Für den Religionsunterricht eignet sich das Material besonders für den Themenbereich Mensch und Welt und für Unterrichtsvorhaben, in denen die eigene Person, das menschliche Miteinander, Freude und Leid, Empathie und der achtsame Umgang miteinander behandelt werden. Die Einheit sollte mit einer offenen Betrachtung des Bilderbuches beginnen. Die Lernenden erhalten zunächst Gelegenheit, die Fische, ihre Farben, Formen und Gesichtsausdrücke aufmerksam wahrzunehmen und eigene Assoziationen zu äußern. Eine vorschnelle Erklärung durch die Lehrkraft sollte vermieden werden, damit individuelle Wahrnehmungen und Deutungen Raum erhalten. Im beschriebenen Unterricht wurde das Bilderbuch zunächst Seite für Seite betrachtet. Bei einer zweiten Betrachtung begannen die Lernenden spontan, die dargestellten Stimmungen nachzuspielen. Anschließend ergänzten sie für sich den Satz „Heute bin ich …“ und gestalteten mit Zuckerkreide einen eigenen Fisch, der ihre gegenwärtige Stimmung ausdrückte. Diese Verbindung von Bildbetrachtung, Körperausdruck, Sprache und eigener Gestaltung ist religionsdidaktisch besonders ergiebig, weil auch Empfindungen Ausdruck finden können, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Im weiteren Verlauf können Farben als Ausdrucksmittel erschlossen werden. Die Lernenden überlegen beispielsweise, welche Farbe sie mit Freude, Angst, Wut, Trauer, Mut oder Langeweile verbinden. Wichtig ist dabei, keine allgemeingültigen Farbzuordnungen vorzugeben. Entscheidend ist die individuelle Begründung. Ein weiterer Schwerpunkt kann auf der Frage liegen, warum Menschen überhaupt Gefühle haben. Das Material regt ausdrücklich dazu an, auch unangenehme Gefühle nicht lediglich als etwas Negatives zu betrachten, sondern nach ihrer Bedeutung für das menschliche Leben zu fragen. Hier ergeben sich für den Religionsunterricht weiterführende Gesprächsmöglichkeiten zu menschlicher Verletzlichkeit, Trost, Vertrauen, Liebe, Gemeinschaft und Angenommensein. Auch biblische Geschichten können ergänzend herangezogen werden, indem die Lernenden fragen, welche Gefühle Menschen in einer Erzählung erleben und wie sich ihre Gefühle im Verlauf verändern. Besonders geeignet sind Geschichten, in denen Angst und Vertrauen, Trauer und Trost, Ausgrenzung und Annahme oder Verzweiflung und Hoffnung sichtbar werden. Methodisch sollte zwischen stillen individuellen Arbeitsphasen, Partnergesprächen, gemeinsamen Gesprächsrunden und kreativen Ausdrucksformen gewechselt werden. Die Aufgabe „Gefühle und Gesicht“ fördert gezielt die Fremdwahrnehmung, indem Lernende Gefühle auswählen und passende Gesichtsausdrücke zeichnen. Ergänzend können Gefühlskarten verwendet werden, die paarweise gezogen und pantomimisch dargestellt werden. Das Material weist darauf hin, dass leicht erkennbare Gefühle wie Angst oder Wut einfacher darzustellen sind als differenziertere Empfindungen wie Nervosität oder Neugier. Dadurch lässt sich ein differenzierter Gefühlswortschatz entwickeln. Besonders sensibel ist mit Aufgaben umzugehen, bei denen Lernende an eigene Erlebnisse mit starken Gefühlen erinnert werden. Persönliche Erfahrungen sollten freiwillig eingebracht werden können und niemals eingefordert werden. Das Material macht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass Erinnerungen durchlebte Gefühle erneut hervorrufen können und Lernende deshalb aufmerksam begleitet werden müssen. Alternativ sollte immer die Möglichkeit bestehen, eine erfundene Situation zu beschreiben oder über eine Bilderbuchfigur zu sprechen. Zum Abschluss eignet sich eine kreative Sicherung. Die Lernenden können ein Elfchen zu einem selbst gewählten Gefühl verfassen, Gefühlskarten gestalten oder eine gemeinsame Ausstellung mit ihren Gefühlsfischen erstellen. Auch ein Gespräch darüber, wie die Gefühle eines Menschen andere beeinflussen, bietet sich an. Dadurch wird der Blick von der Selbstwahrnehmung zur Verantwortung für andere erweitert. Das Material berichtet, dass die Auseinandersetzung mit den Gefühlen auch zu einem rücksichtsvolleren Umgang innerhalb der Lerngruppe beitrug. So kann die Einheit im Religionsunterricht dazu beitragen, Gefühle nicht nur wahrzunehmen und auszudrücken, sondern Empathie, Rücksichtnahme und einen wertschätzenden Umgang miteinander einzuüben.
Der Einstieg gelingt über eine Wortwolke zu Gefühlen, in der die Gefühle mit Farben assoziiert werden. Im nächsten Schritt werden die Gefühle in angenehme oder unangenehme Gefühle geteilt. Die Fragestellung „Warum ist es wichtig, Gefühle zu haben“ wird von den Lernenden beantwortet und diskutiert. In einem weiteren Schritt wird eine Vision von Menschen ohne Gefühlen durchgespielt. Unterschiede werden dazu notiert. Starke Gefühle werden thematisiert. In einem weiteren Schritt wird der Umgang mit eigenen Gefühlen eingeübt. Fragestellungen sind dazu Satzvervollständigungen zu „Heute bin ich“, „Wodurch verändern sich Gefühle“, „Wie erkenne ich das Gefühl bei einem anderen?“ Im nächsten Schritt wird thematisiert wie Gefühle in Gestik und Mimik ausgedrückt werden. Dazu werden drei Gesichtsausdrücke in ein Material gemalt und beschrieben. Abschließend wird ein Kurzgedicht zum Thema Gefühle verfasst..