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Katholische Akademie Bayern

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Die Geschichte der historischen Jesusforschung bis zur Third Quest

Veröffentlichung:1.9.2026

Der Fachartikel wurde von der Neutestamentlerin Prof. Dr. Angelika Strotmann unter dem Titel „Die Geschichte der historischen Jesusforschung bis zur Third Quest“ verfasst und in der Zeitschrift zur debatte, Ausgabe 3/2026, im Online Teil auf den Seiten 74 bis 85 veröffentlicht. Er umfasst 12 Seiten und zeichnet die Entwicklung der historischen Jesusforschung von der Antike über die Aufklärung bis zur gegenwärtigen Forschung nach. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der historische Jesus von Nazaret anhand der biblischen und außerbiblischen Quellen wissenschaftlich rekonstruieren lässt. Der Artikel behandelt grundlegende theologische Probleme wie das Verhältnis zwischen dem historischen Jesus und dem Christus des Glaubens, die historische Glaubwürdigkeit der Evangelien, die Deutung von Wundern und Auferstehung, die Bedeutung der jüdischen Identität Jesu sowie den Einfluss gesellschaftlicher, religiöser und ideologischer Vorstellungen auf die Jesusforschung. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der Third Quest, die Jesus konsequent in seinem jüdischen, gesellschaftlichen und historischen Umfeld betrachtet.

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Der Fachartikel von Angelika Strotmann beschäftigt sich mit der Geschichte der historischen Jesusforschung und zeigt, wie sich die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Jesus von Nazaret im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass die Evangelien über lange Zeit als historisch zuverlässige Lebensbeschreibungen Jesu verstanden wurden. Die christliche Tradition ging weitgehend davon aus, dass die biblischen Erzählungen unmittelbar mit der geschichtlichen Wirklichkeit übereinstimmen. Erst mit der Aufklärung entwickelte sich eine systematische wissenschaftliche Untersuchung der Evangelien, die zwischen historischen Ereignissen und theologischen Deutungen unterschied. Dabei rückte zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, was sich über das tatsächliche Leben, die Verkündigung und das Wirken Jesu historisch feststellen lässt.

Bereits in der Antike gab es Kritik an der Glaubwürdigkeit der Evangelien. Nichtchristliche Denker wie Kelsos und der römische Kaiser Julian verwiesen auf Unterschiede und Widersprüche zwischen den biblischen Erzählungen. Besonders die voneinander abweichenden Kindheitsgeschichten und Passionsberichte wurden kritisch betrachtet. Allerdings richtete sich diese Kritik nicht grundsätzlich gegen die Vorstellung übernatürlicher Ereignisse, da göttliche Eingriffe und die Existenz übernatürlicher Wesen zum antiken Weltbild gehörten. Christliche Theologen versuchten, die Widersprüche zu erklären und die Glaubwürdigkeit der Evangelien zu verteidigen. Origenes berücksichtigte unterschiedliche Absichten der Evangelisten und entwickelte allegorische Auslegungen, die den geistlichen Sinn der Texte hervorhoben. Andere Autoren versuchten, die vier Evangelien zu einer einheitlichen Darstellung des Lebens Jesu zusammenzuführen. Mit der zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Durchsetzung des Christentums verloren grundlegende Zweifel an der historischen Zuverlässigkeit der Evangelien zunächst an Bedeutung.

Eine entscheidende Veränderung brachte die Aufklärung. Die menschliche Vernunft wurde zum Maßstab wissenschaftlicher Erkenntnis. Naturwissenschaftliche Entdeckungen, die Entwicklung der Geschichtswissenschaft und die Kritik an kirchlichen Glaubenslehren führten dazu, dass biblische Texte zunehmend mit wissenschaftlichen Methoden untersucht wurden. Die Bibelauslegung löste sich schrittweise von der unmittelbaren Bindung an kirchliche Dogmen. Besonders die Wunder Jesu, seine jungfräuliche Empfängnis und seine Auferstehung wurden kritisch hinterfragt, weil sie sich nicht ohne Weiteres mit naturwissenschaftlichen Erklärungen vereinbaren ließen. Damit entstand die grundlegende Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus, dessen Leben wissenschaftlich untersucht werden kann, und dem Christus des Glaubens, wie er in den Evangelien und der kirchlichen Verkündigung dargestellt wird.

