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Gesichter der Weltkirche | Kirche in Not

Gesichter der Weltkirche | Kirche in Not

Ein fränkischer „Leihpfarrer“ im Asphaltdschungel Boliviens

Veröffentlichung:13.8.2024

Die Videoreihe WELTKIRCHE - Christen aus aller Welt mit mehr als 30 Folgen bietet Interviews mit Christen aus der Weltkirche über ihren persönlichen Glauben und ihre Berufung. Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen berichten über ihre Erfahrung mit dem lebendigen Gott. Alle glauben dasselbe, aber jede und jeder glaubt auf eine eigene Weise.

Diese Videos können auch als Gruppenarbeiten vergeben werden, um Motivationen, Biografien und Wege zum Glauben oder zur Berufung zu vergleichen.

Die Liebe zu Bolivien begleitet Christian Müssig bereits seit seinem Studium. Immer wieder hat er sich von seinem Bischof für Missionseinsätze freistellen lassen. Seit 2013 lebt er in Santa Cruz de la Sierra, der größten Stadt des Landes, die jedes Jahr um 70.000 Menschen wächst. Welche Herausforderungen das für die Seelsorge bedeutet, erläutert Pfarrer Müssig im Gespräch mit Volker Niggewöhner.


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In der Sendung „Gesichter der Weltkirche“ berichtet Pfarrer Christian Müssig über seinen Lebensweg und seinen seelsorgerischen Dienst in Bolivien. Geboren 1963 in Würzburg, wuchs er in einem katholischen Milieu in Franken auf, geprägt von einer aufstrebenden Kirchengemeinde und aktiver Jugendarbeit. Schon früh engagierte er sich als Ministrant und entwickelte in einem offenen und vertrauensvollen Gemeindeleben seine Berufung zum Priester.

Ein prägender Moment war sein Aufenthalt als Student in Bolivien in den 1980er-Jahren. Trotz anfänglicher sprachlicher und organisatorischer Herausforderungen wurde er dort von großer Gastfreundschaft empfangen. Er erlebte die Armut der Menschen während einer Hyperinflation, aber auch ihren tiefen Glauben und ihre Lebensfreude.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland setzte er sein Theologiestudium fort, wurde Priester und beantragte mehrfach erfolglos die Entsendung in die Mission. Erst 2007 konnte er als „Fidei Donum“-Priester nach Santa Cruz de la Sierra ausreisen, wo er bis heute wirkt.

Müssig beschreibt Santa Cruz als dynamisch wachsende, multiethnische Metropole, in der zahlreiche Binnenmigranten leben. Seine Gemeinde ist geprägt von Menschen, die aus ländlichen Regionen zugewandert sind und ihre religiösen Traditionen mitgebracht haben. Als Seelsorger begegnet er einem sehr lebensnahen und alltagsbezogenen Glauben. Seine Pfarrgemeinde ist lebendig, besonders getragen von Jugendlichen, die Musik und Gestaltung übernehmen. Auch indigene Spiritualität und Volksfrömmigkeit fließen in die kirchliche Praxis ein.

In seinem Blick auf die Kirche in Deutschland zeigt sich Müssig kritisch. Er beobachtet eine depressive Grundstimmung, mangelnde Freude und übermäßiges Strukturdenken. Sein Gegenrezept ist einfach: „Man muss Menschen mögen“ – das gelte in Bolivien wie in Deutschland. Für seine eigene Zukunft ist er offen, spürt aber auch die körperliche Belastung der Jahre. Noch fühlt er sich in Bolivien zu Hause.

Fazit für den Religionsunterricht:

Das Gespräch mit Pfarrer Müssig zeigt eindrucksvoll, wie interkulturelle Begegnungen und gelebte Weltkirche Glauben verändern und vertiefen können. Es liefert authentische Einblicke in Mission, globales Christsein, Volksfrömmigkeit und das seelsorgerliche Arbeiten in anderen kulturellen Kontexten.

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