Für den Religionsunterricht eröffnet das Medium zahlreiche Anknüpfungspunkte zu zentralen Fragen christlicher Ethik und globaler Verantwortung. Die Unterrichtseinheit eignet sich besonders für die Themen Schöpfungsverantwortung, Gerechtigkeit, Frieden, Menschenwürde, Solidarität, Zukunftsverantwortung und globales Lernen. Methodisch überzeugt das Material durch seinen konsequent handlungsorientierten und partizipativen Ansatz. Lernende entwickeln zunächst eigene Zukunftsvisionen und vergleichen diese anschließend mit den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Dadurch wird ein persönlicher Zugang geschaffen, bevor politische und gesellschaftliche Zusammenhänge erschlossen werden. Die Arbeit mit den SDG Piktogrammen fördert entdeckendes Lernen und unterstützt die eigenständige Erschließung komplexer Inhalte. Diskussionsaufgaben zur Vision der Agenda 2030 ermöglichen ethische Urteilsbildung und laden dazu ein, eigene Wertvorstellungen mit globalen Zukunftsentwürfen in Beziehung zu setzen. Die Analyse planetarer Grenzen und sozialer Mindeststandards eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung sowie Fragen globaler Gerechtigkeit kritisch zu reflektieren. Besonders gewinnbringend für den Religionsunterricht sind die kooperativen Methoden wie Positionsaufstellungen, Zukunftswerkstätten, Akteurs Activity, Collagen, Zukunftsgeschichten und Gruppenarbeiten. Sie fördern Perspektivwechsel, Argumentationsfähigkeit, Urteilskompetenz und demokratische Beteiligung. Die Lernenden erkennen dabei, dass gesellschaftlicher Wandel nicht allein Aufgabe politischer Institutionen ist, sondern auch Kirchen, religiöse Gemeinschaften, Schulen, Unternehmen, Medien und jede einzelne Person Verantwortung tragen. Dadurch wird nachhaltige Entwicklung nicht nur als politisches Programm, sondern als ethische und spirituelle Herausforderung erfahrbar. Das Material eignet sich sowohl für einzelne Unterrichtsstunden als auch für Projektwochen, fächerverbindende Vorhaben und schulische Nachhaltigkeitsprojekte.
Der Einstieg gelingt über das Formulieren von zwei oder drei positiven Visionen für die Zukunft der Menschheit und der eigenen Person. Diese Visionen werden sich in den 17 Zielen für Nachhaltigkeit wiederfinden. Dazu wird im nächsten Schritt eine Videoanalyse unternommen. Die 17 Ziele werden gesammelt, an der Tafel festgehalten und mit Stichworten belegt. Daraus kann eine Mindmap entstehen. Das Video ist im drop down Menü eingebettete Medien auf dieser Seite von ru-digital enthalten. In einem weiteren Schritt werden die bereits ausgedruckten 17 Ziele im Klassenraum verteilt. Dann werden die eigenen Wünsche für die Zukunft diesen Zielen zugeordnet. Sie können z.B. Mit Tesafilm daran geklebt werden.
Es folgt ein Gallery Walk und die Diskussion der festgestellten Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Hoffnung für die Zukunft. Wenn ein klassenweite Fokus auf bestimmte Themen vorliegt, können Ursachen dafür identifiziert werden. Kannst du liegen an Material Impulsfragen bei. In einem weiteren Schritt wird der Text unter M3 in Gruppenarbeit bewertet. Die Ziele könnten auch in eine Hierarchie gegliedert werden. So sind Trinkwasser, Essen und Sicherheit z. B. Bildung klar vorgeordnet. Für einen weiteren Schritt wird ein Wimmelbild auf der Internetseite von Germanwatch ausgewertet. Darauf sind positive Zukunftsbilder zu jedem der 17 Ziele abgebildet. Die Ziele werden auf diesem Bild identifiziert und die Lösungsmöglichkeiten der darin enthaltenen Probleme werden thematisiert und bewertet.
