Sabine Pemsel Maier beschreibt, dass die christliche Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus nicht allgemein auf einer Jenseitsvorstellung beruht, sondern auf der Auferweckung Jesu. Am Anfang des christlichen Glaubens steht das Bekenntnis, dass Gott Jesus auferweckt hat. Erst später entwickelt sich daraus stärker die Rede vom auferstandenen Christus. Die Auferstehung hat für die Theologie eine Schlüsselstellung, weil sie Gottes Macht über den Tod zeigt, weil sie den Übergang vom irdischen Jesus zum Christus des Glaubens markiert und weil sie die Hoffnung auf Auferweckung für alle Glaubenden begründet.
Zugleich macht die Autorin deutlich, dass die Auferweckung historisch nicht rekonstruierbar ist. Die neutestamentlichen Texte erzählen nicht, wie die Auferweckung selbst geschieht, sondern setzen sie voraus und berichten nur von Erscheinungen des Auferstandenen. Gerade darin liegt eine bleibende Herausforderung für den Religionsunterricht, weil Lernende oft wissen wollen, wie man sich dieses Geschehen konkret vorstellen soll. Diese Fragen gab es schon in der frühen Kirche. Auch spätere Texte versuchten, die Lücke zwischen Grablegung und Erscheinungen erzählerisch zu füllen. Dennoch bleibt die Auferweckung selbst dem historischen Zugriff entzogen.
Die Autorin erklärt, dass dies nicht nur daran liegt, dass niemand den Vorgang beobachtet hat, sondern daran, dass die Auferweckung die Grenzen von Raum und Zeit überschreitet. Sie ist kein gewöhnliches historisches Ereignis und keine Wiederbelebung eines Leichnams, sondern ein Übergang in die Wirklichkeit Gottes. Deshalb führt auch der Versuch nicht weiter, die Auferstehung naturwissenschaftlich zu erklären. Mit der Rede von Auferweckung wird eine andere Ebene von Wirklichkeit und Wahrheit betreten. Die Auferweckung ist ein Grenzereignis, weil sich in ihr die Wirklichkeit Gottes und die Wirklichkeit dieser Welt berühren.
Weil dieses Geschehen die gewöhnliche Erfahrung übersteigt, stößt auch seine Darstellung an Grenzen. Die Kunst hat lange gezögert, den Vorgang selbst abzubilden, und sich stattdessen auf das leere Grab und die Frauen am Grab konzentriert. Erst später entstanden realistischere Auferstehungsbilder. Auch die Sprache kommt hier an ihre Grenzen. Deshalb verwendet das Neue Testament viele Bilder und Metaphern, etwa lebendig machen, erhöhen, verherrlichen oder mit Unvergänglichkeit bekleiden. Auch Auferstehung und Auferweckung sind bildhafte Ausdrücke.
Im weiteren Verlauf zeigt die Autorin, dass es immer wieder Versuche gab, die Auferweckung rationalistisch zu bestreiten oder umzudeuten. Dazu gehören Betrugstheorien, Scheintodhypothesen, Umbettungserklärungen oder psychologische Deutungen der Erscheinungen. Diese Erklärungen sind jedoch nicht zwingend. Vor allem die Vielfalt der Erscheinungen macht rein psychologische Projektionen wenig plausibel. Entscheidend ist, dass die Auferstehung selbst nicht beweisbar ist. Sie ist kein historischer Beweis für den Glauben, sondern selbst Inhalt des Glaubens. Historisch greifbar ist allerdings der Osterglaube der ersten Jüngerinnen und Jünger, ihre feste Überzeugung, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat.
Hans Dieter Mutschler setzt sich mit der Frage auseinander, ob Gott durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse nachweisbar gemacht werden kann. Er lehnt dies ab und bezeichnet solche Versuche als metaphysischen Kurzschluss. Zur Veranschaulichung verwendet er das Bild des Geldes. Niemand würde Gott direkt in einem Geldschein suchen. Ebenso sei es falsch, Gott direkt in physikalischen Modellen oder naturwissenschaftlichen Theorien aufspüren zu wollen.
Anhand von Beispielen aus der Wissenschaftsgeschichte zeigt er, wie solche direkten Brückenschläge immer wieder scheitern. Isaac Newton sah im absoluten Raum ein Medium göttlicher Gegenwart. Später erwies sich der absolute Raum jedoch nicht als notwendige Voraussetzung seiner Physik. Ähnlich wurde der Urknall zeitweise als Beweis für die Schöpfung verstanden. Doch auch hier zeigte sich, dass naturwissenschaftliche Modelle veränderlich sind und daher keinen sicheren theologischen Beweis liefern. Wo Gott nur eingesetzt wird, um Lücken im Wissen zu füllen, wird er mit fortschreitender Forschung wieder überflüssig. Dagegen wendet sich der Autor entschieden.
Mutschler betont, dass Naturwissenschaft und Glaube nur indirekt aufeinander bezogen werden können. Naturwissenschaft beschreibt formale Zusammenhänge und kausale Abläufe, aber sie beantwortet keine Sinnfragen. Sie sagt nichts darüber, was die Dinge im Letzten bedeuten. Seit Galilei ist die Naturwissenschaft bewusst auf Berechenbarkeit ausgerichtet und verzichtet auf Aussagen über Sinn. Deshalb kann aus ihr weder Gottes Existenz direkt abgeleitet noch widerlegt werden.
Gleichzeitig weist der Autor darauf hin, dass Naturwissenschaft nie ganz ohne umfassende Grundannahmen arbeitet. Forschende stehen immer im Horizont der Frage nach der Einheit und Ordnung der Welt. Viele bedeutende Physiker gingen davon aus, dass die Natur einfach, geordnet und geistig zugänglich ist. Solche Überzeugungen überschreiten den rein naturwissenschaftlichen Bereich und berühren philosophische und metaphysische Fragen. Erst auf dieser tieferen Ebene kann es ein sinnvolles Gespräch zwischen Theologie und Wissenschaft geben.
Am Ende kritisiert Mutschler sowohl religiösen Fundamentalismus als auch den sogenannten Neuen Atheismus. Der Neue Atheismus meint, Gott existiere nicht, weil er in den Formeln der Physik nicht vorkomme. Der Fundamentalismus meint umgekehrt, Gott müsse in diesen Formeln vorkommen, wenn es ihn gibt. Beides hält der Autor für verfehlt. Gott ist nicht Teil naturwissenschaftlicher Formeln. Wer über Gott nachdenken will, muss einen Schritt zurücktreten und die Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis ernst nehmen.
Beide Artikel zeigen damit auf unterschiedliche Weise, dass christlicher Glaube nicht in einer rein empirischen oder naturwissenschaftlichen Logik aufgeht. Die Auferstehung Jesu und die Rede von Gott überschreiten die Ebene des Messbaren und Berechenbaren. Sie betreffen eine Wirklichkeit, die nur dann verstanden werden kann, wenn neben Fakten auch Glauben, Deutung, Sinn und Beziehung berücksichtigt werden.