RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Willy Aron Gesellschaft Bamberg e. V.

Willy Aron Gesellschaft Bamberg e. V.

Beispiele des Widerstandes katholischer Geistlicher in Bayern

Veröffentlichung:1.10.2008

Die Anregung "Beispiele des Widerstands katholischer Geistlicher in Bayern" mit 18 Seiten zeigt die Entwicklung des Kirchenkampfes in Bayern von 1933 bis zum Kriegsende auf. Dabei werden die Maßnahmen der Nationalsozialisten gegen Priester, Klöster, Mönche, Priesterseminare, Exerzitien, Prozessionen und Wallfahrten dargestellt. Jede Form von kirchlichem Leben wurde besonders nach dem Sieg gegen Frankreich massiv angegriffen. Beispiele von Geistlichen im Widerstand vom ignorieren von NS-Gesetzen bis hin zum aktiven predigen gegen NS Ideologie werden vorgestellt. Auch die Folgen des Widerstands, die oft zum Tod im KZ für sind verzeichnet.

Das Medium untersucht den Widerstand katholischer Geistlicher in Bayern gegen das nationalsozialistische Regime und beleuchtet die komplexe Beziehung zwischen katholischer Kirche und Nationalsozialismus. Nach einer historischen Einführung zur Situation der Kirche vor und während der NS Zeit werden unterschiedliche Formen kirchlichen Widerstandes vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen bayerische Bischöfe, Priester und Ordensleute, die sich gegen Eingriffe des Regimes in das religiöse Leben, gegen die Verfolgung von Menschen und gegen die nationalsozialistische Ideologie wandten. Anhand zahlreicher Beispiele wird deutlich, dass der Widerstand meist nicht organisiert, sondern individuell, situationsbezogen und von christlichen Überzeugungen getragen war. Das Medium zeigt sowohl die Handlungsmöglichkeiten als auch die Grenzen kirchlichen Widerstandes in einer Diktatur und verdeutlicht die Bedeutung von Gewissen, Glauben und persönlicher Verantwortung.

Products

Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders in den Themenbereichen Kirche im Nationalsozialismus, Gewissen und Verantwortung, christlicher Widerstand, Menschenwürde sowie Religion und Politik. Die Darstellung ermöglicht Lernenden, historische Ereignisse nicht nur auf institutioneller Ebene, sondern vor allem anhand konkreter Personen und ihrer Entscheidungen zu erschließen. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit zu einzelnen Widerstandsbeispielen an, bei der Lernende Motive, Handlungsformen, Risiken und Folgen analysieren. Ebenso können ausgewählte Quellen und Fallbeispiele genutzt werden, um die Frage zu diskutieren, wann christlicher Glaube Widerstand fordert und welche Verantwortung religiöse Menschen gegenüber staatlichem Unrecht besitzen. Besonders gewinnbringend ist ein Vergleich unterschiedlicher Formen des Widerstandes, etwa zwischen öffentlicher Kritik, seelsorglicher Unterstützung Verfolgter, zivilem Ungehorsam und organisiertem Widerstand. Darüber hinaus eröffnet das Medium die Möglichkeit, aktuelle Bezüge herzustellen und über Zivilcourage, Demokratie, Menschenrechte und die Bedeutung persönlicher Gewissensentscheidungen nachzudenken. Durch Perspektivwechsel, Quellenanalysen, Rollenspiele oder Debatten können Lernende historische Urteile entwickeln und gleichzeitig ihre eigene Haltung zu Fragen von Verantwortung und Mut reflektieren. Das Medium fördert somit historisches Lernen, ethische Urteilsbildung und religiöse Bildung gleichermaßen.

1. Einführung: Kirche und Nationalsozialismus

In diesem Abschnitt wird die grundsätzliche Spannung zwischen christlichem Menschenbild und nationalsozialistischer Ideologie erläutert. Dabei wird erklärt, warum die Kirche nicht als geschlossene Institution Widerstand leistete und welche historischen Voraussetzungen die Entscheidungen von Bischöfen und Päpsten beeinflussten.

Im Unterricht:

Lernende vergleichen christliches Menschenbild und nationalsozialistische Ideologie.

Sie erarbeiten Unterschiede zwischen Menschenwürde und totalitärem Denken.