In einem weiteren großen Themenblock wird der Begriff Nachhaltigkeit untersucht. Dazu wird ein Diagramm ausgewertet, in welchem Handlungsspielräume der Menschheit eingetragen sind. Die Problemfelder Intaktheit der Biosphäre, Gentechnik etc. Werden in ihrem Ausmaß quantifiziert. Dies kann über das Internet erfolgen. Es werden zu jedem der 10 Felder zwei Beispiele gefunden. Anhand einer weiteren Grafik wird eine Definition für Nachhaltigkeit entwickelt. Nachhaltigkeit liegt dann vor, wenn die Ressourcen des Planeten zur Versorgung aller zentralen Teilgebiete menschliche Zivilisation genutzt werden, ohne sie zu überbeanspruchen.
In einem dritten großen Block werden gesellschaftliche Akteure betrachtet. In einem ersten Schritt wird eine Positionierung Spiel mit im Material enthaltenen Karten durchgeführt. Dazu wird der Unterschied zwischen persönlicher und globaler Aktivität bei dem Erreichen der Ziele thematisiert. Beide tragen in gleichem Ausmaß dazu bei. Dieser Diskurs kann auch in einer Art Podiumsdiskussion ausgeführt werden. Ob die Bedeutung der lokalen Ebene oder der globalen Ebene größere Bedeutung hat oder den Planeten zu schützen oder oder erst soziale Ziele zu erreichen, wird dort diskutiert.
Es folgt ein Spiel mit im Material enthaltenen Karten. Dabei werden vorher ausgeschnittene Karten von einem Stapel gezogen. Diese zeigen Aktionssymbole zum Beschreiben, zeichnen oder Pantomimespiel eines Akteurs wie Banken, Vereine, Schulen oder Wissenschaft. Ein Lösungsmaterial für die Darstellung liegt im PDF bei.
Arbeitsblatt 1 (M1): 17 Piktogramme für die Ziele nachhaltiger Entwicklung
Die Lernenden lernen die 17 Sustainable Development Goals anhand der offiziellen Symbole kennen. Die Piktogramme dienen als erster Zugang zur Agenda 2030 und ermöglichen eine visuelle Orientierung über die verschiedenen Themenfelder nachhaltiger Entwicklung. Im Unterricht werden die Symbole beschrieben, geordnet und inhaltlich erschlossen.
Arbeitsblatt 2 (M2): Die Ziele für nachhaltige Entwicklung kurz gefasst
Dieses Material enthält kurze Erläuterungen aller 17 Nachhaltigkeitsziele. Die Lernenden lesen die Zielbeschreibungen, vergleichen sie mit eigenen Vorstellungen einer gerechten Zukunft und diskutieren die Bedeutung der einzelnen Ziele.
Arbeitsblatt 3 (M3): Agenda 2030 – Visionen für die Zukunft
Die Lernenden arbeiten mit einem Auszug aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie analysieren die globale Zukunftsvision, klären unbekannte Begriffe und bewerten die formulierten Ziele. Dabei setzen sie sich mit Fragen nach Frieden, Menschenwürde, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit auseinander.
Arbeitsblatt 4: Eigene Zukunftsvisionen und Einführung in die SDGs
Zu Beginn entwickeln die Lernenden eigene Vorstellungen einer besseren Welt und notieren diese auf Karten. Anschließend werden die SDGs eingeführt, entweder über ein Video oder durch eine Zuordnungsaufgabe mit den Piktogrammen. Danach vergleichen die Lernenden ihre Zukunftsvorstellungen mit den offiziellen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.
Arbeitsblatt 5: Reflexion der Agenda 2030 und Zukunftsbilder
Die Lernenden diskutieren die Vision der Agenda 2030 in Kleingruppen und setzen sich kritisch mit deren Stärken und möglichen Lücken auseinander. Anschließend analysieren sie ein digitales Wimmelbild mit Zukunftsszenarien nachhaltiger Entwicklung. Als Vertiefung erstellen sie eigene Collagen, Zukunftsgeschichten oder Zukunftsbriefe.
Materialien zu globalen Herausforderungen
Arbeitsblatt 6 (M4): Handlungsspielräume der Menschheit
Anhand des Modells der planetaren Grenzen untersuchen die Lernenden ökologische Belastungsgrenzen der Erde. Sie recherchieren Ursachen und Folgen von Umweltproblemen und erkennen die Grenzen menschlichen Wirtschaftens und Handelns.
