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Eulenfisch

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Heilig oder profan?

Veröffentlichung:1.1.2017

Der Fachartikel „Heilig oder profan?“ von Thomas Brose ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst etwa 5 Seiten. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie das Heilige in der modernen Großstadt erfahrbar ist. Dabei werden theologische Probleme wie Sinnsuche in der säkularen Welt, Spannung zwischen Religion und moderner Kultur, Gottesfrage im Kontext von Atheismus und Nihilismus sowie christliche Verantwortung und Nachbarschaft in pluralen Gesellschaften behandelt.

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Der Artikel untersucht, wie Menschen in der modernen Großstadt nach Sinn und Glück suchen und welche Rolle Religion und das Heilige in dieser Umgebung spielen können. Ausgangspunkt ist ein Gedicht von Mascha Kaléko aus dem Jahr 1930, das einen Sonntagmorgen in Berlin beschreibt. In dieser Darstellung erscheinen Alltag und Ruhe des Sonntags nebeneinander und zeigen, wie sich heilige und profane Elemente im urbanen Leben vermischen. Kalékos Gedichte greifen häufig Themen wie Liebe, Hoffnung und Alltag auf und verbinden dabei religiöse und weltliche Erfahrungen.

Die Großstadt Berlin wird anschließend als kultureller und gesellschaftlicher Raum dargestellt, in dem unterschiedliche Lebensentwürfe und Weltanschauungen aufeinandertreffen. Der katholische Priester Carl Sonnenschein widmete sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders den vielen Menschen, die als Arbeitsmigranten in die Hauptstadt kamen und dort häufig in Armut lebten. Durch soziale Hilfe und seelsorgerische Arbeit versuchte er, christliche Nächstenliebe mitten in der Großstadt zu verwirklichen.

Der Artikel greift außerdem literarische und philosophische Stimmen auf, die sich mit der Sinnsuche des Menschen beschäftigen. Bertolt Brecht beschreibt die Jagd nach Glück als ein zentrales Merkmal des großstädtischen Lebens. Anders als religiöse Denker sieht er die Suche nach Glück jedoch eher skeptisch und betont die Vergänglichkeit menschlicher Hoffnungen. Im Gegensatz dazu steht die christliche Tradition, etwa bei Augustinus, der die Unruhe des menschlichen Herzens beschreibt, das erst in Gott zur Ruhe kommt.

Auch der Schriftsteller Alfred Döblin setzt sich mit der Frage nach Gott auseinander. Nach der Lektüre Friedrich Nietzsches erlebt er eine existenzielle Krise, da Nietzsche die Grundlagen von Religion und Moral radikal in Frage stellt. Für Döblin wird die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime zu einer persönlichen Prüfung seines Glaubens. In dieser Situation erkennt er im Symbol des Kreuzes einen Ausdruck von Hoffnung und Sinn. Schon der Anblick einer Kirche kann für ihn ein Zeichen dafür sein, dass die Welt nicht sinnlos ist.

Der Artikel beschreibt außerdem kulturkritische Stimmen wie Oswald Spengler, der die Großstadt als Zeichen kulturellen Verfalls deutet. Nach seiner Auffassung führt das urbane Leben zu Entwurzelung, Irreligiosität und Verlust von Tradition. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass die Großstadt auch ein Ort kreativer kultureller Entwicklungen ist und neue Formen des Lebens hervorbringt.

Am Ende betont der Autor die Bedeutung konkreter christlicher Persönlichkeiten, die ihren Glauben in der Großstadt leben und gesellschaftlich wirksam werden lassen. Beispiele dafür sind Carl Sonnenschein, Dietrich Bonhoeffer und Romano Guardini. Diese Personen stehen für unterschiedliche Formen christlichen Handelns, etwa soziale Hilfe, politischen Widerstand oder intellektuelle Reflexion des Glaubens. Gemeinsam ist ihnen, dass sie unter schwierigen Bedingungen versuchen, die Würde des Menschen und die christliche Hoffnung sichtbar zu machen.

Der Artikel endet mit der Frage nach dem Zusammenleben von Glaubenden und Nichtglaubenden in der modernen Gesellschaft. Christlicher Glaube zeigt sich nicht nur in religiösen Institutionen, sondern vor allem im alltäglichen Miteinander. Die Idee der Nachbarschaft wird dabei zu einem wichtigen Modell für den Dialog zwischen Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen. Kirche soll sich deshalb nicht in ein gesellschaftliches Ghetto zurückziehen, sondern aktiv auf andere Menschen zugehen und solidarisch handeln.

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