Der Artikel definiert Sozialformen als die Beziehungsstrukturen des Unterrichts, die regeln, in welcher räumlichen Ordnung und Kommunikationsstruktur Lernende und Lehrende zusammenarbeiten. Brieden präsentiert verschiedene Kategorisierungen von Sozialformen: Nach Meyer gibt es vier Grundformen (Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Frontalunterricht), während andere Autoren wie Mendl, Kösel und Gudjons zusätzliche Varianten wie Lernzirkel, Projektarbeit, Team-Teaching und Spielformen einbeziehen. Der Artikel unterscheidet zwischen direktem Unterricht, bei dem die Lehrkraft zentral steuernd eingreift, und indirektem Unterricht, der innere Differenzierung ermöglicht und die Schüler zur Selbsttätigkeit herausfordert. Sozialformen sind stets mit Aktionsformen (Handlungsmustern) verbunden und eingebettet in Verlaufsformen, die den zeitlichen Ablauf und die Funktion von Unterrichtsschritten bestimmen. Im Religionsunterricht kommt Sozialformen besondere Bedeutung zu, da sie Beziehungsräume schaffen, in denen sich das Verhältnis zwischen Ich, Wir, Es (dem Unterrichtsgegenstand), Globe und bei Boschki auch zu Gott und zur Zeit konkretisiert. Die Lehrkraft kann dabei entweder als Beobachterin erster Ordnung direkt das Geschehen steuern oder als Beobachterin zweiter Ordnung indirekt auf die Lernprozesse der Schüler fokussieren, was besonders in metareflexiven Verfahren gefordert ist.