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Religionen im Gespräch

Religionen im Gespräch

Deutsches Recht und islamisches Gebot – Geht das?

Veröffentlichung:16.10.2019

Das Video thematisiert das Verhältnis zwischen islamischem Glauben und der deutschen Rechtsordnung. Im Mittelpunkt steht die Aussage, dass aus islamisch theologischer Sicht kein grundsätzlicher Widerspruch zwischen den islamischen Glaubensgrundsätzen und den geltenden Gesetzen in Deutschland besteht. Es wird erläutert, dass Muslime verpflichtet sind, die Gesetze des Landes einzuhalten, in dem sie leben. Dies wird anhand des Beispiels einer Richterin mit Kopftuch verdeutlicht. Im Video wird betont, dass eine muslimische Richterin selbstverständlich ausschließlich nach deutschem Recht urteilt und nicht nach religiösen Rechtsvorstellungen. Darüber hinaus wird die Diskussion um das Tragen eines Kopftuchs im Justizdienst aufgegriffen. Die Gesprächspartnerin spricht sich dafür aus, allen Menschen unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit die gleichen beruflichen Chancen zu ermöglichen und vorhandene gesetzliche Regelungen zur Sicherung von Neutralität und Unparteilichkeit anzuwenden. Das Video vermittelt damit einen Einblick in das Verhältnis von Religion, Rechtsstaat und gesellschaftlicher Teilhabe.

In diesem Video aus der Reihe „Religion in 90 Sekunden“ spricht Wolfgang Reinbold mit der Islamischen Theologin Hamideh Mohagheghi vom Zentrum für Komparative Theologie an der Universität Paderborn. Gemeinsam diskutieren sie, ob deutsches Recht und islamisches Gebot miteinander vereinbar sind. Dabei thematisiert Mohagheghi, dass das islamische Recht (Scharia) und das deutsche Gesetz unterschiedliche Geltungsräume und Funktionen haben: Während die Scharia in der persönlichen Ausübung des Glaubens verankert ist, regelt das deutsche Recht das gesellschaftliche Zusammenleben in einem säkularen Rechtsstaat. Die Theologin betont, dass Muslime in Deutschland ihre religiösen Überzeugungen im privaten Rahmen leben können, solange sie nicht gegen das staatliche Recht verstoßen – eine wichtige Grundlage für das friedliche Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht in Unterrichtseinheiten zu Islam, Religionsfreiheit, Staat und Religion oder Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft. Es bietet Lernenden die Möglichkeit, verbreitete Annahmen über das Verhältnis von islamischem Glauben und staatlicher Rechtsordnung kritisch zu hinterfragen. Nach dem Ansehen des Videos können zunächst die Kernaussagen gemeinsam herausgearbeitet und an der Tafel gesichert werden. Anschließend bietet sich eine Diskussion über die Bedeutung der Religionsfreiheit, die Neutralität des Staates sowie die Rechte und Pflichten von Bürgerinnen und Bürgern in einer demokratischen Gesellschaft an. Ebenso kann das Video mit den Bestimmungen des Grundgesetzes, insbesondere zur Religionsfreiheit und Gleichbehandlung, verbunden werden. Methodisch eignet sich das Medium für Partnerarbeit, Gruppenarbeit oder eine strukturierte Pro und Contra Diskussion zur Frage religiöser Symbole im öffentlichen Dienst. Darüber hinaus können Lernende Fallbeispiele analysieren und unterschiedliche Perspektiven einnehmen, um die Spannung zwischen individueller Religionsfreiheit und staatlicher Neutralität differenziert zu betrachten. Das Video fördert die religiöse Urteilsfähigkeit, die Argumentationskompetenz sowie die Fähigkeit, gesellschaftliche Kontroversen respektvoll und auf der Grundlage demokratischer Werte zu reflektieren. Gleichzeitig unterstützt es den Abbau von Vorurteilen und stärkt den interreligiösen Dialog sowie die Wertschätzung religiöser Vielfalt.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


Welche Aussage trifft das Video zum Verhältnis von Islam und deutschem Recht?

Das Video macht deutlich, dass nach islamischem Verständnis Muslime verpflichtet sind, die Gesetze des Landes einzuhalten, in dem sie leben. Zwischen islamischem Glauben und der deutschen Rechtsordnung wird deshalb grundsätzlich kein Widerspruch gesehen.


Wie soll eine muslimische Richterin in Deutschland urteilen?

Eine muslimische Richterin urteilt ausschließlich nach deutschem Recht. Religiöse Rechtsvorstellungen ersetzen nicht die geltende Rechtsordnung.


Warum wird das Kopftuch im Video angesprochen?

Das Kopftuch dient als Beispiel für die Diskussion über Religionsfreiheit und die Teilnahme religiöser Menschen am öffentlichen Leben und im Justizdienst.


Welche Haltung vertritt die Gesprächspartnerin zur beruflichen Teilhabe?

Sie spricht sich dafür aus, allen Menschen unabhängig von ihrer Religion die gleichen beruflichen Chancen zu ermöglichen und ihre Fähigkeiten einzubringen.


Wie wird die Neutralität des Staates im Video verstanden?

Die Neutralität wird durch die Anwendung der geltenden Gesetze gewährleistet. Sollte eine Person ihre Aufgaben nicht unparteiisch erfüllen, greifen die bestehenden rechtlichen Regelungen.


Welche Kompetenzen können Lernende mit diesem Video entwickeln?

Lernende setzen sich mit Religionsfreiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlicher Teilhabe auseinander. Sie lernen, unterschiedliche Positionen zu vergleichen, Argumente zu bewerten und kontroverse Themen sachlich zu diskutieren.

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