RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
RelithekLaura PhilippAnke Kaloudis

Relithek,

Laura Philipp,

Anke Kaloudis

Zu Gast sein in den Weltreligionen

Veröffentlichung:1.1.2022

Die Unterrichtssequenz "Zu Gast sein in den Weltreligionen" mit neuen Seiten und vier Materialien thematisiert das Anderssein auf Basis von Abraham und der auf ihn bezogenen Herkunft aller drei großen monotheistischen Religionen. Die Angst vor dem Anderssein ist ein weiteres Kernthema. Eine ausführliche Einführung und Umsetzungsanleitung ist im Material enthalten.

Die Unterrichtseinheit „Zu Gast sein in den Weltreligionen“ thematisiert das Zusammenleben in einer religiös und kulturell vielfältigen Gesellschaft. Ausgehend von Alltagserfahrungen des Zu Gast Seins entwickeln die Lernenden ein Verständnis für interreligiöse Begegnungen und deren Chancen sowie Herausforderungen. Im Mittelpunkt stehen die drei abrahamischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, die über die Gestalt Abrahams und den Gedanken der Gastfreundschaft miteinander verbunden werden. Die Unterrichtseinheit führt von persönlichen Erfahrungen einer Austauschschülerin über die Auseinandersetzung mit Abraham als Vorbild der Gastfreundschaft bis hin zur Reflexion von Haltungen wie Respekt, Toleranz und Empathie. Abschließend gestalten die Lernenden einen interreligiösen Beitrag für die Schülerzeitung, in dem sie religiöse Feste aus Judentum oder Islam vorstellen und Wege eines wertschätzenden Miteinanders aufzeigen.

Products

Didaktisch bietet das Medium einen lebensweltorientierten Zugang zum interreligiösen Lernen. Die Unterrichtseinheit knüpft zunächst an Erfahrungen des Fremdseins und Zu Gast Seins an und ermöglicht dadurch einen emotionalen Zugang zu Fragen kultureller und religiöser Vielfalt. Über den Erfahrungsbericht einer Austauschschülerin reflektieren die Lernenden eigene Erwartungen, Vorurteile und Unsicherheiten in Begegnungen mit anderen Kulturen. Anschließend übertragen sie diese Erfahrungen auf interreligiöse Begegnungssituationen im schulischen Alltag, etwa bei religiösen Festen, Moscheebesuchen oder gemeinsamen Feiern. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Beschäftigung mit Abraham als gemeinsamer Bezugsgestalt von Judentum, Christentum und Islam. Dadurch werden Gemeinsamkeiten der Religionen sichtbar, ohne Unterschiede zu nivellieren. Die Unterrichtseinheit fördert Perspektivwechsel und Dialogfähigkeit, indem sie die Lernenden dazu anregt, fremde religiöse Traditionen aus deren eigener Sicht wahrzunehmen und zu respektieren. Methodisch arbeitet die Einheit mit Textarbeit, Kartenabfragen, Gruppenarbeit, Diskussionen, Mindmaps, Plakaten, digitalen Recherchen und Präsentationen. Besonders wertvoll ist die Auseinandersetzung mit dem Konzept des positionellen Pluralismus von Wilfried Härle. Die Lernenden lernen, die eigene religiöse Überzeugung ernst zu nehmen und gleichzeitig andere Überzeugungen zu achten. Der abschließende Schülerzeitungsbeitrag ermöglicht eine produktorientierte Sicherung und fördert eigenständiges Arbeiten, Medienkompetenz sowie kommunikative Fähigkeiten. Die Unterrichtseinheit eignet sich besonders für die Jahrgangsstufen 9 und 10 und verbindet religiöse Bildung mit Demokratiebildung, interkulturellem Lernen und gesellschaftlicher Verantwortung.

Der Einstieg gelingt über die Vorstellung als Aupair in ein fremdes Land zu reisen. Der Schüleraustausch wird über ein Material vertieft erarbeitet. Dabei werden positive Erfahrungen und Aspekte aus einer anderen Kultur in einer Tabelle an der Tafel gesammelt. Dann werden Adjektive und Verhaltensweisen eines Gastes in einem anderen Land gesammelt. Dies kann in Form einer Mindmap geschehen.

In einem zweiten Schritt wird die Bedeutung von Abraham als Vater der drei großen monotheistischen Weltreligionen analysiert. Informationen über Abraham werden in einer weiteren Mindmap zusammengetragen. In Bibelarbeit wird eine Passage der Genesis gelesen, die nicht in Material enthalten ist. In kleinen Gruppen wird die Bedeutung Abrahams für die Gastfreundschaft zwischen den drei Weltreligionen thematisiert. Sie sind schließlich Brüder.

Der nachfolgende Schritt untersucht die Position des positiven Pluralismus. Es werden Empathie, Respekt und Toleranz als zentrale interreligiöse Interaktionsformen festgehalten und mit Argumenten im Text verbunden.

