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Mehr also erwarten Sie nicht nach dem Tode?

Veröffentlichung:1.1.2012

Das Heft Religionsunterricht heute 01/2012 steht unter dem Leitthema „… und das Leben der kommenden Welt“ und widmet sich der christlichen Hoffnung auf Auferstehung, Vollendung und Zukunft angesichts von Tod, Leid und Vergänglichkeit. Es richtet sich an Religionslehrkräfte und möchte helfen, über das oft fremd gewordene Thema der Jenseitshoffnung theologisch fundiert, sprachfähig und unterrichtlich verantwortet ins Gespräch zu kommen


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Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod in einer naturwissenschaftlich geprägten Gegenwart häufig als unverständlich, mythologisch oder als bloße Vertröstung wahrgenommen wird. Das Heft versteht sich daher als Beitrag zur „Rechenschaft über die Hoffnung“ (1 Petr 3,15), insbesondere im schulischen Raum, in dem unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Deutungen aufeinandertreffen.

Der biblische Schwerpunkt von Thomas Hieke zeichnet nach, wie sich der Glaube an die Überwindung des Todes innerhalb der Bibel allmählich entwickelt. Während frühe alttestamentliche Texte meist von einer Schattenexistenz der Toten in der Scheol ausgehen, wächst in späteren Schriften – vor allem in Krisen- und Verfolgungssituationen – die Hoffnung, dass Gottes Gerechtigkeit die Grenze des Todes übersteigt. Texte aus Jesaja, Daniel, dem Buch der Weisheit und besonders die Märtyrererzählung aus 2 Makk 7 zeigen, wie der Glaube an einen gerechten und treuen Gott zur Hoffnung auf leibliche Auferstehung führt. Im Neuen Testament erhält diese Hoffnung ihren entscheidenden Bezugspunkt in der Auferstehung Jesu Christi. Sie wird nicht als Abschaffung des Todes, sondern als Überwindung seiner endgültigen Macht verstanden.

Die systematisch-theologische Vertiefung von Johanna Rahner arbeitet die „dogmatischen Essentials“ christlicher Eschatologie heraus. Eschatologische Aussagen werden dabei nicht als Sachinformationen über ein Jenseits gedeutet, sondern als Verheißungen mit performativem Charakter. Sie gründen im Vertrauen auf die Treue Gottes und zielen auf die Vollendung von Mensch, Geschichte und Welt. Besonders betont wird das Bekenntnis zur leibhaftigen Auferstehung, das die Würde des konkreten, gelebten Lebens verteidigt: Gott vollendet nicht ein abstraktes Ideal, sondern den ganzen Menschen mit seiner Geschichte, seinen Beziehungen, Brüchen und seiner Schuld. Zugleich bleibt die Spannung zwischen Hoffnung auf universale Versöhnung und der Realität von Schuld, Leid und Opfererfahrungen bestehen und wird als bleibende Herausforderung christlicher Hoffnung reflektiert.

Einen praxisnahen Akzent setzt der Beitrag von Ansgar Franz zur Begräbnisliturgie. Er zeigt, wie sehr sich der gesellschaftliche Umgang mit Tod und Trauer verändert hat und stellt dem die christliche Begräbnisliturgie als österlichen „rite de passage“ gegenüber. Diese versteht den Tod nicht nur als Abschied, sondern als Übergang, der im Licht von Auferstehung und Vollendung gedeutet wird, und unterscheidet sich damit grundlegend von stark subjektiv geprägten weltlichen Trauerfeiern.

Weitere Beiträge eröffnen literarische und ästhetische Zugänge. Gedichte von Marie Luise Kaschnitz und Johannes Kühn sowie die Darstellung des Jüngsten Gerichts am ehemaligen Westlettner des Mainzer Doms zeigen, wie Vorstellungen von Tod, Gericht und Hoffnung künstlerisch gestaltet und existenziell erschlossen werden können. Diese Zugänge sind besonders für den Religionsunterricht geeignet, da sie emotionale und symbolische Lernprozesse anstoßen.

Abgerundet wird das Heft durch „Bausteine für den Unterricht“, die konkrete Anregungen für die Sekundarstufe I und II bieten. Insgesamt bietet das Heft eine theologisch fundierte, vielperspektivische und unterrichtsnahe Auseinandersetzung mit der christlichen Hoffnung auf das Leben der kommenden Welt. Für Religionslehrkräfte liefert es sowohl fachliche Klärungen als auch vielfältige Impulse, um mit Schülerinnen und Schülern sensibel, dialogisch und reflektiert über Tod, Hoffnung und Vollendung ins Gespräch zu kommen.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q1 Jesus Christus – das menschgewordene Wort Gottes

Q1.2 Die Auferstehung Jesu: Hoffnung über den Tod hinaus.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 1. Sterben und Tod, Erlösung und Auferstehung.

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10.2.2026

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Bibel & Tradition ,Jesus Christus

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