In einem ersten Schritt werden Merkmale der Finanzindustrie in Textarbeit erarbeitet. In einem weiteren Schritt wird die Anthropologie des Geldes vor dem Hintergrund des Homo oeconomicus untersucht. Auch der Utilitarismus spielt dabei eine Rolle. In einem dritten Schritt wird die institutionalisierte Gier im Kapitalismus untersucht.
Didaktisch eignet sich das Medium besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für fächerübergreifende Zugänge mit Ethik, Wirtschaft oder Sozialkunde. Das Material eröffnet Lernenden die Möglichkeit, wirtschaftliche Prozesse nicht nur sachlich, sondern auch ethisch und gesellschaftlich zu betrachten. Aufgrund der anspruchsvollen Inhalte empfiehlt sich eine schrittweise Erarbeitung zentraler Begriffe wie Kapitalismus, Rendite, Spekulation oder Gemeinwohl. Methodisch bietet sich arbeitsteilige Gruppenarbeit an, bei der unterschiedliche Textabschnitte analysiert und anschließend im Plenum vorgestellt werden. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung mit lebensnahen Fragestellungen wie Konsumverhalten, Werbung, Leistungsdruck oder sozialer Ungleichheit. Lernende können diskutieren, welche Rolle Geld in ihrem eigenen Alltag spielt und welche Auswirkungen wirtschaftliches Denken auf Beziehungen, Werte und gesellschaftliches Zusammenleben hat. Ebenso eignet sich das Material hervorragend zur Förderung ethischer Urteilsbildung, da unterschiedliche Positionen zur Verantwortung von Banken, Politik und Gesellschaft reflektiert werden. Die Lehrkraft sollte darauf achten, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge anschaulich zu erklären und durch aktuelle Beispiele aus Medien oder Politik zu ergänzen. Auch biblische Perspektiven auf Reichtum, Gier, Gerechtigkeit und Verantwortung können in die Unterrichtsarbeit einbezogen werden. Das Medium fördert insbesondere kritisches Denken, Reflexionsfähigkeit und die Auseinandersetzung mit der Frage, welche Werte eine gerechte Gesellschaft tragen sollen.