Der Artikel beschreibt zunächst die gegenwärtige Situation, die von einem starken Fortschrittsglauben geprägt ist, in dem der Mensch zunehmend versucht, sowohl die äußere Natur als auch das Leben selbst technisch zu beherrschen. Dies stellt Christinnen und Christen vor die Herausforderung, ihre Haltung gegenüber diesen Entwicklungen zu reflektieren und zu begründen.
Im Zentrum steht die Frage nach dem Weltverständnis. Der Text diskutiert verschiedene moderne Weltbilder, etwa ein evolutionistisches Verständnis, das Geist als Produkt von Materie sieht, sowie spirituelle Strömungen, die den Geist unabhängig von Materie denken. Demgegenüber betont die christliche Theologie, dass weder ein rein materialistisches noch ein rein dualistisches Denken angemessen ist. Die Welt kann nur im Horizont von Schöpfung und Dreifaltigkeit verstanden werden.
Die Frage, warum überhaupt etwas existiert, beantwortet die Naturwissenschaft nicht. Die christliche Tradition sieht den Grund der Welt in der freien Liebe Gottes. Gott schafft die Welt nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Freiheit, und ermöglicht dadurch auch der Schöpfung Freiheit. Schöpfung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortdauernder Prozess.
Ein zentraler Gedanke ist die Bedeutung der Dreifaltigkeit. Gott ist in sich Beziehung und Liebe. Die Schöpfung ist Werk des Vaters durch den Sohn im Heiligen Geist. Der Geist Gottes wirkt ordnend, lebensschaffend und erkenntnisermöglichend in der Welt. Dabei wird klar zwischen dem göttlichen Geist und dem geschaffenen Geist unterschieden.
Der Artikel betont die Einheit von Geist und Materie. Beide haben ihren Ursprung in Gott und sind daher nicht gegensätzlich. Auch der Mensch ist eine Einheit von Geist und Materie. Er besitzt Vernunft und freien Willen und ist fähig, in Beziehung zu Gott zu treten. Diese Beziehung ist jedoch ein Geschenk und keine natürliche Fähigkeit.
Die Schöpfung wird als Ausdruck Gottes verstanden. In ihr kann der Mensch Gottes Wesen erkennen, wenn er sich dafür öffnet. Dies geschieht in einer Haltung der Kontemplation, in der die Welt als Zeichen Gottes gelesen wird.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beziehungsstruktur der Schöpfung. Alles Geschaffene ist aufeinander bezogen. Der Mensch ist dazu berufen, in Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen und zur gesamten Schöpfung zu leben. Durch die Sünde hat er diese Ordnung gestört und sich selbst zum Mittelpunkt gemacht.
Der Text reflektiert auch die Erfahrung von Leid und Grausamkeit in der Welt und zeigt, dass diese nicht einfach aufgelöst werden können. Die Deutung der Schöpfung als gut ergibt sich nicht aus empirischen Beobachtungen, sondern aus dem Glauben an den dreifaltigen Gott.
Christus wird als vollkommen in Beziehung lebender Mensch dargestellt. In ihm wird die Bestimmung des Menschen sichtbar. Lernende sind eingeladen, ihre egozentrische Sichtweise zu überwinden und die Welt als von Gottes Geist erfüllt zu erkennen.
Abschließend betont der Artikel, dass aus der Schöpfung keine Ethik direkt abgeleitet werden kann. Vielmehr ergibt sich eine Haltung der Achtung vor dem Leben aus dem Glauben an den Schöpfer. Der Mensch hat die Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren und stellvertretend für sie Gott zu loben.