Als Begründer der modernen historischen Jesusforschung gilt Hermann Samuel Reimarus. Er unterschied erstmals konsequent zwischen der ursprünglichen Verkündigung Jesu und dem späteren Christusglauben seiner Anhänger. Nach seiner Auffassung war Jesus ein jüdischer Verkündiger, dessen Botschaft nur aus den religiösen und gesellschaftlichen Vorstellungen seiner Zeit verstanden werden konnte. Reimarus ging davon aus, dass Jesus ein irdisches messianisches Reich erwartete und nicht die Absicht hatte, das Judentum abzuschaffen. Seine Erklärung der Auferstehung als bewusste Täuschung durch die Jünger wird heute als überholt angesehen. Dennoch war seine Forschung wegweisend, weil er die Evangelien kritisch miteinander verglich, Widersprüche ernst nahm und die historische Gestalt Jesu von späteren theologischen Interpretationen unterschied.

Im Anschluss daran entwickelte sich der Rationalismus, der versuchte, die biblischen Erzählungen mit den naturwissenschaftlichen Vorstellungen der damaligen Zeit in Einklang zu bringen. Vertreter wie Carl Friedrich Bahrdt, Karl Heinrich Georg Venturini und Heinrich Eberhard Gottlob Paulus erklärten die Wunder Jesu durch natürliche Vorgänge, Missverständnisse oder psychologische Wirkungen. Die Speisung einer großen Menschenmenge wurde beispielsweise damit erklärt, dass Lebensmittel bereits vorhanden gewesen seien oder wohlhabende Menschen ihre Vorräte geteilt hätten. Auch die Auferstehung Jesu wurde durch die Annahme eines Scheintodes zu erklären versucht. Diese Interpretationen hielten grundsätzlich an der historischen Zuverlässigkeit der Evangelien fest, versuchten jedoch, übernatürliche Ereignisse durch natürliche Ursachen zu ersetzen.

Eine grundlegende Kritik an diesem Vorgehen formulierte David Friedrich Strauß. Er stellte die Annahme infrage, dass die Evangelien durchgehend historische Berichte seien. Stattdessen deutete er viele Erzählungen als Mythen, in denen religiöse Vorstellungen und Glaubensüberzeugungen zum Ausdruck kommen. Nach Strauß wurden die Geschichten über Jesus durch Motive und Erwartungen aus der jüdischen Tradition geprägt. Seine Untersuchungen machten deutlich, dass die Evangelien nicht einfach als unmittelbare historische Dokumente gelesen werden können. Zugleich erkannte er, dass das Johannesevangelium stärker von theologischen Interessen bestimmt ist als die übrigen Evangelien. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer wissenschaftlich reflektierten Bibelauslegung.

Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts entstand die liberale Jesusforschung. Sie versuchte, das Leben Jesu möglichst genau zu rekonstruieren und ihn zugleich als sittliches Vorbild für die moderne Gesellschaft darzustellen. Eine wichtige methodische Grundlage bildete die Zweiquellentheorie. Nach dieser Theorie verwendeten Matthäus und Lukas das Markusevangelium sowie eine weitere gemeinsame Sammlung von Jesusworten als Quellen. Christian Hermann Weisse und Heinrich Julius Holtzmann trugen wesentlich zur Entwicklung dieser Theorie bei. Parallel entstanden zahlreiche literarische Darstellungen des Lebens Jesu. Besonders bekannt wurde das Jesusbuch des französischen Schriftstellers Ernest Renan, das Jesus als sanftmütigen Lehrer der Liebe schilderte. Die liberale Forschung betonte vor allem die ethische Botschaft Jesu und verstand das Reich Gottes häufig als innere religiöse Wirklichkeit. Die endzeitlichen Erwartungen Jesu traten dabei in den Hintergrund.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert geriet die liberale Jesusforschung zunehmend in die Kritik. Johannes Weiß und Albert Schweitzer zeigten, dass die Verkündigung Jesu vom Reich Gottes wesentlich durch jüdische Endzeiterwartungen geprägt war. Jesus konnte deshalb nicht ohne Weiteres als moderner Morallehrer verstanden werden. Schweitzer kritisierte besonders, dass viele Forscher ihre eigenen gesellschaftlichen und religiösen Ideale auf Jesus übertrugen. Die vermeintlich historischen Jesusbilder spiegelten häufig eher die Vorstellungen ihrer Verfasser als die Lebenswirklichkeit Jesu wider. Damit wurde deutlich, dass jede historische Rekonstruktion kritisch auf ihre Voraussetzungen und zeitbedingten Interessen untersucht werden muss.

