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Künstliche Intelligenz - Haben Maschinen Gefühle?

Veröffentlichung:29.8.2025

Die ARTE-Dokumentation „Künstliche Intelligenz – Haben Maschinen Gefühle?“ widmet sich den rasanten Entwicklungen im Bereich der KI und ihren gesellschaftlichen wie ethischen Folgen. Sie beleuchtet, wie Computerprogramme zunehmend in Felder vordringen, die lange als genuin menschlich galten – Empathie, Kreativität, emotionale Intelligenz. Neben wissenschaftlichen Stimmen wie Geoffrey Hinton, Alison Gopnik oder Yoshua Bengio kommen auch praktische Anwendungsbeispiele zur Sprache: In Wien wurde mithilfe von KI eine unvollendete Beethoven-Symphonie zu Ende komponiert, in den USA arbeiten Mensch und Maschine gemeinsam an Lösungen für soziale Probleme, und an der Tufts University wurden winzige „Xenobots“ entwickelt, die Mikroplastik beseitigen oder sogar im menschlichen Körper eingesetzt werden könnten. Die Doku stellt die Frage nach den Grenzen zwischen Mensch und Maschine und konfrontiert die Zuschauenden mit der provokanten Leitfrage: Können Maschinen Gefühle haben – und was macht den Menschen in Zeiten künstlicher Intelligenz aus?

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Die Dokumentation eignet sich in besonderer Weise für den katholischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe II, weil sie eine Schnittstelle von Technik, Ethik, Anthropologie und Theologie eröffnet. Sie fordert die Schülerinnen und Schüler heraus, zentrale Grundfragen zu durchdenken: Was unterscheidet den Menschen von einer Maschine? Worin liegt die Würde des Menschen? Welche Verantwortung trägt der Mensch im Umgang mit technologischen Innovationen? Die Doku kann als Impuls dienen, über die Beziehung von Schöpfung, Freiheit und Verantwortung nachzudenken und die Frage nach dem Bild vom Menschen im christlichen Glauben zu reflektieren.

Didaktisch lässt sich der Film so einsetzen, dass er zunächst Staunen und Irritation hervorruft. Einzelne Sequenzen – etwa die KI-Fortsetzung einer Beethoven-Symphonie oder die Entwicklung der Xenobots – eignen sich hervorragend, um Lernende ins Gespräch zu bringen. Sie machen unmittelbar deutlich, wie nahmaschinelle Leistungen an menschliche Fähigkeiten heranrücken und wie dadurch die Unterscheidung von Natur, Technik und Leben verschwimmt. In einer anschließenden Erarbeitungsphase können die Schüler:innen in Kleingruppen untersuchen, welche Chancen und Risiken in den dargestellten Innovationen liegen. Leitfragen können lauten: Wo erleichtert KI menschliches Leben und fördert Gerechtigkeit? Wo bedroht sie Autonomie, Identität oder Freiheit? Welche ethischen Kriterien lassen sich aus christlicher Perspektive anlegen?

Die Diskussion im Plenum bietet dann Raum, die verschiedenen Positionen zusammenzuführen und in den Kontext theologischer Anthropologie zu stellen. Biblische Bezugspunkte wie die Gottebenbildlichkeit des Menschen (Gen 1,27) oder die Berufung zur Freiheit (Gal 5,1) können dabei als Grundlage dienen, um Unterschiede zwischen Mensch und Maschine herauszustellen. Zugleich eröffnet sich die Chance, über das Verhältnis von Mensch, Technik und Schöpfungsverantwortung zu sprechen: Welche Verantwortung trägt der Mensch, wenn er Maschinen mit vermeintlich „menschlichen“ Eigenschaften ausstattet? Wie lässt sich technische Innovation so gestalten, dass sie dem Leben dient und nicht den Menschen instrumentalisiert?

Methodisch bieten sich neben der klassischen Diskussion kreative Zugänge an: Schülerinnen und Schüler können eigene Visionen einer Zukunft mit KI entwerfen – in Form von Collagen, Kurzgeschichten oder medialen Präsentationen. Auch ein Rollenspiel, in dem Wissenschaftler:innen, Theolog:innen, Politiker:innen und Ingenieur:innen über Chancen und Grenzen von KI streiten, kann die Vielschichtigkeit der Thematik erfahrbar machen. Durch solche Methoden wird die Auseinandersetzung nicht nur kognitiv, sondern auch persönlich und ethisch bedeutsam. Der Unterricht mit diesem Medium trägt somit dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler Kompetenzen in der Urteilsbildung, in der Reflexion anthropologischer Fragen und in der ethischen Orientierung entwickeln.

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