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Eulenfisch

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In Taizé cool sein und trotzdem an Gott glauben

Veröffentlichung:1.1.2019

Der Fachartikel „In Taizé cool sein und trotzdem an Gott glauben“ von Christian Pulfrich ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst ca. 4 Seiten (S. 59–62). Der Beitrag beschreibt Erfahrungen mit freiwilligen Oberstufenfahrten nach Taizé und fragt, ob solche Fahrten für die schulische Religionspädagogik sinnvoll sind. Behandelt werden dabei vor allem theologische Probleme der Glaubenssuche Jugendlicher, der Zugang zu Spiritualität, die Bedeutung von Gemeinschaft im Glauben sowie die Frage, wie religiöse Erfahrungen im schulischen Kontext ermöglicht werden können.

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Der Artikel beschreibt die Erfahrungen eines Lehrers und Schulseelsorgers mit freiwilligen Oberstufenfahrten nach Taizé. Seit etwa zehn Jahren organisiert er mit einem Kollegen eine solche Fahrt für Lernende seines Gymnasiums. Obwohl die Teilnahme freiwillig ist und nur ein Teil des Jahrgangs mitfährt, zeigt sich nach jeder Fahrt ein ähnliches Ergebnis: Viele Lernende sind von der Atmosphäre in Taizé beeindruckt. Besonders prägend erleben sie die internationale Gemeinschaft, die besondere Lebensweise vor Ort und die gemeinsamen Gebete mit ihren Gesängen.

Zu Beginn schildert der Autor die Schwierigkeiten, Lernende für die Fahrt zu gewinnen. Viele Jugendliche stehen religiösen Angeboten zunächst skeptisch gegenüber. Besonders die täglichen Gebetszeiten wirken abschreckend. Deshalb versuchen die Lehrenden, die besondere Atmosphäre von Taizé zu vermitteln. Erfahrungsberichte und authentische Medien helfen dabei, Interesse zu wecken. Entscheidend ist häufig die persönliche Ansprache durch Lehrpersonen.

Ein zentraler Aspekt der Erfahrung in Taizé ist die Gemeinschaft. Lernende erleben dort eine große internationale Gruppe von Jugendlichen aus vielen Ländern. Sie kommen schnell miteinander ins Gespräch, tauschen Erfahrungen aus und diskutieren über Alltag, Glauben und Lebensfragen. Diese Offenheit und die unkomplizierte Begegnung mit anderen Menschen wird von vielen als besonders prägend beschrieben. Einige Lernende erleben zum ersten Mal eine große Gemeinschaft von Christen und entdecken dadurch eine neue Perspektive auf den Glauben. In dieser Atmosphäre entsteht das Gefühl, dass man gleichzeitig modern und gläubig sein kann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die internationale Begegnung. Jugendliche treffen Menschen aus vielen europäischen Ländern und setzen sich mit unterschiedlichen politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Perspektiven auseinander. Solche Gespräche erweitern den Horizont der Lernenden und zeigen ihnen, dass religiöse Fragen auch in anderen Ländern eine Rolle spielen.

Neben der Gemeinschaft spielt auch die spirituelle Erfahrung eine wichtige Rolle. Die täglichen Gebete, die Stille und die einfachen Gesänge prägen viele Jugendliche nachhaltig. Besonders die längeren Phasen der Stille während der Gebete wirken zunächst ungewohnt, werden jedoch nach einiger Zeit als bereichernd empfunden. Viele Lernende erleben diese Momente als Gelegenheit zur Selbstreflexion und zur persönlichen Begegnung mit Gott. Die einfachen Botschaften der Gebete und Texte vermitteln eine verständliche Form des Glaubens, die sich auf zentrale Werte wie Gemeinschaft, Barmherzigkeit und ein Leben nach dem Evangelium konzentriert.

Die Lebensweise in Taizé unterscheidet sich deutlich vom Alltag der Jugendlichen. Es gibt wenig Komfort, einfache Unterkünfte und begrenzten Zugang zu digitalen Medien. Diese reduzierte Lebensform ermöglicht eine Entschleunigung und hilft vielen Jugendlichen, Abstand vom medialen Dauerstress zu gewinnen. Dadurch entsteht Raum für Gespräche, Begegnungen und persönliche Reflexion.

Für Lehrpersonen und Schulseelsorger eröffnet die Fahrt auch Möglichkeiten für Gespräche über persönliche Fragen. Manche Lernende beginnen, über Zukunft, Sinn oder Glauben nachzudenken. Dabei wird deutlich, dass viele Jugendliche eine Sehnsucht nach Spiritualität haben, gleichzeitig aber unsicher sind, wie sie Glauben und modernes Leben miteinander verbinden können.

Der Autor betont, dass eine Taizéfahrt nicht dazu führt, dass alle Teilnehmenden zu besonders religiösen Menschen werden. Vielmehr geht es darum, einen Impuls zu geben und Möglichkeiten zur persönlichen Auseinandersetzung mit Glauben und Lebensfragen zu eröffnen. Bei einigen Jugendlichen kann diese Erfahrung langfristige Auswirkungen auf ihre Biografie haben, etwa durch ein stärkeres Interesse an Theologie oder durch spätere Aufenthalte in Taizé.

Abschließend kommt der Autor zu einem positiven Urteil über solche Fahrten. Taizé kann Lernenden eine besondere Erfahrung von Gemeinschaft, Spiritualität und Selbstreflexion ermöglichen. Deshalb hält er freiwillige Oberstufenfahrten dorthin für eine sinnvolle Ergänzung schulischer Religionsarbeit.

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