Ein weiterer Text aus Asien zum Thema Angst vorm Anderssein vertieft diese Ansichten. In einem abschließenden Schritt wird ein Projekt für eine Schülerzeitung vorgestellt. Dies kann auch als Referatsprojekt vergeben werden. In dem Projekt wird ein Fest einer anderen Religion ausgewählt und im Detail auf einem Plakat oder als PowerPoint beschrieben. Das Fest kann auch als Schulaktion tatsächlich gefeiert werden.

M1: Gast sein – Erfahrungsbericht einer Austauschschülerin

Das erste Material enthält den Erfahrungsbericht der Austauschschülerin Annika, die ein Jahr in Ägypten verbringt. Sie schildert ihre Erwartungen, ihre Begegnungen mit einer fremden Kultur, ihre Erfahrungen mit Religion im Alltag sowie Herausforderungen und Unsicherheiten. Dabei werden Themen wie Vorurteile, kulturelle Unterschiede, Gastfreundschaft und persönliche Entwicklung angesprochen.

Im Unterricht dient das Material als lebensweltlicher Einstieg in das Thema. Die Lernenden analysieren positive Erfahrungen und Schwierigkeiten des Zu Gast Seins in einer fremden Kultur. Anschließend reflektieren sie eigene Erfahrungen mit Reisen, Austauschprogrammen oder Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen. In einem weiteren Schritt entwickeln sie Eigenschaften, die einen guten Gast auszeichnen, und formulieren Regeln für respektvolle Begegnungen. Dadurch wird eine Brücke zu interreligiösen Begegnungen geschlagen.

M2: Abraham als Gastgeber kennenlernen

Dieses Material führt in die Bedeutung Abrahams für Judentum, Christentum und Islam ein. Es erläutert Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Abraham Traditionen und verweist auf die biblische Erzählung von Abrahams Gastfreundschaft in Genesis 18. Abraham erscheint als verbindende Figur der drei Religionen und als Vorbild für Offenheit gegenüber Fremden.

Im Unterricht erstellen die Lernenden zunächst eine Mindmap zu Abraham und seinen Bedeutungen in den drei Religionen. Anschließend arbeiten sie die biblische Erzählung von der Gastfreundschaft Abrahams heraus und untersuchen, welche Werte und Haltungen darin sichtbar werden. In Gruppen diskutieren sie, welche Bedeutung Abraham für das friedliche Zusammenleben der Religionen heute haben kann. So werden gemeinsame religiöse Wurzeln sichtbar und Vorurteile abgebaut.

M3: Haltungen reflektieren

Das Material stellt den theologischen Ansatz des „Positionellen Pluralismus“ von Wilfried Härle vor. Dieser Ansatz verbindet die Überzeugung von der eigenen Wahrheit mit der Achtung gegenüber anderen religiösen Überzeugungen. Ergänzt wird der Text durch ein Gedicht über Begegnungen mit Menschen anderer Kulturen und Religionen.

Im Unterricht setzen sich die Lernenden mit unterschiedlichen Möglichkeiten des Umgangs mit religiöser Vielfalt auseinander. Sie diskutieren die Bedeutung von Respekt, Toleranz und Empathie und übertragen die Gedanken Härles auf konkrete Situationen aus ihrem Alltag. Dadurch entwickeln sie Kriterien für gelingende interreligiöse Begegnungen und reflektieren ihre eigene Haltung gegenüber Menschen anderer Religionen.

M4: Baustein für die Schülerzeitung

Das vierte Material bildet den produktorientierten Abschluss der Unterrichtseinheit. Die Lernenden erhalten einen Arbeitsplan zur Erstellung eines Beitrags für die Schülerzeitung. Sie recherchieren zu einem religiösen Fest, beispielsweise Chanukka, Pessach, Ramadan oder Opferfest, und bereiten ihre Ergebnisse für andere Lernende auf.

Im Unterricht arbeiten die Gruppen eigenständig. Sie recherchieren Informationen, analysieren Erklärfilme und Bildmaterialien, planen Präsentationen und gestalten Artikel für die Schülerzeitung. Dabei sollen nicht nur Informationen über das jeweilige Fest vermittelt werden, sondern auch Hinweise für einen respektvollen Umgang mit Menschen anderer Religionen. Die Ergebnisse können als Schülerzeitungsartikel, Plakat, Ausstellung oder Präsentation veröffentlicht werden.

Material:

M1 Bericht einer Austauschschülerin

M2 Abraham als Gastgeber kennenlernen

M3 Haltungen reflektieren

M4 Baustein für die Schülerzeitung

Methoden:

Mindmap

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7G.2 Dem Islam begegnen. Auseinandersetzung und Toleranz.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 6

6.2 Leben mit anderen Religionen: Was die abrahamitischen Religionen verbindet.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Zusammenleben der abrahamitischen Religionen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.