Auch die Vorstellung, das Markusevangelium könne als zuverlässige chronologische Biografie Jesu verwendet werden, wurde zunehmend infrage gestellt. William Wrede zeigte, dass bereits das älteste Evangelium von theologischen Vorstellungen der frühen christlichen Gemeinden geprägt ist. Karl Ludwig Schmidt wies darauf hin, dass die Evangelien aus einzelnen Überlieferungseinheiten zusammengesetzt wurden, die erst später einen erzählerischen Rahmen erhielten. Martin Dibelius und Rudolf Bultmann entwickelten die Formgeschichte weiter und untersuchten, wie die einzelnen Erzählungen und Jesusworte innerhalb der frühen christlichen Gemeinden überliefert und verändert wurden. Bultmann betonte, dass der christliche Glaube nicht in erster Linie auf einer historisch rekonstruierten Persönlichkeit Jesu beruhe, sondern auf der Verkündigung des gekreuzigten und auferstandenen Christus. Dennoch beschäftigte er sich weiterhin mit der Botschaft Jesu und ihrer Bedeutung für die menschliche Existenz.

Ein weiterer Schwerpunkt der sogenannten Zwischenphase ist die Auseinandersetzung mit der jüdischen Identität Jesu. Während jüdische Gelehrte versuchten, Jesus als Teil der jüdischen Religionsgeschichte zu verstehen, entwickelten sich innerhalb der christlichen Forschung zunehmend antijüdische und antisemitische Jesusbilder. Besonders während des Nationalsozialismus versuchten einzelne Theologen, Jesus von seinen jüdischen Wurzeln zu lösen und ihn als angeblich nichtjüdische oder arische Gestalt darzustellen. Strotmann kritisiert diese ideologisch geprägte Forschung und betont, dass sie trotz ihres unwissenschaftlichen und menschenverachtenden Charakters zur Geschichte der Jesusforschung gehört und deshalb nicht verschwiegen werden darf.

Demgegenüber leisteten jüdische Wissenschaftler wie Leo Baeck und Joseph Klausner wichtige Beiträge zu einem historisch angemessenen Verständnis Jesu. Sie betonten, dass Jesus innerhalb des Judentums lebte, dachte und wirkte. Seine Verkündigung könne deshalb nicht unabhängig von jüdischen Glaubensvorstellungen verstanden werden. Joseph Klausner beschrieb Jesus als bedeutenden jüdischen Lehrer und religiösen Visionär. Strotmann hebt hervor, dass die Leistungen jüdischer Forschender in der christlichen Jesusforschung lange Zeit unzureichend berücksichtigt wurden. Darin zeigt sich, wie stark wissenschaftliche Erkenntnisse durch religiöse Vorurteile, gesellschaftliche Machtverhältnisse und politische Interessen beeinflusst werden können.