Sie diskutieren die Frage: „Warum war Widerstand für viele Menschen schwierig?“

Möglich ist eine Gegenüberstellung von christlichen Grundwerten und NS Vorstellungen.


2. Die Situation der katholischen Kirche zwischen 1933 und 1945

Dieser Teil beschreibt die zunehmenden Einschränkungen kirchlichen Lebens durch das NS Regime, beispielsweise die Schließung kirchlicher Einrichtungen, Einschränkungen religiöser Veranstaltungen oder die Verfolgung von Geistlichen.

Im Unterricht:

Lernende analysieren staatliche Eingriffe in Religionsfreiheit.

Sie entwickeln eine Zeitleiste der Maßnahmen gegen die Kirche.

Sie beurteilen, welche Grundrechte verletzt wurden.

Diskussion: „Wie würden wir reagieren, wenn religiöse Freiheit eingeschränkt würde?“


3. Der Widerstand der katholischen Amtskirche

Der Text beschreibt die unterschiedlichen Positionen von Papst Pius XI., Papst Pius XII. sowie verschiedener deutscher Bischöfe. Dabei wird die Frage behandelt, ob öffentlicher Protest oder diplomatische Verhandlungen sinnvoller gewesen wären.

Im Unterricht:

Rollenspiel zwischen Vertretern unterschiedlicher Positionen.

Debatte über die Frage: „Wann muss die Kirche öffentlich widersprechen?“

Analyse von Verantwortung in Leitungspositionen.

Förderung historischer Urteilsbildung.


4. Die bayerischen Bischöfe im Kirchenkampf

Vorgestellt werden insbesondere Kardinal Michael Faulhaber, Jakobus von Hauck und Matthias Ehrenfried. Ihre Strategien im Umgang mit dem NS Regime werden erläutert.

Im Unterricht:

Biografiearbeit.

Vergleich verschiedener Führungsstile.

Erarbeitung eines Steckbriefes zu den Bischöfen.

Diskussion über Mut und Verantwortung in Leitungsämtern.


5. Einzelne Beispiele des Widerstandes katholischer Geistlicher

Den größten Teil des Mediums bilden zahlreiche Fallbeispiele von Priestern und Ordensleuten, die sich gegen staatliche Vorschriften stellten. Dazu gehören:

Widerstand gegen das Reichsflaggengesetz

Widerstand gegen die Einschränkung kirchlicher Feiertage

Durchführung religiöser Veranstaltungen trotz Verboten

Betreuung von Kriegsgefangenen

Unterstützung von Zwangsarbeitern

Predigten gegen staatliches Unrecht

Kritik an Euthanasie und Verfolgungspolitik

Schutz von Glaubenspraxis und Gemeindeleben

Im Unterricht:

Gruppenarbeit zu einzelnen Fallbeispielen.

Analyse von Motiven und Konsequenzen.

Einordnung der Handlungen auf einer Skala von Anpassung bis Widerstand.

Diskussion: „Wann wird aus Gehorsam Mitschuld?“

Erstellung einer Ausstellung oder eines Lernplakates.


6. Die Rolle der Gemeinden

Das Medium zeigt mehrfach, dass Widerstand oft nur möglich war, weil Gemeinden ihre Geistlichen unterstützten. Ebenso wird deutlich, dass Widerstand scheitern konnte, wenn die Bevölkerung sich vom Regime beeinflussen ließ.

Im Unterricht:

Untersuchung der Bedeutung von Gemeinschaft.

Diskussion über Gruppendruck und Zivilcourage.

Übertragung auf heutige Situationen in Schule und Gesellschaft.


7. Abschluss: Demokratie und Verantwortung heute

Am Ende zieht der Autor Konsequenzen für die Gegenwart und betont die Verantwortung jedes Einzelnen für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftliches Engagement.

Im Unterricht:

Brückenschlag zur Gegenwart.

Diskussion über aktuelle Formen von Zivilcourage.

Entwicklung eigener Handlungsmöglichkeiten.

Reflexion über Verantwortung als Christin oder Christ in einer demokratischen Gesellschaft.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Das Reichskonkordat (20. Juli 1933) – „Maulkorb“ oder Rechtssicherheit für die katholische Kirche?
  • Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ - Papst Pius XI

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.