Arbeitsblatt 7 (M5): Planetare Grenzen und soziale Standards
Das sogenannte Doughnut Modell verbindet ökologische Grenzen mit sozialen Mindeststandards. Die Lernenden analysieren die Grafik und entwickeln eine eigene Definition nachhaltiger Entwicklung. Dabei wird deutlich, dass Nachhaltigkeit ökologische und soziale Gerechtigkeit gleichermaßen umfasst.
Arbeitsblatt 8: Analyse planetarer Grenzen und Zuordnung der SDGs
Die Lernenden recherchieren überschrittene ökologische Grenzen, ordnen die Nachhaltigkeitsziele sozialen und ökologischen Dimensionen zu und diskutieren Zielkonflikte zwischen Umwelt und sozialer Entwicklung. Zusätzlich können Wissensspicker zu Wirtschaftswachstum oder Biokraftstoffen erstellt werden.
Materialien zu gesellschaftlichen Akteuren des Wandels
Arbeitsblatt 9 und 10 (M6): Wo stehe ich?
Diese Materialien dienen einer Positionierungsübung. Die Lernenden stellen sich zwischen gegensätzlichen Aussagen auf und begründen ihre Haltung. Diskutiert werden Fragen nach persönlicher Verantwortung, der Bedeutung verschiedener Handlungsebenen und der Priorität ökologischer oder sozialer Ziele. Die Methode fördert Urteilsbildung und Perspektivwechsel.
Arbeitsblatt 11 (M7a): Aktionskarten für die Akteurs Activity
Die Karten enthalten die Methoden Beschreiben, Zeichnen und Pantomime. Sie werden im Rahmen eines spielerischen Gruppenwettbewerbs eingesetzt, bei dem gesellschaftliche Akteure erraten werden müssen. Dadurch werden Wissen und Motivation miteinander verbunden.
Arbeitsblatt 12 (M7b): Akteurskarten
Die Karten enthalten verschiedene gesellschaftliche Akteure wie Staaten, Kirchen, Schulen, Unternehmen, Medien, Wissenschaft oder Bürgerinnen und Bürger. Im Spiel und in anschließenden Diskussionen wird deutlich, welche Verantwortung die jeweiligen Gruppen für nachhaltige Entwicklung tragen.
Arbeitsblatt 17: Anleitung zur Positionsaufstellung
Dieses Blatt erläutert die Durchführung der Aufstellungsübung und der Akteurs Activity. Die Lernenden reflektieren ihre eigene Rolle beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele und diskutieren unterschiedliche Positionen innerhalb der Lerngruppe.
Arbeitsblätter 18 bis 20: Rollen gesellschaftlicher Akteure
Die Materialien liefern Hintergrundinformationen zu den Aufgaben verschiedener Akteure wie Staaten, Kommunen, Wissenschaft, Kirchen, Unternehmen, Medien, Schulen und Einzelpersonen. Die Lernenden analysieren deren Verantwortung und entwickeln eigene Ideen zur Umsetzung der SDGs.
Materialien zu konkreten Handlungsmöglichkeiten
Arbeitsblatt 13: SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie
Die Lernenden entwickeln Handlungsmöglichkeiten auf internationaler, nationaler, lokaler und individueller Ebene. Als Beispiel dient die Africa Renewable Energy Initiative. Dadurch erkennen sie, wie nachhaltige Energieversorgung praktisch umgesetzt werden kann.
Arbeitsblatt 14: SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden
Anhand von Fahrradmietsystemen analysieren die Lernenden nachhaltige Mobilitätskonzepte und entwickeln eigene Ideen für lebenswerte Städte und Gemeinden.
Arbeitsblatt 15: SDG 12 Nachhaltiger Konsum und Produktion
Das Beispiel der Repair Cafés zeigt Möglichkeiten ressourcenschonenden Konsums. Die Lernenden reflektieren ihr eigenes Konsumverhalten und diskutieren Alternativen zur Wegwerfgesellschaft.
Arbeitsblatt 16: SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz
Die Lernenden beschäftigen sich mit der Klima Allianz Deutschland als Beispiel zivilgesellschaftlichen Engagements. Dabei erkennen sie die Bedeutung gemeinschaftlichen Handelns für den Klimaschutz.