Mit der sogenannten New Quest begann ab 1953 eine neue Phase der historischen Jesusforschung. Ihr Ausgangspunkt war ein Vortrag von Ernst Käsemann, der die historische Rückfrage nach Jesus erneut als notwendig begründete. Anders als Bultmann betonte Käsemann, dass zwischen dem irdischen Jesus und dem verkündigten Christus eine geschichtliche Verbindung bestehen müsse. Der christliche Glaube beziehe sich schließlich auf eine wirkliche historische Person. Um authentische Worte und Handlungen Jesu zu erkennen, entwickelte die Forschung verschiedene historische Kriterien. Besonders wichtig wurde das Differenzkriterium, nach dem solche Überlieferungen als besonders ursprünglich gelten konnten, die weder aus dem damaligen Judentum noch aus den Vorstellungen der frühen christlichen Gemeinden erklärt werden konnten. Ergänzend wurden das Kriterium der Verlegenheit, die Mehrfachbezeugung und sprachliche Hinweise auf einen aramäischen Ursprung herangezogen. Günther Bornkamm entwickelte diese Methoden weiter und trug wesentlich zur erneuten wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem historischen Jesus bei.

Seit den 1980er Jahren entwickelte sich mit der Third Quest eine weitere Forschungsrichtung. Sie kritisierte insbesondere die starke Abgrenzung Jesu vom Judentum, die durch das Differenzkriterium begünstigt worden war. Statt Jesus vor allem durch seine Unterschiede zu seiner religiösen Umwelt zu bestimmen, wurde nun seine Zugehörigkeit zum Judentum des ersten Jahrhunderts zum Ausgangspunkt der Forschung. Wissenschaftler wie Géza Vermes, Ed Parish Sanders und Marcus Borg trugen wesentlich zu dieser Neuorientierung bei. Jesus wird seitdem verstärkt als jüdischer Mensch verstanden, dessen Botschaft, Lebensweise und Handlungen nur innerhalb seines historischen und kulturellen Umfeldes angemessen erklärt werden können.

Das zentrale methodische Prinzip der Third Quest ist das Kontextprinzip. Es verlangt, Jesus in die religiösen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit einzuordnen. Dabei wird berücksichtigt, dass das antike Judentum keine einheitliche Religionsgemeinschaft war, sondern unterschiedliche religiöse Strömungen und Lebensformen umfasste. Ebenso werden die Einflüsse der hellenistischen Kultur und der römischen Herrschaft untersucht. Neue archäologische Erkenntnisse sowie zusätzliche jüdische und außerbiblische Quellen erweitern die Möglichkeiten historischer Forschung. Auch die Wundererzählungen werden wieder stärker berücksichtigt, da Heilungen und Dämonenaustreibungen als wichtige Bestandteile des öffentlichen Wirkens Jesu verstanden werden.

Ein wichtiges Ergebnis dieser Neuorientierung ist das historische Plausibilitätskriterium. Danach gelten solche Aussagen über Jesus als besonders plausibel, die sich innerhalb des damaligen Judentums erklären lassen und zugleich verständlich machen, wie aus seinem Wirken die frühe christliche Bewegung entstehen konnte. Damit wird die jüdische Identität Jesu nicht als Gegensatz zu seiner besonderen Bedeutung verstanden, sondern als notwendige Voraussetzung für deren historische Erklärung.

