Lazaro Iglesia Albisa ist ein Priesterseminarist aus Kuba, der heute im Priesterseminar Leopoldinum in Heiligenkreuz bei Wien lebt. Er berichtet von seiner bewegenden Berufungsgeschichte in einem kommunistisch geprägten Land, in dem Religion unterdrückt wurde.
Er wurde mit sechs Jahren heimlich getauft, da öffentliche Religionsausübung in Kuba verboten war. Sein Glaube wurde vor allem durch seine Großmutter geprägt, während sein Vater als Parteimitglied dagegen war. Erst im Militärdienst kam er wieder mit dem katholischen Glauben in Kontakt. Danach studierte er Medizin und arbeitete als Arzt, wo ihn die Erfahrungen mit leidenden und sterbenden Menschen tief bewegten. Er fragte sich, wie er diesen Menschen über die medizinische Hilfe hinaus geistlich helfen könne. So wuchs in ihm der Wunsch, Priester zu werden.
Er absolvierte eine medizinische Laufbahn und arbeitete als Hausarzt in einem kubanischen Dorf, bevor er ins Priesterseminar eintrat. Dabei erlebte er erneut die staatliche Kontrolle der Kirche und politische Repression. Der Druck auf Priester, sich nicht öffentlich zu äußern, wuchs. Aus Gewissensgründen entschied er sich für eine Pause und suchte eine neue Perspektive.
Schließlich führte ihn sein Weg über kirchliche Kontakte nach Ecuador, wo er seine Priesterausbildung fortsetzt und zukünftig wirken möchte – frei und ohne staatliche Zensur. Er sieht in seiner Berufung die Aufgabe, den Menschen Hoffnung, Wahrheit und das Evangelium zu bringen.
Zum Schluss äußert er seine Sorge um die Zukunft Kubas unter dem kommunistischen Regime und ruft dazu auf, für Freiheit und Gerechtigkeit einzustehen – auch im Gedenken an die historischen Erfahrungen osteuropäischer Länder mit dem Kommunismus.
Kernbotschaft:
Der Weg zum Priestertum kann mit politischen und persönlichen Hürden verbunden sein. Doch die Kraft des Glaubens, das Erleben von Ungerechtigkeit und der Wille zu helfen, können einen Menschen dazu bewegen, sein Leben für andere einzusetzen – trotz aller Widerstände.