Dieser Artikel stellt den Grundriss einer narrativen Ontologie vor. Zunächst wird deren Charakter als eine Kombination aus relationalen und dynamischen Ontologien beschrieben (1), um dann ihre Grundlage im phänomenalen ‚Wahrwertnehmen‘ zu erläutern (2). Abschnitt 3 stellt einige der wichtigsten Distinktionen vor: die Unterscheidung zwischen primärer, sekundärer und transzendentaler Narrativität, den Begriff der Weglinien, die Unterscheidung zwischen Narration und Narrativ, die Distinktion zwischen transport und wayfaring, die Unterscheidung zwischen logischer und dramatischer Kohärenz sowie die Unterscheidung zwischen epistemischer und ontischer Kontingenz. Abschnitt 4 erläutert den Gottesbegriff, soweit er religionsphilosophisch aussagbar ist als narrative Integration aller Weglinien unter einer besonderen Weglinie. Abschnitt 5 erläutert das Konzept der Offenbarung oder göttlichen Selbstpräsentation in der Verschränkung der Geschichten. Abschnitt 6 befasst sich mit materiellen Neuformulierungen materieller Themen, nämlich Pluralität und Einheit in Gott, Schöpfung, Engeln, Anthropologie, Hamartiologie und Eschatologie. Im abschließenden Abschnitt 7 werden Desiderate zukünftiger Forschung benannt. Die Wirklichkeit kann schwerlich begriffen werden. Eher aber kann sie erzählt werden. „Von wem?“, mag man fragen. Wer aber so fragt, missversteht das Erzählen der Wirklichkeit. Damit wir dieses Missverständnis vermeiden können, bedarf es folgender Überlegungen.