Die Third Quest berücksichtigt außerdem zunehmend den Einfluss der Forschenden auf ihre wissenschaftlichen Ergebnisse. Jede historische Untersuchung wird durch die gesellschaftliche Herkunft, die religiösen Überzeugungen, das Geschlecht und die kulturellen Erfahrungen der beteiligten Personen geprägt. Während die ältere Jesusforschung überwiegend von männlichen, westeuropäischen und protestantischen Theologen bestimmt wurde, beteiligen sich inzwischen Menschen unterschiedlicher religiöser und wissenschaftlicher Hintergründe. Dennoch weist Strotmann darauf hin, dass Frauen und Forschende aus nichtwestlichen Gesellschaften weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind. Die Vielfalt wissenschaftlicher Perspektiven führt zugleich zu unterschiedlichen Jesusbildern. Umstritten bleibt beispielsweise, ob Jesus vor allem als endzeitlicher Prophet, als Weisheitslehrer oder als gesellschaftlich und politisch wirksamer Verkündiger verstanden werden muss.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gewinnt zusätzlich die Erinnerungsforschung an Bedeutung. Der sogenannte Jesus Memory Approach untersucht, wie Erinnerungen an Jesus entstanden, mündlich weitergegeben und schließlich schriftlich festgehalten wurden. James Dunn betont, dass die neutestamentlichen Überlieferungen auf den Erinnerungen der Menschen beruhen, die Jesus erlebt haben. Jens Schröter versteht die Evangelien stärker als Ausdruck gemeinschaftlicher Erinnerung, in der die frühen christlichen Gemeinden ihre Vergangenheit aus der Perspektive ihrer jeweiligen Gegenwart deuteten. Beide Ansätze verdeutlichen, dass historische Forschung niemals einen unmittelbaren Zugang zum tatsächlichen Jesus besitzt, sondern immer auf überlieferte und interpretierte Erinnerungen angewiesen ist. Strotmann sieht darin eine wichtige methodische Weiterentwicklung, jedoch noch keinen ausreichenden Grund, von einer völlig neuen Phase der Jesusforschung zu sprechen.

Abschließend beschäftigt sich der Artikel mit der grundsätzlichen Frage nach dem Sinn der historischen Jesusforschung. Kritiker wie Klaus Wengst bezweifeln, dass eine wissenschaftliche Rekonstruktion Jesu möglich oder für den christlichen Glauben notwendig sei. Sie befürchten, dass der Glaube dadurch von unsicheren historischen Erkenntnissen abhängig gemacht wird. Strotmann widerspricht dieser Trennung von Geschichte und Glauben. Sie argumentiert, dass der christliche Glaube selbst auf eine historische Person verweist und deshalb die Frage nach dem tatsächlichen Leben Jesu nicht vermeiden kann. Zugleich müsse anerkannt werden, dass historische Forschung keine vollständige und objektive Biografie Jesu liefern kann. Sie entwickelt vielmehr begründete Rekonstruktionen auf der Grundlage begrenzter und theologisch geprägter Quellen.

Die historische Jesusforschung besitzt nach Strotmann außerdem eine wichtige kritische Funktion gegenüber Kirche und Theologie. Sie verhindert, dass Jesus ausschließlich als überirdische Glaubensgestalt betrachtet und von seiner konkreten menschlichen Geschichte getrennt wird. Besonders die Erkenntnis, dass Jesus zeitlebens Jude war und seine Verkündigung tief im Judentum verwurzelt ist, fordert traditionelle christliche Vorstellungen heraus. Damit trägt die historische Jesusforschung auch zur Überwindung antijüdischer Deutungen und zu einem angemessenen Verhältnis zwischen Christentum und Judentum bei.

Für den Religionsunterricht bietet der Artikel eine wichtige fachwissenschaftliche Grundlage, um Lernenden den Unterschied zwischen dem historischen Jesus und dem Christus des Glaubens zu vermitteln. Er zeigt, dass biblische Texte sowohl historische Erinnerungen als auch theologische Glaubenszeugnisse enthalten und deshalb unterschiedliche Zugänge zu ihrer Auslegung erforderlich sind. Lernende können erkennen, wie wissenschaftliche Methoden, gesellschaftliche Vorstellungen und religiöse Überzeugungen das Bild Jesu beeinflussen. Zugleich eröffnet der Artikel Möglichkeiten, die jüdischen Wurzeln des Christentums, die historische Bedeutung Jesu und das Verhältnis zwischen Glauben und wissenschaftlicher Erkenntnis kritisch zu reflektieren.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q1 Jesus Christus – das menschgewordene Wort Gottes

Q1.2 Die Auferstehung Jesu: Hoffnung über den Tod hinaus.

Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.1 Selbstverständnis der Kirche.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 1. Botschaft und Anspruch Jesu und das Selbstverständnis der frühen Kirche.

12.1 / 7. Jesus Christus - wahrer Gott und wahrer Mensch.

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