Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für die Grundschule und für Übergangssituationen wie Einschulung, Schuljahresbeginn oder die Bildung einer neuen Lerngruppe. Didaktisch bietet es einen lebensweltlichen Zugang zur biblischen Botschaft, da nicht mit abstrakten Begriffen von Nächstenliebe und Verantwortung begonnen wird, sondern bei den Fähigkeiten und Erfahrungen der Lernenden. Die Frage „Was kann ich schon?“ ermöglicht einen ressourcenorientierten Einstieg und stärkt die Wahrnehmung der eigenen Person. Entscheidend ist dabei, die Fähigkeiten nicht im Sinne eines Leistungsvergleichs zu behandeln. Die Lernenden sollen vielmehr entdecken, dass unterschiedliche Fähigkeiten wertvoll sind und für die Gemeinschaft Bedeutung gewinnen können. Die Bildmotive auf Seite 4 unterstützen insbesondere jüngere Lernende, da sie Fähigkeiten wie Malen, Basteln, Zuhören und gemeinsames Spielen anschaulich darstellen.
Methodisch kann die Lehrkraft die Motive im Raum verteilen und die Lernenden ein Bild auswählen lassen, das zu einer eigenen Stärke passt. Anschließend können sie im Sitzkreis erzählen, warum sie dieses Motiv gewählt haben. Daran lässt sich die Geschichte vom barmherzigen Samariter anschließen. Im Unterricht sollte herausgearbeitet werden, dass der Samariter die Not des verletzten Menschen wahrnimmt und aus dieser Wahrnehmung konkretes Handeln entsteht.
Besonders ergiebig ist anschließend die Übertragung auf den Schulalltag. Die Lernenden können Situationen sammeln, in denen jemand Hilfe benötigt, etwa auf dem Schulhof, beim Lernen, beim Basteln oder wenn ein Kind traurig oder allein ist. Das Material selbst nennt dazu konkrete Beispiele wie Zuhören, Materialien ausleihen, beim Erkennen von Zahlen und Buchstaben helfen, ein verletztes Kind trösten oder Unterstützung holen.
Die zweite Aktion des Mediums kann zu einer handlungsorientierten Vertiefung weiterentwickelt werden. Das gefaltete Blatt wird dabei als Gutschein verstanden, mit dem ein Kind einem anderen seine Hilfe anbietet. Schulanfaenger_2020_Programmhef… Im Religionsunterricht kann daraus beispielsweise eine gemeinsame Sammlung unter der Überschrift „Damit kann ich anderen helfen“ entstehen. Dadurch werden Selbstkompetenz und Sozialkompetenz miteinander verbunden. Zugleich eröffnet sich ein theologisches Gespräch über die Frage, was Nächstenliebe konkret bedeutet und warum Jesus gerade das Handeln des Samariters als Beispiel erzählt. Gebete, Psalm und Segen ermöglichen darüber hinaus eine spirituelle Dimension. Besonders der abschließende Segen bringt mit seinen Bildern von Gott vor, neben, hinter, unter, in und über dem Menschen die Vorstellung von Gottes Begleitung körperlich und sprachlich zum Ausdruck.
Er kann mit Bewegungen gestaltet und damit auch für jüngere Lernende erfahrbar gemacht werden. Das Medium muss dabei nicht vollständig als Gottesdienst übernommen werden. Es ist ausdrücklich so konzipiert, dass einzelne Elemente ausgewählt, verändert und mit eigenen Ideen verbunden werden können.
Dadurch eignet es sich sowohl für einzelne Unterrichtsstunden als auch für eine kleine Unterrichtsreihe zu Schulanfang, Gemeinschaft, Helfen, Nächstenliebe und Segen.