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Ein Leben in Fülle?

Veröffentlichung:1.1.2023

Der Fachartikel „Ein Leben in Fülle?“ von Ute Lonny Platzbecker und Anna Lisa Lukannek ist in der religionspädagogischen Fachzeitschrift RU heute erschienen und umfasst etwa vier Seiten (S. 120–123).

Der Artikel stellt eine Unterrichtsreihe für die Mittelstufe zum Thema Klosterleben und Berufung vor. Ziel ist es, Lernenden einen lebensnahen Zugang zum Ordensleben zu ermöglichen und sie zur Auseinandersetzung mit der Frage nach Sinn, Lebensgestaltung und religiöser Berufung anzuregen.

Der Beitrag behandelt zentrale theologische Fragestellungen wie die Suche nach Sinn und Heil, das Verständnis von Berufung zu einem Leben im Kloster, die Bedeutung von Gebet und Gemeinschaft sowie die Frage, ob ein klösterliches Leben als ein Leben in Fülle verstanden werden kann.

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Der Artikel beschreibt eine Unterrichtsreihe für die Mittelstufe, die sich mit dem Thema Klosterleben und religiöse Berufung beschäftigt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Lernende kaum Berührungspunkte mit Ordensgemeinschaften haben. Die Lebensform von Mönchen und Ordensleuten wirkt für Jugendliche häufig fremd, da sie im Gegensatz zu typischen Lebensentwürfen steht, die eher auf beruflichen Erfolg, Familie und Wohlstand ausgerichtet sind. Deshalb besteht im Religionsunterricht die Herausforderung, einen Zugang zu schaffen, der über reine Sachinformationen hinausgeht und eine persönliche Auseinandersetzung ermöglicht.

Die Unterrichtsreihe orientiert sich am Prinzip der Kompetenzorientierung und beginnt mit einer konkreten Anforderungssituation. Lernende sollen sich vorstellen, dass ihre Schule eine fünftägige Fahrt zu Tagen religiöser Orientierung in einem Kloster plant. Sie sollen ihre Erwartungen formulieren und eine erste Meinung dazu äußern, ob eine solche Fahrt sinnvoll wäre. Als Beispiel wird das Kloster Fischingen gewählt, da dazu viele Materialien und Informationen verfügbar sind.

Im Verlauf der Unterrichtsreihe erleben die Lernenden eine Art virtuelle Vorexkursion in ein Kloster. Diese soll ihnen helfen, das klösterliche Leben besser zu verstehen und am Ende eine begründete Stellungnahme zur Einführung solcher Orientierungstage abzugeben. Während der Unterrichtsreihe erstellen die Lernenden ein Lernprodukt in Form eines Portfolios. Dabei können sie zwischen verschiedenen Formen wählen, etwa einem fiktiven Tagebuch, einer Informationsbroschüre oder Briefen. Dieses Lernprodukt dient dazu, die Inhalte der einzelnen Unterrichtssequenzen zu verarbeiten und individuell zu reflektieren.

Die Reihe umfasst mehrere thematische Sequenzen. Zunächst lernen die Lernenden den heiligen Benedikt von Nursia kennen, der als Begründer des westlichen Mönchtums gilt. Sie erarbeiten grundlegende Informationen über seine Biographie und die Entstehung des klösterlichen Lebens in Europa. Dadurch erhalten sie ein historisches Fundament für das Verständnis der Ordensgemeinschaft der Benediktiner.

In einer weiteren Sequenz beschäftigen sich die Lernenden mit der Architektur eines Klosters und den verschiedenen Räumen innerhalb der Anlage. Mithilfe einer medialen Führung lernen sie typische Orte eines Klosters kennen und erfahren, welche Tätigkeiten dort stattfinden. Diese Eindrücke werden anschließend im Lernprodukt verarbeitet.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Reihe ist der Tagesablauf im Kloster. Die Lernenden analysieren den traditionellen Rhythmus des benediktinischen Lebens, der durch das Prinzip Ora et labora geprägt ist. Sie vergleichen diesen Tagesablauf mit ihrem eigenen Alltag. Dabei erkennen sie sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten. Besonders auffällig sind die festen Gebetszeiten und die regelmäßige Struktur des Tages. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch der Alltag von Jugendlichen viele verpflichtende Elemente enthält. Dadurch entsteht eine Diskussion über Selbstbestimmung, Verpflichtung und Gemeinschaft.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Regel des heiligen Benedikt. Die Lernenden arbeiten zentrale Aussagen dieser Regel heraus und diskutieren deren Bedeutung für das Zusammenleben in einer klösterlichen Gemeinschaft. Sie erkennen, dass die Regeln das gemeinsame Leben ordnen, Gleichberechtigung fördern und den Glauben durch Gebet und Gemeinschaft stärken sollen. Gleichzeitig überlegen sie, ob bestimmte Regeln auch für ihr eigenes Leben oder für das Zusammenleben in Familie oder Schule Bedeutung haben könnten.

Am Ende der Unterrichtsreihe steht die Frage, ob das Leben im Kloster als ein Leben in Fülle verstanden werden kann. Diese Frage wird anhand von Aussagen des Benediktiners Nikodemus Schnabel diskutiert. Lernende setzen sich mit der Aussage auseinander, dass das Mönchsleben ein Weg zu einem erfüllten Leben sein kann, obwohl es auf Besitz und persönliche Freiheit verzichtet. Durch Interviews und Texte erhalten sie Einblicke in persönliche Erfahrungen eines Ordensmitglieds.

Zum Abschluss greifen die Lernenden die ursprüngliche Ausgangssituation wieder auf. Sie sollen einen kurzen Vortrag vorbereiten, in dem sie begründet Stellung dazu nehmen, ob ihre Schule Tage religiöser Orientierung im Kloster einführen sollte. Dabei sollen sie sowohl Chancen als auch mögliche Herausforderungen berücksichtigen. Durch den Vergleich mit ihrer ersten Abstimmung können die Lernenden ihren Lernprozess reflektieren und erkennen, wie sich ihre Perspektiven im Laufe der Unterrichtsreihe verändert haben.

Die Unterrichtsreihe verbindet somit Sachwissen über klösterliches Leben mit persönlicher Reflexion über Lebensentwürfe, Werte und religiöse Berufung.

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Sekundarstufe II | E2 Gotteswort im Menschenwort – Themen der Bibel und ihre Aneignung

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Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 6. Der Mensch als das sich transzendierende Wesen.

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