen nach Verantwortung, Mitgefühl, Konsum und Gerechtigkeit in einer globalisierten Welt.

Zeichenlexikon

Das Zeichenlexikon erklärt die im gesamten Buch verwendeten Piktogramme. Tiere, Menschen, Lebensmittel und weitere Symbole werden erläutert, sodass die Lernenden die zahlreichen Infografiken selbstständig erschließen können. Das Lexikon erleichtert die Orientierung im Material und unterstützt die Arbeit mit den visuellen Darstellungen.

1–10: Grundlagen des Fleischkonsums

Die ersten zehn Materialien vermitteln Basiswissen über Fleisch und Ernährung. Behandelt werden die Fragen „Was ist Fleisch?“, die Menge des Fleischkonsums bei Jugendlichen, die in Deutschland verzehrten Tierarten, die Entwicklung des Fleischkonsums im historischen Vergleich, traditionelle Verwertungsformen von Tieren, die Nährstoffe im Fleisch sowie die vielfältige Nutzung von Schweinen in Lebensmitteln, Medizin und Industrie. Zudem werden die jährlichen Schlachtzahlen verschiedener Tierarten dargestellt. Diese Materialien schaffen eine fachliche Grundlage für die weiteren Kapitel.

11–18: Fleischkonsum im gesellschaftlichen und globalen Kontext

Dieser Abschnitt untersucht die Verteilung von Tierhaltung und Fleischkonsum. Die Lernenden erfahren, wo Hühner gehalten werden, wie viele Menschen vegetarisch oder vegan leben, welche Bedeutung Bio-Siegel besitzen und welche Unterschiede im Fleischkonsum zwischen Männern und Frauen bestehen. Darüber hinaus werden weltweite Ernährungsgewohnheiten, religiöse Speisegesetze sowie Zusammenhänge zwischen Wohlstand und Fleischverbrauch thematisiert. Die Materialien fördern den Perspektivwechsel und die Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt.

19–25: Tierhaltung und Tierproduktion

Die Materialien 19 bis 25 widmen sich den Bedingungen moderner Tierhaltung. Die Entstehung der industriellen Hühnermast wird anhand eines historischen Beispiels erklärt. Weitere Themen sind die Zucht von Hühnern, das Problem der Bruderküken, die Lebensdauer von Masthühnern, die Verbindung von Milch- und Fleischproduktion, die Haltung von Sauen sowie der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin. Die Lernenden erhalten Einblicke in Produktionsprozesse und deren Auswirkungen auf Tiere und Menschen.

26–32: Schlachtung, Transport und Tierverluste

Dieser Themenblock behandelt die Verarbeitung von Tieren zu Lebensmitteln. Thematisiert werden Hygieneregeln im Umgang mit Fleisch, Tiertransporte, Schlachtverfahren bei Geflügel und Schweinen sowie die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen. Abschließend wird dargestellt, wie viele Tiere durch Produktionsverluste oder Lebensmittelverschwendung unnötig sterben. Die Materialien ermöglichen eine kritische Auseinandersetzung mit den oft verborgenen Seiten der Fleischproduktion.

33–35: Strukturwandel und Tierethik

Die Kapitel über den Strukturwandel in der Landwirtschaft zeigen die Entwicklung von bäuerlichen Betrieben hin zu großen Tierhaltungsanlagen. Daran anschließend werden die Auswirkungen der Haltungsbedingungen auf das Wohlbefinden der Tiere sowie grundlegende Fragen der Tierethik behandelt. Besonders die Leitfrage „Warum liebe ich Hunde, esse aber Kühe und Schweine?“ lädt zur ethischen Reflexion über gesellschaftliche Normen, Mitgefühl und Verantwortung ein.

36–63: Sprache, Tierverhalten, Landwirtschaft, Umwelt, Politik und Zukunft

Die weiteren Materialien vertiefen zahlreiche Einzelaspekte des Themas. Behandelt werden unter anderem Vorurteile gegenüber Tieren, tierische Kommunikation, kulturelle Vorstellungen über Tiere, Fleischkennzeichnung, Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung, Platzbedarf von Nutztieren, staatliche Subventionen, Futtermittelproduktion, Regenwaldzerstörung durch Sojaanbau, Wasserverbrauch, Klimaauswirkungen der Fleischproduktion, Welternährung, globale Handelsbeziehungen, politische Steuerungsmöglichkeiten sowie Zukunftsszenarien für Ernährung und Landwirtschaft. Den Abschluss bildet die Frage, welche Beziehungen unser Essen mit Menschen, Tieren und Umwelt weltweit verbindet. Dadurch wird deutlich, dass Fleischkonsum nicht nur eine private Entscheidung ist, sondern Teil komplexer globaler Zusammenhänge.

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