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Kathmedia | Fundamentaltheologie Plus

Kathmedia | Fundamentaltheologie Plus

Ep 0.4 - Zielsetzung und Grenzen der Fundamentaltheologie

Veröffentlichung:29.3.2022

Eine Reihe von und mit Kpl Johannes M Schwarz

In der letzten Folge haben wir uns gegen die Verkürzungen der Rationalisten und Fideisten gewandt. Wir haben die katholische Position skizziert, wonach im Glaubensakt drei Dinge - Vernunft, Wille und Gnade - zusammenspielen. Ohne Vernunft ist der Glaube blind. Ohne Wille ist der Glaube lahm und wirklungslos. Und ohne Gnade fehlt gerade dem gefallenen Menschen in einer gefallenen Welt das Licht und die Kraft um mit Beständigkeit auszuharren und in die Tiefen vorzudringen.

Nun sind Gnaden keine Anschaffungen für ein theologisches Studium, die man einfach wie einen Notizblock und Bleistift im nächsten Supermarkt requiriert. Gnade ist ein Geschenk aus Gottes freier Huld, das erbeten werden muss. Und damit stehen wir vor einer ersten Grenze der Fundamentaltheologie. Es mag katholische Überzeugung sein, dass jedem Menschen ausreichend Gnade geschenkt ist, um einen Glaubensakt zu setzten, aber kein Studium, auch nicht der Fundamentaltheologie, kann Gnade erzeugen. Es kann auf Gnade vorbereiten. Aber es kann Gnade nicht erschaffen. Und damit bleiben uns als Betätigungsfelder maximal die anderen beiden Faktoren des Glaubensaktes. Die Fundamentaltheologie kann versuchen, der Vernunft die Begründung; und dem Willen die Motivation zum Glaubensakt zu liefern.

Das Video thematisiert die Zielsetzung und die Grenzen der Fundamentaltheologie innerhalb einer einführenden Vorlesungsreihe. Ausgehend von der katholischen Auffassung des Glaubens wird erläutert, dass Glaube aus dem Zusammenspiel von Vernunft, Wille und Gnade entsteht. Der Referent zeigt auf, dass die Fundamentaltheologie weder Glauben noch Gnade erzeugen kann, sondern lediglich die Vernunft durch Argumente erhellen und den Willen durch Einsichten, Schönheit und Sinnangebote zum Glauben hin bewegen kann. Dabei werden klassische apologetische Ansätze ebenso vorgestellt wie neuere Bemühungen, die existenziellen Bedürfnisse und Sehnsüchte des Menschen stärker in den Blick zu nehmen. Zugleich verdeutlicht das Video die Grenzen wissenschaftlicher Glaubensbegründung: Letztlich kann die Fundamentaltheologie den Glaubensentscheid vorbereiten, ihn aber nicht erzwingen. Abschließend ordnet der Referent die bisherigen Folgen der Reihe ein und leitet zur weiteren Untersuchung der religiösen Grundfragen über.

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Für den Religionsunterricht bietet das Video vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Glaube, Vernunft und persönlicher Entscheidung. Es eignet sich besonders für die gymnasiale Oberstufe im Rahmen der Themenbereiche Religion und Wissenschaft, Glaubensbegründung, Religionsphilosophie sowie Theologie als Wissenschaft. Lernende können zunächst die drei Faktoren des Glaubens herausarbeiten und deren Zusammenspiel in Gruppenarbeit visualisieren. Anschließend bietet sich eine Diskussion darüber an, ob religiöse Überzeugungen allein durch Argumente entstehen oder ob persönliche Erfahrungen und emotionale Faktoren eine ebenso wichtige Rolle spielen. Besonders gewinnbringend ist die Gegenüberstellung von rationalen Glaubensargumenten und biografischen Glaubenszeugnissen. Methodisch kann das Video durch arbeitsteilige Analyseaufträge erschlossen werden, bei denen einzelne Gruppen die Rolle von Vernunft, Wille und Gnade untersuchen und ihre Ergebnisse präsentieren. Ebenso eignet sich das Medium für eine Debatte zur Frage, ob Glauben überhaupt begründet werden muss oder ob er sich wissenschaftlicher Begründung grundsätzlich entzieht. Darüber hinaus können die Lernenden die Grenzen theologischer Argumentation reflektieren und die Bedeutung von Gemeinschaft, Erfahrung und gelebter Religion für die Glaubensbildung diskutieren. Besonders anspruchsvoll ist die Frage, ob Wahrheit allein erkannt oder auch existenziell erfahren werden muss. Dadurch eröffnet das Video einen Zugang zu grundlegenden theologischen, philosophischen und anthropologischen Fragestellungen und fördert die Urteilsfähigkeit der Lernenden im Spannungsfeld von Vernunft, Freiheit und Glauben.

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