Zentral ist Jesu Verkündigung vom Reich Gottes, die sich auch in seinen Heilungen ausdrückt. Diese Wunder sind keine spektakulären Machtdemonstrationen, sondern Zeichen des Heils, das den ganzen Menschen umfasst. Der Glaube spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn „dein Glaube hat dich gerettet“ zeigt, dass Wunder nicht ohne Vertrauen geschehen. Jesus hat einen Kreis von Jüngern berufen, die nicht ihn auswählten, sondern von ihm selbst gerufen wurden. Diese Jüngerschaft bedeutete Lebens- und Schicksalsgemeinschaft und forderte zur Nachfolge auch im Leiden auf.
Gnilka betont, dass die Jünger Jesus zunächst missverstanden und ihn in der Passion im Stich ließen. Dennoch wurden sie später zu den ersten Zeugen des Glaubens an seine Auferstehung. Die Auferstehung kann historisch nicht nachgewiesen werden; was bezeugt werden kann, ist der Glaube der Jünger, die überzeugt waren, dass Jesus als der Lebendige erschienen sei. Gnilka formuliert: „Wenn wir an die Auferstehung Jesu glauben, glauben wir den Glauben der Apostel.“ Damit verweist er auf die Weitergabe des Glaubens als Grundlage christlicher Überzeugung.
Der Text verdeutlicht somit, wie sich historische Forschung und Glaube zueinander verhalten: Die Evangelien sind keine Biographien, sondern Glaubenszeugnisse, die den historischen Jesus im Licht des Auferstandenen verkünden.