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Eulenfisch

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Offen sein. Ganz sein. Frei sein.

Veröffentlichung:1.1.2021

Der Fachartikel von Holger Zaborowski mit dem Titel „Offen sein. Ganz sein. Frei sein. Spielerisch denken, leben und sterben“ ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst ca. 8 Seiten. Der Artikel behandelt theologische und anthropologische Fragen zum Spiel als Grunddimension menschlicher Existenz. Thematisiert werden unter anderem die Bedeutung des Spiels für Denken, menschliche Ganzheit, Freiheit, Bildung, Gemeinschaft, Liturgie sowie den Umgang mit Leben und Tod. Der Autor verbindet philosophische, anthropologische und theologische Perspektiven und fragt, wie das Spielerische ein neues Verständnis von Menschsein, Glauben und Schule eröffnen kann.

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Der Artikel untersucht das Spiel als grundlegende Dimension des menschlichen Lebens und Denkens. Spielen ist eine universale Erfahrung des Menschen unabhängig von Kultur, Alter oder Religion. Der Mensch kann daher als spielender Mensch verstanden werden. Über das Spiel lassen sich viele Dimensionen des Menschseins erschließen, etwa pädagogische, psychologische, soziale und religiöse Aspekte. Das Spiel ist nicht nur ein Gegenstand der Beobachtung, sondern auch eine Erfahrung von innen. Wer spielt, ist nicht nur Beobachter, sondern Beteiligter. Deshalb kann auch das Denken selbst spielerischen Charakter haben. Spielerisches Denken ist offen für Überraschungen, Einfälle und neue Möglichkeiten. Gedanken entstehen oft spontan wie ein Geistesblitz und verändern die Sicht auf Wirklichkeit. In diesem Prozess bleibt immer ein Überschuss, etwas das sich nicht vollständig begreifen lässt.

Der Autor verbindet diese Erfahrung mit der biblischen Vorstellung der Weisheit, die vor Gott spielt. Weisheit kann daher als eine Form des Spiels verstanden werden. Aus dieser Perspektive erhält auch Schule eine neue Bedeutung. Schule könnte als Raum der Muße und des Spiels verstanden werden. Lernen geschieht nicht nur durch Arbeit und Leistungsdruck, sondern auch durch Beispiele, Rollen und Lernspiele.

Im zweiten Teil beschreibt der Artikel den Ernst des Spiels. Der Mensch ist im Spiel ganz bei sich. Wer wirklich spielt, ist vollständig in die Situation eingebunden und vergisst Zeit und Alltag. Im Spiel entsteht eine besondere Gegenwart. Menschen sind im Moment präsent und erleben ihren Ort intensiv. Gleichzeitig entstehen Nähe und Gemeinschaft mit anderen Menschen. Fremde können im gemeinsamen Spiel zu Freunden werden. Das Spiel schafft Vertrauen und Verbundenheit. Dadurch erfahren Menschen eine Form von Ganzheit. Diese Ganzheit kann im Alltag Orientierung und Sinn geben.

Auch religiöse Praxis kann in diesem Zusammenhang verstanden werden. Liturgie wird als heiliges Spiel beschrieben. Sie sammelt Menschen, schafft Gemeinschaft und eröffnet die Gegenwart Gottes. Gleichzeitig weist der Autor auf die Ambivalenz des Spiels hin. Spiele können missbraucht werden, etwa in Machtspielen oder wenn Menschen wie Spielfiguren behandelt werden. Außerdem kann ein übertriebenes Spiel mit Virtualität zur Flucht aus der Wirklichkeit führen.

Im dritten Teil wird das Verhältnis von Spiel und Freiheit untersucht. Spiele folgen Regeln. Gerade diese Regeln ermöglichen Freiheit, weil sie einen Raum eröffnen, in dem Menschen handeln können. Freiheit bedeutet daher nicht grenzenlose Willkür, sondern bewegt sich innerhalb von Grenzen. Wer Regeln beherrscht, kann innerhalb dieser Grenzen kreativ handeln. Das zeigt sich besonders im künstlerischen Spiel etwa in Musik, Theater oder Rezitation. In solchen Situationen entsteht ein gemeinsamer Spielraum zwischen Spielenden und Publikum.

Von hier aus entwickelt der Autor die Idee einer spielerischen Lebenskunst. Das Leben selbst kann als ein Spiel verstanden werden, in dem Freiheit und Notwendigkeit zusammenkommen. Moderne Gesellschaften neigen jedoch dazu, das Leben technisch zu planen und zu optimieren. Dadurch geht der spielerische Charakter des Lebens verloren. Eine echte Lebenskunst akzeptiert dagegen auch Unsicherheit, Zufall und Grenzen.

Schließlich wird auch der Tod in diese Perspektive einbezogen. Obwohl der Tod eine extreme Ernstsituation darstellt, können kulturelle Rituale helfen, ihm mit einer gewissen Gelassenheit zu begegnen. Traditionen wie Totentänze oder Rituale des Abschieds zeigen, dass Menschen auch dem Sterben in symbolischer und spielerischer Form begegnen können. Die Kunst des Sterbens besteht darin, das eigene Leben anzunehmen und loszulassen. In dieser Haltung kann sich eine letzte Freiheit zeigen, verbunden mit Dankbarkeit für das gelebte Leben und mit Hoffnung auf eine mögliche Zukunft jenseits des Todes.

Der Artikel zeigt insgesamt, dass das Spiel eine zentrale Bedeutung für Denken, Bildung, Gemeinschaft, Religion und menschliche Freiheit besitzt. Das Spielerische eröffnet Möglichkeiten, das Leben mit Offenheit, Ganzheit und Gelassenheit zu gestalten.

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