Der Einstieg gelingt über einen Austausch der eigenen Befindlichkeit und aktuellen Gefühlslage.
Besonders wertvoll ist die konsequente Verbindung von persönlicher Lebenswelt und biblischem Text. Die Lernenden werden nicht als Beobachtende, sondern als aktiv Beteiligte in den Erschließungsprozess einbezogen. Methodisch kombiniert das Konzept Bewegungsübungen, Symbolarbeit, kreative Bildgestaltung, die Västerås Methode, Rolleninterviews, Stuhltheater und Formen szenischen Spiels. Die Auseinandersetzung mit Begriffen wie Erstarrung, Lebendigkeit, Getragensein oder Aufrichtung ermöglicht existenzielle Lernprozesse und eröffnet Räume für Selbstreflexion. Besonders hervorzuheben ist die behutsame Arbeit mit biografischen Erfahrungen, die durch klare Regeln, Freiwilligkeit und einen geschützten Rahmen abgesichert wird. Das Material eignet sich sowohl für die Arbeit mit Wundergeschichten als auch für Themenfelder wie Heilung, Identität, Vertrauen, Gemeinschaft, Konfliktbewältigung, Versöhnung und Friedensbildung. Die vorgestellten Methoden fördern Perspektivübernahme, Empathie, religiöse Sprachfähigkeit und die Entwicklung eigener Deutungen biblischer Texte. Darüber hinaus zeigt der Praxisbericht eindrucksvoll, wie Religionsunterricht Lernende in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und zu einer vertieften Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen anregen kann. Besonders für Lerngruppen mit Konflikten oder belastenden Gruppendynamiken eröffnet das Bibliodrama neue Wege des Miteinanders und der gemeinsamen Sinnsuche.