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Institut für Demokratieforschung Göttingen

Institut für Demokratieforschung Göttingen

Arbeitsblätter zur Demokratieerziehung in der Grundschule – Du und Ich

Veröffentlichung:16.12.2025

Die Veröffentlichung „Du und Ich – Vom demokratischen Umgang mit Unterschieden und Konflikten“ ist ein umfangreiches Materialheft zur Demokratieerziehung in der Grundschule, das den Fokus auf Vielfalt, Unterschiedlichkeit, Konflikte und deren konstruktive Bearbeitung legt. Ausgangspunkt ist die heterogene Lebenswelt von Kindern, die durch unterschiedliche familiäre Hintergründe, kulturelle Prägungen, religiöse Zugehörigkeiten und soziale Erfahrungen gekennzeichnet ist. Das Heft greift diese Vielfalt bewusst auf und versteht sie als Lernchance für demokratisches und respektvolles Zusammenleben. In zehn aufeinander abgestimmten Arbeitsblättern werden zentrale Themen wie Selbstwahrnehmung, Gemeinschaft, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Mehrheit und Minderheit, Mobbing, Gleichberechtigung sowie Klassenregeln bearbeitet. Ziel ist es, Kinder frühzeitig für Empathie, Respekt, Toleranz und Zivilcourage zu sensibilisieren und sie im Umgang mit Konflikten zu stärken.

Das Medium „Arbeitsblätter zur Demokratieerziehung in der Grundschule – Partizipation“ vermittelt grundlegende Kompetenzen demokratischer Beteiligung und führt Lernende schrittweise an das Thema Partizipation heran. Im Mittelpunkt stehen die Kinderrechte als Grundlage demokratischer Mitbestimmung, die Bedeutung von Beteiligungsrechten im schulischen und gesellschaftlichen Alltag sowie verschiedene Möglichkeiten demokratischen Handelns. Die Unterrichtseinheit gliedert sich in die Themen „Meine Rechte“, „Meine Demokratiewerkzeuge“ und „Unser Problem“. Die Lernenden setzen sich mit ihren eigenen Rechten auseinander, lernen demokratische Beteiligungsformen und Medien kennen und entwickeln anhand eines konkreten Problems aus ihrer Lebenswelt eigene Handlungsmöglichkeiten. Zahlreiche Arbeitsblätter, Gesprächsanlässe und projektorientierte Aufgaben fördern die aktive Mitgestaltung und machen Demokratie als Lebensform unmittelbar erfahrbar.

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Das Medium eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht der Grundschule, da Partizipation eng mit christlichen Grundwerten wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Verantwortung, Solidarität und Nächstenliebe verbunden ist. Die Materialien eröffnen einen lebensweltbezogenen Zugang zu der Frage, wie Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und wie Gemeinschaft durch Mitbestimmung gestaltet werden kann. Die Kinderrechte bilden dabei einen wichtigen Anknüpfungspunkt für Gespräche über die Gottesebenbildlichkeit des Menschen, den Schutz der Würde jedes Einzelnen sowie die Verantwortung für das Zusammenleben in Familie, Schule, Kirche und Gesellschaft.

Didaktisch orientiert sich das Medium an den Prinzipien der Demokratiepädagogik und des handlungsorientierten Lernens. Die Lernenden werden nicht nur über demokratische Beteiligung informiert, sondern erleben demokratische Prozesse aktiv. Ausgangspunkt bilden eigene Erfahrungen mit Mitbestimmung und Entscheidungsprozessen. Anschließend reflektieren die Lernenden ihre Rechte, setzen sich mit demokratischen Beteiligungsformen auseinander und entwickeln konkrete Handlungsmöglichkeiten für Herausforderungen aus ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Dadurch werden Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit zur demokratischen Urteilsbildung gefördert.

Methodisch bietet das Medium vielfältige Unterrichtsformen. Einzelarbeit unterstützt die persönliche Reflexion und die Entwicklung eigener Positionen. Partnerarbeit ermöglicht den Austausch unterschiedlicher Sichtweisen und stärkt kommunikative Kompetenzen. Unterrichtsgespräche und Gesprächskreise fördern argumentatives Denken sowie die Fähigkeit, andere Meinungen wertschätzend wahrzunehmen. Kreative Aufgaben wie Zeichnungen, Präsentationen und projektorientierte Arbeitsphasen eröffnen unterschiedliche Zugänge zum Thema und berücksichtigen verschiedene Lernvoraussetzungen. Besonders gewinnbringend ist die Durchführung des Beteiligungsprojektes, bei dem Lernende ein konkretes Problem aus ihrer Lebenswelt identifizieren, Informationen sammeln, demokratische Handlungsmöglichkeiten entwickeln und diese gemeinsam umsetzen. Dadurch wird Demokratie nicht nur thematisiert, sondern praktisch eingeübt.

