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Bistum PassauBischof Stefan Oster

Bistum Passau,

Bischof Stefan Oster

Wiederkunft und Richter – Credo 08.

Veröffentlichung:22.11.2023

Das Video behandelt den Abschnitt des Apostolischen Glaubensbekenntnisses „Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“. Im Mittelpunkt stehen die christlichen Vorstellungen von der Wiederkunft Jesu, vom Gericht Gottes und von der Vollendung der Welt. Der Referent erläutert zunächst die sogenannte Naherwartung der frühen Christinnen und Christen, die davon ausgingen, dass die Wiederkunft Christi unmittelbar bevorstehe. Anschließend werden verschiedene biblische Aussagen zur Wiederkunft, zur Erneuerung von Himmel und Erde sowie zum Gericht Gottes vorgestellt. Dabei wird das Gericht nicht ausschließlich als Verurteilung verstanden, sondern auch als Aufrichtung, Heilung, Wahrheitsfindung und Offenbarung des eigenen Lebens vor Gott. Das Video verbindet diese theologischen Überlegungen mit der Frage, wie Menschen ihr Leben gestalten und welche Bedeutung die Beziehung zu Christus für Gegenwart und Zukunft besitzt. Die Wiederkunft Jesu erscheint dabei als Hoffnung auf Vollendung, Gerechtigkeit und die endgültige Erneuerung der Schöpfung.

„Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“ – so lautet das Glaubensbekenntnis. Jesus wird wiederkommen. In der Zeit nach seiner Auferstehung waren die Jünger und Paulus in der Erwartung, der Herr werde so, wie er in den Himmel aufgefahren ist, bald auch wiederkommen und die Welt zu ihrem Ende führen. Doch die Wiederkunft Christi blieb aus, die Naherwartung früher Christen wurde enttäuscht. Warum hält die Kirche trotzdem bis heute daran fest, dass Jesus Christus wiederkommen wird?

Jesus gab den Jüngern den Auftrag, in die ganze Welt zu gehen und alle Menschen zu seinen Jüngern zu machen. Wenn also die ganze Welt an Christus glaubt, kommt er dann wieder? Oder wann genau können wir mit ihm rechnen?

Es ist schwer, sich vorzustellen, was passieren wird, wenn er wiederkommt. Die Offenbarung des Johannes schildert verschiedene Ereignisse, die der Wiederkunft vorausgehen – wie eine Art Kampf verschiedener Mächte, die Gott widerstreben. Dann ist da noch die Rede vom allgemeinen Gericht am Ende, dem Jüngsten Gericht. Die Kirche kennt zudem das persönliche Gericht nach dem Tod des Menschen. Was wird im Gericht passieren, wie kann ich mir das vorstellen? Und wie wird wohl die Entscheidung getroffen werden, wohin ich danach gehe?

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich die Frage zu stellen, wie wir in dieser Welt leben. So, als könnte Christus jeden Moment wiederkommen? Könnte ich ihm gegenüberstehen, der mir mein Leben gegeben und mich immer geliebt hat?

In der deutschen Sprache verwenden wir das Wort „richten“ auch im Sinn von „Ganzmachen“, „Aufrichten“, „Heilmachen“ und „Überführen“, was die Wahrhaftigkeit und die Wahrheit des Lebens angeht. Auch in diesem Sinne glauben wir, dass Jesus am Ende der Zeit wiederkommt, alle seinem Gericht nochmal in seiner Gesamtheit unterliegen und Gott daraufhin Erneuerung schenken wird. Bedeutet das, dass über jeden Menschen zweimal gerichtet wird?

Über die Bedeutung des Lebens in der „Wir-Form“ und Naherwartung, Gericht und Wiederkommen spricht Bischof Stefan Oster im achten Video über das Credo.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II sowie für Unterrichtseinheiten zu Eschatologie, Gerichtsvorstellungen, Hoffnung, Zukunft, Glaubensbekenntnis und christlicher Lebensgestaltung. Die Thematik eröffnet einen Zugang zu zentralen Fragen menschlicher Existenz, da sie nach Verantwortung, Lebenssinn, Zukunftserwartungen und dem Umgang mit Endlichkeit fragt.

Ein möglicher Einstieg kann über Zukunftsvorstellungen erfolgen. Die Lernenden sammeln Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen hinsichtlich ihrer persönlichen Zukunft sowie der Zukunft der Welt. Anschließend kann die Frage diskutiert werden, weshalb Menschen in verschiedenen Religionen und Kulturen Vorstellungen von einem Ende der Geschichte oder einer Vollendung entwickelt haben.

Während der Sichtung können arbeitsteilige Beobachtungsaufträge vergeben werden. Eine Gruppe untersucht die Aussagen zur Wiederkunft Jesu. Eine weitere Gruppe arbeitet die Problematik der Naherwartung heraus. Eine dritte Gruppe analysiert die unterschiedlichen Bedeutungen des Gerichtsbegriffs. Eine vierte Gruppe sammelt Aussagen darüber, welche Konsequenzen sich daraus für das Leben von Christinnen und Christen ergeben.

Besonders ergiebig ist die Auseinandersetzung mit dem Begriff des Gerichts. Viele Lernende verbinden Gericht zunächst mit Strafe oder Verurteilung. Das Video eröffnet die Möglichkeit, alternative Deutungen kennenzulernen, bei denen Gericht auch als Aufdeckung von Wahrheit, Heilung, Aufrichtung und Versöhnung verstanden wird. Diese unterschiedlichen Perspektiven können miteinander verglichen und kritisch reflektiert werden.

Methodisch bietet sich eine Diskussion über die Frage an, wie Menschen leben würden, wenn sie wüssten, dass ihr Leben jederzeit vor Gott offenbar werden könnte. Die Lernenden können ethische Konsequenzen verschiedener Zukunftsvorstellungen untersuchen und überlegen, welche Rolle Verantwortung, Freiheit und Gewissen dabei spielen.

Für die Oberstufe eignet sich eine vertiefende Beschäftigung mit neutestamentlichen Texten zur Wiederkunft Christi, insbesondere mit Aussagen aus den Evangelien, den Paulusbriefen und der Offenbarung des Johannes. Ebenso können unterschiedliche historische Vorstellungen vom Weltende, apokalyptische Erwartungen und moderne Zukunftsängste thematisiert werden. Dadurch wird deutlich, wie religiöse Hoffnungsbilder auf gesellschaftliche Krisen reagieren und Orientierung bieten können.

Eine kreative Vertiefung kann darin bestehen, dass die Lernenden Zukunftsvisionen einer gerechten Welt entwerfen oder Briefe aus der Perspektive eines Menschen verfassen, der auf die Wiederkunft Christi wartet. Ebenso kann die Metapher der „Wir Form“, die im Video verwendet wird, aufgegriffen werden, um über Beziehungen, Vertrauen und Glauben nachzudenken.

Das Medium fördert insbesondere die Urteilskompetenz, die Deutungskompetenz und die Fähigkeit zur existenziellen Reflexion. Die Lernenden setzen sich mit grundlegenden Fragen nach Verantwortung, Zukunft, Hoffnung und dem eigenen Lebensweg auseinander. Zugleich eröffnet das Video die Möglichkeit, christliche Vorstellungen von Gericht und Vollendung differenziert kennenzulernen und mit eigenen Überzeugungen in Beziehung zu setzen.

Hessen

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