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Pater van Straaten – der Speckpater

Veröffentlichung:1.1.2013

Der Fachartikel „Pater van Straaten – der Speckpater“ von Linus Hauser und Amelie Theresia Kiel ist im Heft ru heute erschienen und umfasst die Seiten 86 bis 91. Der Artikel stellt Leben und Wirken des Prämonstratenserpaters Werenfried van Straaten dar, der nach dem Zweiten Weltkrieg umfangreiche Hilfsaktionen für Vertriebene und für die Kirche in Not initiierte. Behandelt werden dabei theologische Probleme wie christliche Nächstenliebe nach Krieg und Gewalt, Versöhnung zwischen ehemaligen Feinden, die Rolle der Kirche in der Diaspora sowie die praktische Umsetzung christlicher Barmherzigkeit in sozialen und politischen Krisensituationen.

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Der Artikel beschreibt das Leben und Wirken von Pater Werenfried van Straaten, der von 1913 bis 2003 lebte und besonders im Bistum Limburg als bedeutende Persönlichkeit gilt. Geboren in den Niederlanden trat er 1934 in den Prämonstratenserorden ein und erhielt den Ordensnamen Werenfried, der Kämpfer für den Frieden bedeutet. Aufgrund seiner gesundheitlichen Schwäche konnte er nicht als Missionar tätig sein und arbeitete im Kloster zunächst als Sekretär und Redakteur einer Ordenszeitschrift.

Seine besondere Bedeutung entsteht nach dem Zweiten Weltkrieg. In einem Artikel bittet er die Menschen in Flandern um Hilfe für die vertriebenen Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten. Dieser Aufruf löst eine große Welle der Solidarität aus und wird zum Ausgangspunkt des Hilfswerks Ostpriesterhilfe. Der historische Hintergrund ist die Vertreibung von etwa fünfzehn Millionen Menschen nach Kriegsende. Viele katholische Vertriebene leben nun in Regionen, in denen es seit der Reformation kaum katholische Strukturen gibt. Dadurch entstehen neue Herausforderungen für Seelsorge und kirchliche Organisation.

Pater Werenfried versucht, materielle und geistliche Hilfe miteinander zu verbinden. Sein Spitzname Speckpater entsteht, als er flämische Bauernfamilien bittet, Speckspenden für die notleidenden Deutschen zu sammeln. Diese ungewöhnliche Aktion wird zu einem großen Erfolg und macht ihn weithin bekannt.

Eine weitere wichtige Initiative ist die Unterstützung der sogenannten Rucksackpriester. Diese vertriebenen Priester betreuen katholische Gläubige in der Diaspora und ziehen von Ort zu Ort, um Gottesdienste zu feiern. Sie besitzen nur wenige liturgische Geräte und leben unter schwierigen Bedingungen. Werenfried organisiert deshalb Hilfslieferungen mit Lebensmitteln, Kleidung und liturgischem Material. Außerdem sorgt er dafür, dass die Priester Fahrräder, Motorräder oder Autos erhalten.

Besonders bedeutend wird die Kapellenwagenmission. Dabei werden Fahrzeuge zu mobilen Kirchen umgebaut. In ihnen befinden sich ein Altar, ein Beichtstuhl und eine Unterkunft für Priester. Diese Fahrzeuge fahren in Regionen ohne katholische Kirche und ermöglichen dort Gottesdienste und seelsorgliche Angebote. Auf diese Weise erreicht die Kirche viele Menschen in der Diaspora. Die Missionare halten tausende Predigten und prägen das Bild der katholischen Kirche in ländlichen Regionen.

Neben der Seelsorge engagiert sich Pater Werenfried auch im sozialen Bereich. Durch die Begegnung mit Flüchtlingen erkennt er die Bedeutung von Wohnraum für Familien. Daraus entsteht der Internationale Bauorden, der Wohnungen für Vertriebene errichtet. Seine Arbeit erweitert sich später auf weltweite Hilfsaktionen. Er unterstützt die Kirche in kommunistischen Staaten und engagiert sich für Flüchtlinge in Asien.

Auf Reisen begegnet er auch Mutter Teresa in Kalkutta und erkennt die Bedeutung ihrer Arbeit für die Ärmsten der Armen. Sein Hilfswerk unterstützt ihre Projekte und trägt dazu bei, dass sie in Europa bekannt wird. Auch in Afrika und Lateinamerika initiiert er neue Projekte, etwa die Gründung einer Ordensgemeinschaft für afrikanische Frauen.

Pater Werenfried veröffentlicht mehrere Bücher und die Zeitschrift Echo der Liebe, in denen er über die Lebenssituationen notleidender Menschen berichtet. Seine Botschaft betont christliche Nächstenliebe, Solidarität und praktische Hilfe. Für sein Engagement erhält er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Große Bundesverdienstkreuz.

Nach dem Ende des Kommunismus setzt er sich besonders für die Versöhnung zwischen Ost und West sowie für die Zusammenarbeit mit der orthodoxen Kirche ein. Er stirbt im Jahr 2003. Sein Wirken wird später durch ein Denkmal in Königstein gewürdigt. Der Artikel zeigt, dass sein Engagement ein Beispiel für gelebte christliche Nächstenliebe und für die soziale Verantwortung der Kirche in Krisenzeiten ist.

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