Didaktisch eignet sich das Material besonders für Unterrichtsvorhaben zur innerreligiösen Vielfalt des Islam, zu religiöser Identität sowie zu Fragen von Einheit und Unterschied innerhalb von Religionen. Die Lernenden können zunächst anhand der Karte die weltweite Verbreitung verschiedener islamischer Glaubensrichtungen analysieren und Vermutungen über historische Entwicklungen anstellen. Anschließend bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, bei der einzelne Gruppen jeweils eine Glaubensrichtung erschließen und ihre Ergebnisse präsentieren. Auf diese Weise wird deutlich, dass religiöse Traditionen historisch gewachsen sind und unterschiedliche Deutungen religiöser Quellen hervorbringen können. Das Material fördert die Fähigkeit, Differenzierungen innerhalb des Islam wahrzunehmen und vereinfachende oder stereotype Vorstellungen zu hinterfragen. Besonders gewinnbringend ist die Auseinandersetzung mit den historischen Ursachen der Trennung zwischen Sunniten und Schiiten, da dadurch aktuelle politische und gesellschaftliche Konflikte besser verstanden werden können. Zugleich eröffnet die Beschäftigung mit Sufismus, Alevitentum und Ahmadiyya die Möglichkeit, über religiöse Vielfalt, Glaubensfreiheit und Toleranz ins Gespräch zu kommen. Methodisch können Vergleichstabellen, Gruppenpuzzle, Experteninterviews, digitale Präsentationen oder Diskussionen eingesetzt werden. Das Material eignet sich darüber hinaus zur Förderung interreligiöser und demokratischer Kompetenzen, da die Lernenden lernen, unterschiedliche religiöse Überzeugungen respektvoll wahrzunehmen und einzuordnen.