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Eulenfisch

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Der Dachau-Altar: Kostbare Reliquie und Erinnerungsort

Veröffentlichung:1.1.2025

Der Fachartikel ist im Heft ru heute unter dem Titel „Der Dachau Altar: Kostbare Reliquie und Erinnerungsort“ enthalten. Der Beitrag umfasst zwei Seiten. Er schildert die Geschichte des improvisierten Altars in der Priesterbaracke des Konzentrationslagers Dachau, seine Bedeutung für die inhaftierten Geistlichen und seinen späteren Weg in das Tagungshaus Berg Moriah der Schönstatt Bewegung.

Der Fachartikel behandelt vor allem diese theologischen Probleme: die Frage nach der Kraft des Gottesdienstes unter extremen Bedingungen, die Bedeutung der Eucharistie als Quelle von Hoffnung und innerem Halt, das Verständnis von Leid, Glauben und Standhaftigkeit im Angesicht von Gewalt sowie die Rolle von Erinnerungsorten und Reliquien für das christliche Gedächtnis.

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Der Artikel erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau am 29. April 1945 und stellt den sogenannten Dachau Altar als ein eindrucksvolles Zeugnis des Glaubens inmitten von Verfolgung und Menschenverachtung vor. Zu Beginn des Jahres 1945 verschärfte sich die Lage im Lager noch einmal deutlich. Immer mehr Evakuierungstransporte aus anderen Lagern trafen ein, das Lager war überfüllt, und eine Typhusepidemie forderte viele Todesopfer. In der Priesterbaracke wurde die Kapelle zugleich als Werkraum und Schlafstätte genutzt. Dennoch blieb der Altarbereich ein geschützter Ort, der für die Häftlinge von großer spiritueller Bedeutung war.

Der Artikel beschreibt dann die letzten Tage vor der Befreiung. Nachdem der Befehl zur Evakuierung ergangen war, mussten viele Häftlinge zusätzliche Märsche und Transporte ertragen. Als die amerikanischen Soldaten am 29. April 1945 das Lager erreichten, endete die Zeit des Schreckens. Noch am Abend versammelten sich Priester und Gläubige zu einer Dankfeier in der Kapelle. Auf dem Appellplatz wurde ein großes Holzkreuz aufgerichtet. Der Autor macht deutlich, dass die Befreiung nicht nur politisch und militärisch, sondern auch religiös als tiefes Hoffnungszeichen erfahren wurde. Viele Geistliche hatten die Haft allerdings nicht überlebt, andere starben kurz nach der Befreiung an den Folgen der Lagerzeit.

Ein weiterer Schwerpunkt des Artikels ist die Entstehung der Lagerkapelle. Dass überhaupt eine Kapelle eingerichtet werden konnte, war den Bemühungen der deutschen Bischöfe und des Vatikans zu verdanken. In Block 26 wurde Anfang 1941 ein Raum für Gottesdienste geschaffen. Die Häftlinge richteten ihn mit einfachsten Mitteln würdig her. Zunächst bestand der Altar nur aus einem mit einem Bettlaken bedeckten Tisch mit zwei Kerzen und einem einfachen Metallkreuz. Ein Tabernakel wurde aus einer Schublade gebildet. Weil es an liturgischen Gegenständen fehlte, mussten viele Dinge improvisiert oder heimlich beschafft werden. Hostien wurden geteilt oder durch kleine Brotstücke ersetzt. Messbücher, Weihrauch und andere notwendige Gegenstände gelangten über Schmuggelwege ins Lager. Vieles wurde auch von den Häftlingen selbst hergestellt.

Im Lauf der Zeit erhielt der Altar eine immer würdigere Gestalt. Besonders eindrucksvoll war ein kunstvoll gefertigter Tabernakel aus Birnbaumholz mit Engelsdarstellungen aus Messing. Der Artikel zeigt damit, wie selbst unter unmenschlichen Bedingungen eine Form religiöser Schönheit und Würde bewahrt wurde. Der Dachau Altar wurde so zu einem Zentrum des geistlichen Lebens im Lager.

Der Autor schildert außerdem, welche Bedeutung der Gottesdienst am Altar für die inhaftierten Priester hatte. Die erste Messe wurde am 22. Januar 1941 gefeiert. Wegen der schwierigen Bedingungen entwickelte man eigene Formen, um möglichst viele Priester an der Eucharistie teilhaben zu lassen. Der Altar war Ort des gemeinsamen Betens, der Feier von Priesterjubiläen und besonderer liturgischer Höhepunkte. Dazu gehörten das Pontifikalamt mit dem französischen Bischof Gabriel Piguet, die Aufführung der Dachauer Messe und die Priesterweihe von Karl Leisner im Dezember 1944. Für die Häftlinge war der Altar ein Ort, an dem sie Kraft, Hoffnung und Gemeinschaft erfuhren.

Nach der Befreiung bemühte man sich darum, die Ausstattung der Lagerkapelle zu sichern. Die polnischen Priester nahmen sie zunächst mit nach Freimann. Später gelangte sie in die Pfarrkirche von Dachau und wurde 1960 bei der Rekonstruktion der Kapelle von Block 26 wieder verwendet. Nach weiteren Stationen fand der Dachau Altar schließlich auf Initiative eines Paters der Schönstatt Bewegung seinen dauerhaften Platz in Vallendar. Seit 1980 steht er in einer eigenen Kapelle des Tagungshauses Berg Moriah.

Der Artikel deutet den Dachau Altar als kostbare Reliquie und als Erinnerungsort. Er steht nicht nur für die Geschichte eines Gegenstandes, sondern für den Glauben, die Leidensgeschichte und die Hoffnung der in Dachau inhaftierten Priester. In der heutigen stillen Kapelle ruft der Altar die Erinnerung an die bedrängte Gottesdienstgemeinschaft im Lager wach und macht deutlich, welche tragende Kraft der Glaube selbst unter den grausamsten Bedingungen haben kann.

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