Für den Religionsunterricht bieten sich vielfältige Verknüpfungen mit biblischen Inhalten an. Die Propheten als Anwälte der Gerechtigkeit, Jesu Zuwendung zu Kindern, das Doppelgebot der Liebe sowie das christliche Verständnis von Verantwortung und Gemeinschaft schaffen bedeutsame Anknüpfungspunkte. Ebenso lassen sich Fragen nach Gerechtigkeit, Mitverantwortung, Frieden, Menschenrechten und dem Schutz benachteiligter Menschen aufgreifen. Das Medium unterstützt damit nicht nur die politische Bildung, sondern fördert gleichermaßen ethische, religiöse, soziale und personale Kompetenzen. Die Lernenden erfahren, dass demokratische Beteiligung Ausdruck verantwortlichen Handelns ist und einen wesentlichen Beitrag zu einem gerechten und friedlichen Zusammenleben leisten kann.


Didaktisch folgt das Material einem konsequent handlungs-, erfahrungs- und lebensweltorientierten Ansatz. Demokratie wird nicht als abstraktes politisches Konzept vermittelt, sondern als alltägliche Praxis des Zusammenlebens erfahrbar gemacht. Die Arbeitsblätter setzen bei der Selbstwahrnehmung der Kinder an („Ich bin ich und das ist gut so“) und führen schrittweise zur Wahrnehmung des Anderen („Ich bin ich und du bist du“) sowie zur Reflexion von Gemeinschaft, Unterschieden und Konflikten. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der Methoden: Fantasiereisen, kreative Gestaltungsaufgaben, Partner- und Gruppenarbeit, Rollenspiele, Standbilder, Gesprächskreise und Projektphasen ermöglichen einen ganzheitlichen Zugang, der kognitive, emotionale und soziale Lernprozesse miteinander verbindet. Gleichzeitig wird immer wieder zur Reflexion angeleitet, sodass Erfahrungen bewusst ausgewertet und auf den Alltag übertragen werden können.

Für den katholischen Religionsunterricht ist dieses Material in besonderer Weise anschlussfähig. Die zentrale Leitidee des Heftes – der respektvolle Umgang mit Unterschieden – berührt grundlegende theologische Überzeugungen des Christentums: die unantastbare Würde jedes Menschen, die Ebenbildlichkeit Gottes, die Bedeutung von Nächstenliebe und Solidarität sowie die Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben. Themen wie Ausgrenzung, Mobbing, Mehrheit und Minderheit oder Gleichberechtigung lassen sich im Religionsunterricht nicht nur sozialpädagogisch, sondern auch ethisch und theologisch vertiefen, etwa im Rückgriff auf biblische Erzählungen (z. B. der barmherzige Samariter, Jesu Umgang mit Ausgegrenzten) oder auf Grundprinzipien der christlichen Sozialethik.

Methodisch bietet das Material zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine demokratische Unterrichtskultur im katholischen Religionsunterricht. Gesprächskreise, gemeinsame Regelentwicklung oder Rollenspiele fördern eine dialogische Lernatmosphäre, in der Kinder lernen, zuzuhören, andere Perspektiven zu respektieren und Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. Besonders wertvoll ist der differenzierte Umgang mit dem Thema Mobbing, der verschiedene Rollen (Opfer, Täter, Mitläufer, Zuschauende) sichtbar macht und Kinder zur Empathie und zum aktiven Eingreifen ermutigt. Der Religionsunterricht kann hier Räume eröffnen, in denen Gefühle benannt, Verletzungen ernst genommen und Wege zu Versöhnung und Unterstützung reflektiert werden. Insgesamt unterstützt das Material eine Unterrichtspraxis, die Demokratie als Haltung einübt und Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, Konfliktfähigkeit und moralischen Urteilsbildung stärkt – zentrale Ziele religiöser Bildung.

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